Vor den Zinssitzungen der EZB am 10. März und der Fed am 16. März haben sich die Staatsanleihemärkte auf beiden Seiten des Atlantiks weitgehend seitwärts bewegt. Einzig die Renditen der 2jährigen T-Notes haben sich per saldo leicht nach oben bewegt – unterstützt von den guten US-Konjunkturdaten, die die Fortführung des Leitzinsanhebungspfades wahrscheinlicher erscheinen lassen. So hat sich der ISM-Index für den Dienstleistungssektor auf seinem vergleichsweise hohen Niveau gehalten, und der US-Arbeitsmarktbericht für Februar hat mit einem Stellenaufbau von 242 Tsd. positiv überrascht. Zudem wurde das Beschäftigtenplus für Januar nach oben revidiert, während die Arbeitslosenquote wie im Vormonat mit 4,9% veröffentlicht wurde.
Im Vorwege der EZB-Sitzung war von den Marktteilnehmern intensiv darüber diskutiert worden, wie umfangreich das Maßnahmenpaket der Notenbank tatsächlich noch ausfallen kann. Dass sie auf die sinkenden Inflationsperspektiven und zunehmenden Konjunkturrisiken in der Eurozone – ausgelöst durch eine Eintrübung des weltwirtschaftlichen Umfeldes –erneut mit einer Lockerung der Geldpolitik reagieren würde, war nahezu ausgemachte Sache. Die Dimension des Maßnahmenpaketes nahm jedoch ungeahnte Ausmaße an: Die Währungshüter haben den Einlagenzinssatz um 10 bp auf -0,40% gesenkt, zudem sind der Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) und der Spitzenrefinanzierungssatz jeweils um 5 bp auf 0% und 0,25% reduziert worden. Das monatliche Anleiheankaufvolumen wurde um 20 Mrd. Euro auf 80 Mrd. Euro ab April erhöht, während das Programm unverändert bis Ende März 2017 läuft. Dieses Volumen umfasst ab dem Ende des zweiten Quartals den Kauf von Unternehmensanleihen – also Euro-Anleihen von in der Eurozone beheimateten Nicht-Finanzunternehmen mit einem Investment Grade-Rating. Damit nimmt die EZB das Risiko in ihre Bilanz auf, mit Unternehmensinsolvenzen umgehen zu müssen. Des Weiteren hat die Notenbank weitere gezielte Langfristtender (TLTRO II) beschlossen, die ansonsten im Sommer ausgelaufen wären. Nun gibt es vier weitere TLTROs von Juni 2016 bis März 2017 – also einer pro Quartal –, die dann zum jeweils gültigen Hauptrefinanzierungssatz begeben werden. Banken, die mehr Kredite vergeben, können über die TLTROs mehr Geld abrufen und erhalten dafür eine Prämie (Aufnahmesatz kann bis zum Einlagensatz von -0,40% sinken). Nach Aussage von EZB-Chef Mario Draghi war die Mehrheit für die getroffenen Entscheidungen „überwältigend“. Die kurzfristige Reaktion der 10jährigen Bund-Renditen auf die EZB-Zinssitzung war überschaubar, während die 2jährigen gestiegen sind. Hier hatten die Anleger auf eine stärkere Senkung des Einlagenzinssatzes auf -0,50% gesetzt.
Die Fed-Sitzung sollte im Vergleich dazu weniger aufregend werden. Nichtsdestotrotz erwarten sich die Anleger Hinweise von der Fed, wie der Zinsanhebungszyklus weiter fortgesetzt wird. Zwischenzeitlich waren steigende Leitzinsen vom Markt nahezu ausgepreist; mit den besseren Konjunkturdaten dreht sich die Stimmung aber etwas. Im März dürfte die Fed nicht aktiv werden. Sie könnte aber die April-Sitzung neben dem Juni-Termin ins Spiel bringen, um ihre Flexibilität zu erhöhen.
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