Nach rechts weisender Zeigefinger (Handrücken) Jetzt zum volkswirtschaftlichen und fundamentalen Quartalsupdate mit UniCredit sowie zum technischen Quartalsupdate mit HSBC anmelden!
12.02.16, 09:30

Zinsen weekly: Ausverkaufsmodus an den Aktienmärkten drückt Renditen

Der Renditerückgang hat sich fortgesetzt, da die Aktienmärkte im Ausverkaufsmodus sind. Offensichtlich glauben mehr und mehr Investoren an einen Wirtschaftseinbruch.

Die Finanzmärkte preisen zunehmend eine globale Rezession ein. In den USA hat sich die Zinsstruktur mit dem erneuten Rückgang der langfristigen Zinsen weiter verflacht. Die Differenz zwischen den zehnjährigen und den zweijährigen US-Renditen liegt nunmehr mit knapp 1% auf dem niedrigsten Wert seit Anfang 2008. Die zehnjährigen Bund-Renditen sind im Sturzflug nahe ihrem Rekordtief angelangt, so dass auch negative Renditen in diesem Laufzeitsegment möglich erscheinen. Gleichzeitig brechen die Aktienkurse weltweit und insbesondere im Sektor der Finanzinstitute ein. Der Ölpreis ist auf den tiefsten Stand seit 2003 gefallen und liegt bei 26,40 USD/Barrel (WTI), während die Risikoaufschläge für europäische Unternehmensanleihen erneut gestiegen sind. Die zunehmende Risikoaversion schlägt sich auch bei den Anleihen der Peripherieländer wider.

US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen hat bei ihrer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Abgeordnetenhauses dennoch deutlich gemacht, dass sie keine voreiligen Schlüsse aus diesen Entwicklungen ziehen möchte. Richtigerweise stellte sie fest, dass die Weltwirtschaft weiterhin wächst und das gleiche auch für die USA gilt, wo die Arbeitslosenrate zuletzt auf 4,9% gefallen ist. Die Risiken für die US-Wirtschaft sieht sie am ehesten an der externen Front, namentlich die Gefahr einer signifikanten Wachstumsverlangsamung in China und die negativen Folgen des Ölpreisverfalls für die Bonität von Schwellenländern und von Unternehmen aus dem Ölsektors. Damit könnte auch die Inflation unter Druck geraten. Insgesamt zeichnete Yellen ein vorsichtigeres Bild als bisher, womit die Wahrscheinlichkeit gestiegen ist, dass im März keine Leitzinserhöhung durchgeführt wird. Die Futuremärkte antizipieren mittlerweile gar keine Straffung mehr in diesem Jahr.

Etwas mehr Klarheit über die konjunkturelle Lage in den USA wird man in der kommenden Berichtswoche erhalten: Hervorzuheben sind die Einzelhandelsumsätze im Januar, da die ganze Hoffnung auf dem inländischen Konsum liegt. Außerdem sind die Inflationsdaten zu beachten, die die Sorge der Fed vor einer fortgesetzten Zielverfehlung verschärfen könnten. In der Eurozone steht ein weiterer Rückgang der Industrieproduktion im Dezember zu befürchten und das ZEW wird seinen vermutlich deutlich gefallenen Konjunkturindex veröffentlichen. Darüber hinaus ist auf die BIP-Veröffentlichung im vierten Quartal zu achten (HSH-Prognose: +0,4%). Wichtiger als diese Daten ist aber die Verfassung der Finanzmärkte. Sollten sich institutionelle Anleger angesichts der massiven Kursrückgänge der letzten Wochen jetzt zu einem Wiedereinstieg in den Aktienmarkt entschließen, dann dürfte auch die Stimmung an den Rentenmärkten drehen und die Renditen würden wieder steigen. Eine größere Wahrscheinlichkeit messen wir jedoch einer Seitwärtsbewegung zu.


Hier können Sie das "Wochenbarometer" mit aktuellen News zu den Kapitalmärkten und weitere Research-Publikationen herunterladen.
 

Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.

Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.