Die meisten Finanzmarktteilnehmer scheinen sich mit dem negativen Marktsentiment abzufinden und kaufen weiter Staatstitel, so dass die Bund- und die T-Notes-Renditen erneut gefallen sind. Ein zehnjähriger Bund-Titel rentiert derzeit bei 15 bp. An den Aktienmärkten kam es entsprechend bei einer recht hohen Volatilität zu einer Abwärtsbewegung. Treiber dieser Entwicklung ist – wieder einmal – der Ölpreis, dessen plötzlicher Anstieg nicht nachhaltig war. Denn die Einigung von Saudi-Arabien, Russland, Venezuela und Katar auf eine Begrenzung der Fördermenge verlor kräftig Zugkraft, nachdem der saudische Ölminister Ali Al-Naimi eine Kürzung des Outputs ausschloss. Weiter war der Sieg von Donald Trump bei den Vorwahlen in Nevada kaum geeignet, die Verunsicherung der Marktteilnehmer zu vermindern. Mit dem drei Mal in Folge rückläufigen Ifo-Index sowie den schwächer als erwartetet ausgefallenen PMI-Indizes für die Eurozone fühlten sich die Konjunkturpessimisten bestätigt. Daran konnten auch die relativ erfreulichen Daten zu Kreditvergabe in der Eurozone wenig ändern (Januar: +0,6% J/J bei Krediten an Nicht-Finanzunternehmen). Derweil hat der Vize-Chef der Fed, Stanley Fischer, auf einer Konferenz klar gemacht, es sei noch nicht klar, ob man im März auf einen Zinsschritt verzichten werde. Es habe auch in der Vergangenheit immer wieder turbulente Zeiten an den Finanzmärkten gegeben und das habe keineswegs immer sichtbare Spuren in der Realwirtschaft hinterlassen. Es sei darüber hinaus möglich, dass die Arbeitslosenrate noch tiefer sinke als von der Fed erwartet und dann könne sich Lohndruck aufbauen, was zu einem Überschießen der Inflation führe. Kurz: Wir haben den Eindruck, dass Fischer den Leitzins weiter erhöhen möchte und eine Pause derzeit noch ablehnt. Fraglich ist allerdings, ob Präsidentin Yellen ihm darin folgt und der FOMC-Rat überzeugt werden kann.
Am 27. und 28. Februar wird das G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure in Schanghai stattfinden. Es ist schwer vorstellbar von dieser Seite ein Statement zu erhalten, das die Märkte nachhaltig beruhigt. Spannend wird es am 1. März, da an diesem so genannten Super-Tuesday US-Vorwahlen in mehr als 10 Bundesstaaten stattfinden. Es könnte bereits eine Vorentscheidung über den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner sein und der Name könnte tatsächlich Donald Trump lauten. Der Ölmarkt, von dem derzeit der Rentenmarkt entscheidend abhängt, dürfte nicht zur Ruhe kommen. Spekuliert wird über eine vorgezogene OPEC-Sitzung im März. Darüber hinaus stehen wichtige hochkarätige US-Konjunkturdaten auf der Agenda, insbesondere die ISM-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie die US-Arbeitsmarktdaten. Sollten diese Daten erneut enttäuschen, dürften die Finanzmärkte, die schon längst eine Zinsanhebung im März ausgepreist haben, recht behalten. In der Eurozone ist auf die PMI-Indizes unter anderem für Italien und Spanien zu achten. Wir halten eine Aufwärtsbewegung gegen den allgemeinen Trend für möglich, was aber nicht ausreichen dürfte, um eine größere Aufwärtsbewegung bei den Renditen auszulösen.
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