Die Fed hat auf ihrer Zinssitzung am 16. März die Bandbreite für ihre Leitzinsen unverändert bei 0,25 bis 0,50% belassen. Sie hält an ihrem Zinsanhebungskurs in den kommenden Monaten fest, hat aber angesichts der globalen Konjunkturschwäche und der daraus resultierenden Abwärtsrisiken für die US-Wirtschaft sowie der hohen Volatilität an den internationalen Finanzmärkten signalisiert, bei den Zinsanhebungen noch langsamer vorzugehen. Während die Projektionen der Notenbanker im Dezember 2015 auf vier Leitzinserhöhungen im Umfang von jeweils 25 bp in diesem Jahr hindeuteten, lassen die neuen Einschätzungen nur noch zwei Zinsschritte von 25 bp erwarten. 2017 gehen die Notenbanker im Vergleich zum Dezember unverändert von steigenden Leitzinsen im Ausmaß von 100 bp aus, doch das längerfristige Leitzinsniveau (nach 2018) liegt im Median bei niedrigeren 3,30% (nach 3,50%). Wir rechnen mit zwei Zinsanhebungen um jeweils 25 bp im Juni und Dezember. Der „dovishere“ Kurs der Fed hat die Renditen der US-Treasuries abbröckeln lassen – insbesondere die Rendite der 2jährigen hat nachgegeben. Die Fed-Entscheidung hat ebenfalls die Bund-Renditen leicht reduziert, nachdem diese nach der Zinssitzung der EZB höher rentiert hatten.
Die US-Konjunkturdaten sind zuletzt eher beruhigend ausgefallen: Zwar ist die Industrieproduktion im Februar um 0,5% im Vergleich zum Vormonat gesunken und die Kapazitätsauslastung ist zurückgegangen, doch der Empire Manufacturing Index hat wieder in den positiven Bereich gedreht und weist damit auf einen möglichen Stimmungsumschwung in dem Sektor hin. Die Daten zum Immobilienmarkt (NAHB-Häusermarktindex, Baugenehmigungen und -beginne) deuten auf eine robuste Entwicklung hin. Angesichts des Ölpreisrückgangs ist die Inflationsrate in den USA – ähnlich wie in der Eurozone – im Februar deutlich gesunken, liegt aber mit 1,0% nach 1,4% immer noch komfortabel im positiven Bereich. Zudem ist die Kernrate leicht auf 2,3% gestiegen, den höchsten Stand seit 2012.
Die EZB-Zinsentscheidung vom 10. März ist an den Märkten verpufft. Die Bundesanleihen haben darauf mit einem Renditeanstieg reagiert, während der Euro gegenüber dem US-Dollar aufgewertet hat. Das ist wohl nicht das Ergebnis, das sich die EZB-Notenbanker vorgestellt haben, und es ist umso erstaunlicher, da das beschlossene Maßnahmenpaket signifikant ist. Doch Schützenhilfe bei der Sicherung des Niedrigzinsumfeldes erhält die EZB von der Fed, die ihren wahrscheinlichen Leitzinsanhebungspfad verlangsamt hat und damit den aus den USA kommenden Zinsanstieg abbremst. Die EZB sieht Abwärtsrisiken für den weiteren Konjunkturpfad der Eurozone, doch die Industrieproduktionszahlen für Januar sprechen eine ganz andere Sprache. Die Produktion konnte danach mit 2,1% gegenüber dem Vormonat überraschend stark ausgeweitet werden. Interessant wird nun, ob die zur Veröffentlichung anstehenden Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie der ifo Geschäftsklimaindex für März erneut eine Stimmungsverschlechterung signalisieren oder sich eine Stabilisierung abzeichnet.
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