EUR/USD sank im Vergleich zur Vorwoche von 1,129 auf 1,115, was einer Abwertung des Euro um 1,2% entspricht. Dies lässt sich zum einen auf die Rede des EZB-Präsidenten Draghi vor dem EU-Parlament zurückführen, in der weitere monetäre Lockerungen in Aussicht gestellt wurden. Die EZB werde bei zunehmenden Risiken wie den aktuellen Turbulenzen im Bankensektor und fallenden Energiepreisen „nicht zögern zu handeln“. Gestützt wurden diese Äußerungen durch die schwachen Konjunkturzahlen aus der Eurozone: Zwar konnte das BIP im letzten Quartal 2015 wie erwartet um 0,3% (qoq) wachsen, die Industrieproduktion sank im Dezember jedoch um 1,0% (mom). Zum anderen ist die Aufwertung des Dollars auf die überraschend positiven Konjunkturdaten aus den USA zurückzuführen. Die Industrieproduktion konnte im Januar um 0,9% (mom) gesteigert werden und die Kerninflationsrate der Erzeugerpreise stieg im gleichen Monat um 0,6% (yoy). Im Protokoll der letzten US-Zentralbanksitzung deutet einiges allerdings auf eine Verschiebung der Leitzinsanhebung hin, was der Aufwertung des Dollars enge Grenzen setzen dürfte. Wir sehen EUR/USD in der kommenden Woche um 1,12.
EUR/GBP blieb im Vorwochenvergleich per Saldo nahezu unverändert bei 0,781, stieg jedoch zwischenzeitlich um 1,35% auf 0,787. Grund für die zwischenzeitliche Abwertung des Pfund ist die Unsicherheit der Investoren mit Blick auf die anstehenden EU-Verhandlungen zum Thema „Brexit“. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird den Ausgang des britischen Referendums maßgeblich mit beeinflussen. Sollte es in dieser Woche zu einem Erfolg für Cameron kommen, der einen Verbleib in der EU befürwortet, dürfte sich eine leichte Beruhigung der Märkte einstellen. Das Pfund konnte sich auf Grund der guten Lohnzuwächse von 2% (qoq in Q4 2015) erholen. Positiv aufgenommen wurde auch die niedrige Arbeitslosenquote von 5,1% (im Dezember). Angesichts einer Kerninflationsrate von 1,2% bzw. einer sehr geringen Gesamtinflationsrate von 0,3% (yoy im Januar) rechnen wir mit Blick auf die Bank of England vorerst mit keiner monetären Straffung, da die von der BoE angestrebte Zielinflationsrate von 2% noch weit entfernt liegt. In Anbetracht der anhaltenden „Brexit“-Unsicherheit rechnen wir mit einer hohen Volatilität des Wechselkurses EUR/GBP.
USD/JPY legte in dieser Woche von 112,5 um 1,1% auf 113,8 zu. Damit gab der Yen nach seiner vorherigen Aufwertung (52-Wochen-Tief am 11.2.: 111,0) erstmals wieder leicht nach. Die Ursache dafür war vor allem das veröffentlichte Interview des Gouverneurs der Chinesischen Volksbank, Zhou Xiachuan. In diesem bekräftigte er, dass „für eine Abwertung (des Renminbi) keine Grundlage bestehe“. Die chinesischen Exporte würden nicht durch eine Abwertung gestärkt werden müssen. Das beruhigte die Märkte und veranlasste einige Investoren, die „Krisenwährung“ Yen vermehrt abzustoßen. Hinzu kamen die schlechten Zahlen Japans für das vierte Quartal 2015. Das BIP sank unerwartet stark um 0,4% (qoq). Die Industrieproduktion sank im Dezember um 1,7% gegenüber dem Vormonat. Von der Bank of Japan werden daher zusätzliche expansive Maßnahmen erwartet, die den Yen schwächen. Die amerikanische Konjunktur überraschte indes positiv: Die Industrieproduktion stieg im Januar um 0,9% gegenüber dem Vormonat und damit deutlich stärker als die erwarteten 0,4%. In der kommenden Woche dürfte sich USD/JPY zwischen 113 und 115 bewegen.
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