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26.02.16, 09:30

Devisen weekly: „Brexit“-Debatte schwächt sowohl Pfund als auch Euro

EUR/USD sank im Vorwochenvergleich von 1,115 auf 1,103, was einer Aufwertung des US-Dollars um 1,1% entspricht. Die Abwertung des Euros lässt sich auf die schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone zurückführen. Im Februar sanken der Verbrauchervertrauensindex auf -8,8 (-6,3 im Januar) und der Markit PMI Gesamtindex auf 52,7 (53,6 im Januar) unerwartet stark. Auf Länderebene enttäuschte vor allem der deutsche ifo Geschäftsklimaindex. Die dazugehörigen Erwartungen nahmen im Januar von 102,4 auf 98,8 ab. Zusätzliche expansive Maßnahmen bei der nächsten EZB-Sitzung am 10. März werden durch diese Entwicklungen immer wahrscheinlicher. Zusätzlich wird der Euro durch die „Brexit“-Diskussion belastet (s. EUR/GBP). Mit Blick auf die US-Wirtschaft zeigten sich mehrere Mitglieder der Fed (Fischer, Lacker) zuletzt optimistisch: Sie sehen keine Gefahr einer Rezession. In diesem bewegten Umfeld sehen wir EUR/USD in der nächsten Woche eher unterhalb von 1,10 mit der Gefahr einer Gegenbewegung, falls es an den Aktienmärkten besonders turbulent zugehen sollte.

EUR/GBP stieg im Wochenverlauf von 0,781 auf 0,791, was einer Abwertung des Pfund von 1,26% entspricht und den höchsten Stand des Wechselkurses seit Ende 2014 darstellt. Auch in dieser Woche belastet die an Intensität zunehmende Brexit-Debatte den Kurs des Pfundes und wird diesen bis zum Referendum am 23. Juni weiter schwächen. Befeuert wird die Diskussion von Londons Bürgermeister Boris Johnson, der sich auf die Seite der Brexit-Befürworter stellt. Dass der EUR/GBP-Kurs nicht noch weiter gestiegen ist, liegt daran, dass das Pfund den Euro mit in die Tiefe zieht: Angesichts der neu ausgehandelten Bedingungen einer britischen EU-Mitgliedschaft gibt es Befürchtungen, andere EU-Staaten könnten ebenso auf Veränderungen drängen und somit die gesamte EU und Eurozone vor eine Zerreißprobe stellen. Dies würde die gesamte europäische Wirtschaft stark schwächen und sowohl den Euro als auch das Pfund weiter abwerten lassen. Die Bank of England dürfte im Brexit-Fall den Leitzins senken, um einen wirtschaftlichen Einbruch Großbritanniens abzufedern. Für die nächste Woche sehen wir das Währungspaar EUR/GBP bei 0,790.

USD/JPY schwächte sich in dieser Woche um ca. 1,5% ab und liegt damit aktuell bei etwa 112,10. Vor allem die Turbulenzen an den Finanzmärkten ließen den Yen weiter aufwerten. Die hohe Volatilität bei Wertpapieren und Devisen hat Investoren verängstigt, die so in die japanische Währung als „sicheren Hafen“ flohen. Die Aufwertung des Yen trotzte damit den Konjunkturdaten Japans, die zuletzt nicht überzeugen konnten. So sank der Aktivitätsindex für die Gesamtindustrie im Dezember um 0,9% gegenüber dem Vormonat und der Nikkei PMI für das verarbeitende Gewerbe liegt im Februar nur noch bei 50,2 (zuvor 52,3). Aber auch die US-amerikanischen Konjunkturaussichten scheinen sich einzutrüben. Dafür sprechen der Rückgang des Konsumentenvertrauens im Februar von 98,1 auf 92,2 sowie der des Markit PMI Gesamtindizes von 53,2 auf 50,1 (ebenfalls Februar). Die aktuell schwache Wirtschaft der USA verhindert damit eine Stärkung des Dollars. Das Wechselkurspaar USD/JPY wird in der nächsten Woche stark von den weiteren Entwicklungen an den Finanzmärkten abhängig sein. Wir rechnen mit einer Bewegung um 112.


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