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04.03.16, 10:00

Zinsen weekly - Aussicht auf geldpolitische Lockerung der EZB: Euro-Zinsen belastet, US-Zinsen dagegen steigen

Angesichts des Ölpreisrückgangs zu Jahresbeginn ist die Inflationsrate in der Eurozone im Februar von 0,3% auf -0,2% gesunken, und es zeichnet sich ab, dass diese auch in den kommenden Monaten im negativen Bereich bleiben wird. Die steigenden Deflationsrisiken bzw. der sich nach unten verschiebende Inflationsausblick haben Erwartungen der Marktteilnehmer auf ein großes geldpolitisches Lockerungspaket der EZB auf ihrer Zinssitzung am 10. März geschürt. Ob es aber tatsächlich dazu kommen wird, ist offen, denn es bleiben der Notenbank nicht mehr allzu viele Möglichkeiten (siehe Kommentar auf Seite 1), die im EZB-Rat zudem eine breite Mehrheit finden. So gut wie sicher ist der Beschluss, den Einlagenzinssatz (derzeit: -0,30%) um 10 oder 20 bp zu reduzieren. Ebenfalls möglich ist eine Aufstockung der monatlichen Anleiheankaufvolumina um mindestens 10 auf dann 70 Mrd. Euro. In Spekulation auf die Maßnahmen der EZB haben die Bund-Renditen nachgegeben. Die 2jährigen Renditen näherten sich einem Niveau von -0,60% an, während die 10jährigen kurzfristig auf einen Stand von 0,10% gefallen sind, mittlerweile aber wieder bei rund 0,20% rentieren. Letzteres ist Ausdruck der besseren Stimmung an den internationalen Finanzmärkten im Zuge eines höheren Ölpreises und macht sich auch in steigenden Aktienmärkten bemerkbar.

Die Renditen der US-Staatsanleihen konnten zulegen. Diese Entwicklung ist auf die Stimmungsverbesserung zurückzuführen und auf die etwas drehende Wahrnehmung in Bezug auf den Leitzinsanhebungspfad der Fed. Mit den schwächeren Konjunkturdaten – insbesondere aus dem Industriesektor – hatten die Marktteilnehmer Zinsanhebungen in naher Zukunft nahezu ausgepreist. Nun ist der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe stärker als erwartet gestiegen, selbst wenn er sich immer noch auf Kontraktionskurs befindet. Darüber hinaus hat der ADP-Beschäftigungsbericht mit einem Stellenaufbau von 214 Tsd. Hoffnungen auf einen guten offiziellen Arbeitsmarktbericht (Beschäftigungszuwachs > 200 Tsd.) aufkommen lassen und die PCE-Kernrate ist im Januar überraschend deutlich angestiegen. Nach 1,5% liegt sie nun bei 1,7% – nicht weit entfernt vom Inflationsziel der Fed von 2%. Auf einmal ist dieses neben dem Ziel der Vollbeschäftigung in Reichweite, womit der Druck zur geldpolitischen Straffung zunimmt. Auf diese Weise ist die Zinssitzung der Fed am 16. März als Zeitpunkt für die nächste Zinsanhebung wieder im Spiel, nachdem zuvor fast keiner mehr daran geglaubt hatte. Entscheidend dafür sind die nächsten Datenveröffentlichungen, allen voran der Arbeitsmarktbericht am Freitag. Nimmt der Zinsanhebungskurs der Fed wieder festere Formen an, dürften die Renditen der US-Staatsanleihen ihre Aufwärtstendenz fortsetzen. Ansonsten gehen die Vorwahlen in den USA weiter und sollten Hillary Clinton und Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten festigen. Vorherrschendes Thema an den Märkten werden jedoch die Zinssitzungen von EZB und Fed sein – viel neuen Zündstoff gibt es dafür von Seiten der Konjunkturdaten in der kommenden Woche nicht, nur Industrieproduktionszahlen für die Euro-Länder und deutsche Auftragseingänge.

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