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25.03.16, 08:38

Devisen monthly: Hohe Volatilität der Märkte lässt Yen gegen US-Dollar aufwerten. Langfristig profitiert der US-Dollar von divergierender Geldpolitik

USD/JPY sank seit dem 27.1. von 118 um ca. 5,9% auf etwa 111. Die Aufwertung des Yen fand dabei größtenteils in der ersten Februarhälfte statt, die von globalen Marktturbulenzen geprägt war. In diesem Umfeld dürften viele Marktteilnehmer zuvor eingegangene inhärent risikoreiche Carry-Trades wieder aufgelöst haben. Da die Investoren zu diesem Zweck Yen kaufen müssen, um die aufgenommenen Kredite zurückzuzahlen, hat das zur Aufwertung des Yen geführt. Demgegenüber verzögerte sich der Zinsanhebungskurs der Fed, u.a. da die Finanzierungsbedingungen in den USA bereits anderweitig erschwert wurden, was den US-Dollar abwerten ließ.

Bis zur Fed-Sitzung am 16.03. befand sich der Kurs in einer Seitwärtsbewegung. Weiteren Yen-Aufwertungen wurde durch besonders schwache Konjunkturzahlen aus Japan entgegengewirkt. Das japanische BIP sank im letzten Quartal 2015 saisonbereinigt um 0,3% (qoq) und die Verbraucherpreise stiegen im Dezember um 0,2% bzw. im Januar um 0,0% (yoy). Nach der überraschenden Zinssenkung im Januar beließ die Bank of Japan den Leitzins bei ihrer letzten Sitzung trotz dieser schwachen Konjunktur- und Inflationslage weiterhin bei -0,1%.  Ihr Gouverneur, Haruhiko Kuroda, erklärte, dass negative Konsequenzen für das Finanzsystem vermieden werden müssen. Dennoch ist im weiteren Jahresverlauf mit weiteren Lockerungsmaßnahmen zu rechnen. Dafür sprechen vor allem die zuletzt gesunkenen Inflationserwartungen.

Die US-Konjunktur zeigte hingegen ein gemischtes Bild. Vor allem der Arbeitsmarkt bleibt stabil. So sank die Arbeitslosigkeit im Januar unerwartet von 5,0% auf 4,9%. Die Kerninflation (PCE) konnte im Januar auf 1,7% (yoy) steigen. Das Inflationsziel von 2% wird damit fast erreicht. Allerdings wuchs das amerikanische BIP im vierten Quartal des letzten Jahres unerwartet schwach um 1,0% (qoq, annualisierte Rate), im Vorquartal waren es noch 2,0%. Am Anfang des Jahres litt die amerikanische Wirtschaft zudem unter der Abkühlung der Weltkonjunktur und den Unsicherheiten an den Finanzmärkten. Die Fed ließ den Leitzins bei ihrer letzten Sitzung (16.3.) daher unverändert bei 0,25%-0,5% und die Anzahl der für angemessen angesehenen Zinsanhebungen für dieses Jahr ging von vier auf zwei zurück. Die Zurückhaltung der Fed wurde in den letzten Wochen auch zunehmend an den Märkten eingepreist. So sank die aus den Fed Funds Futures abgeleitete Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung bei ihrer nächsten Sitzung am 27.4. von 26,4% am 27.1. auf 7,7% am 16.3.

In den kommenden Wochen dürfte sich USD/JPY eher wieder in Richtung 115 bewegen. Dafür sprechen der robuste Arbeitsmarkt und der Inflationsanstieg in den USA. Die Fed wird ihren Zinsanhebungspfad zwar verlangsamen, aber dennoch beibehalten. Wir gehen daher von einer Leitzinsanhebung um 25 bp bei der Fed-Sitzung am 15.6. aus. In Japan werden hingegen vermutlich weitere Lockerungsmaßnahmen implementiert. Bei der letzten Sitzung der Bank of Japan hat diese auf weitere Zinssenkungen verzichtet, mittelfristig gehen wir aber von zusätzlichen expansiven Maßnahmen (inklusive QE) aus. Bis zum Jahresende erwarten wir daher eine Aufwertung des US-Dollars mit einem Kurs um 118.


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