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19.02.16, 09:15

Zinsen weekly: Renditen klettern nach Ölpreisanstieg

Der Ölpreisanstieg sorgt für höhere Staatsanleiherenditen. Notenbanken signalisieren auf Expansionskurs zu bleiben.

An den Rentenmärkten geht es renditeseitig wieder leicht aufwärts. Die zehnjährigen Bund-Renditen sind in der Berichtswoche wieder über die Marke von 20 bp gestiegen und auch bei den T-Notes macht sich etwas Entspannung bemerkbar. Treiber dieser Entwicklung ist der kräftige Anstieg des Ölpreises um etwa 13% (Brent) innerhalb von nur einer Woche, da die großen Ölmächte Russland, Saudi Arabien, Katar und Venezuela ihre Produktionsmenge auf dem Stand vom Januar 2016 einfrieren wollen. Ob das Abkommen wirklich in trockenen Tüchern ist, erscheint zu diesem Zeitpunkt immer noch unklar, zumal der Iran wohl nicht teilnimmt. Kurzfristig hat es den Märkten in jedem Fall geholfen, wie beispielsweise am deutschen Aktienindex abzulesen ist, der in den vergangenen fünf Werktagen um rund 7% stieg. Die größere Risikobereitschaft dürfte auch mit den Signalen von Seiten der großen Zentralbanken zu tun haben. In der Eurozone stellte Präsident Mario Draghi vor dem europäischen Parlament erneut zusätzliche Lockerungsmaßnahmen in Aussicht. Im März werde man vor dem Hintergrund der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten und auf der Basis der neuen Projektionen für Inflation und Wachstum darüber entscheiden. Die Tonlage der US-Notenbank ist dem teilweise ähnlich, wie aus dem letzten Protokoll zu entnehmen ist. Dort wird die Unsicherheit über Chinas Wachstumsverlangsamung und die Entwicklung des Yuan betont. Sollten die Turbulenzen an den Finanzmärkten anhalten, entspräche das einer weiteren Straffung der Geldpolitik. Sprich: Die Finanzmärkte übernehmen die Arbeit der Notenbank und der Leitzins müsste daher nicht noch mal angehoben werden. Bemerkenswert ist auch die Einschätzung, die Fed wäre nicht sonderlich gut positioniert, um auf etwaige negative Wirtschaftsschocks zu reagieren. Die kaum verklausulierte Konsequenz: Man sollte lieber mit dem nächsten Zinsschritt warten, um nicht eben diesen Schock auszulösen, auf den man dann nicht reagieren kann. Ganz festgelegt hat man sich allerdings noch nicht. So ist man sich noch nicht darüber im Klaren, ob die Abwärtsrisiken mittlerweile überwiegen oder ob Chancen und Risiken sich die Waage halten. Insgesamt ist allerdings aus dem Protokoll herauszulesen, dass im März aller Wahrscheinlichkeit kein Zinsschritt erfolgen wird.

Die Ergebnisse des EU-Gipfels in Bezug auf die Verhandlungen mit Großbritannien über Sonderregelungen für das Land (morgen, am 19.2. sollte man mehr wissen) könnten die Finanzmarktstimmung im Fall einer Einigung noch beflügeln. Umgekehrt dürfte die Risikoaversion deutlich steigen, wenn zunächst keine Vereinbarung getroffen wird (siehe Kommentar auf Seite 1). Darüber hinaus sind die vorläufigen PMI-Geschäftsklimaindizes für die Eurozone zu beachten (leichter Rückgang zu erwarten) sowie der Ifo-Index, der vermutlich erneut leicht nachgeben wird. In den USA werden Daten zum Zustand des Bau- und Immobiliensektors bekannt gegeben. Der Sektor entwickelt sich bislang sehr positiv und trotzt der Schwäche in anderen Bereichen. Die Ölpreisentwicklung dürfte weiterhin die bestimmende Größe für den Rentenmarkt bleiben. Es besteht das Risiko, die Effekte der bisherigen Einigung verpuffen und der Ölpreis erneut sinkt. Aktienkurse und Renditen würden dem vermutlich folgen.


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