Dollar verliert nach Yellens Äußerungen, Pfund wertet wegen globalen Turbulenzen leicht ab, Yen gewinnt im volatilen Umfeld stark dazu
EUR/USD konnte in dieser Woche um 1,9% von 1,108 auf 1,129 zulegen. Ausschlaggebend dafür waren die schwachen US-Konjunkturzahlen und Erwartungen einer Verschiebung der Fed Zinserhöhung. Dazu kamen die Turbulenzen an den Finanzmärkten, die tendenziell dem Euro helfen, da Investoren Carry-Trade-Positionen aufgelöst haben. Konjunkturell enttäuschten in den USA die Auftragseingänge im Dezember: Für langlebige Güter sanken sie um 5,0%. Der gesamte Industriesektor hatte Einbußen von 2,9% zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote konnte sich im Januar leicht von 5% auf 4,9% verbessern. Der Beschäftigungszuwachs (ohne Landwirtschaft) betrug im Januar nur 151.000, erwartet wurden 40.000 mehr. Mit Bezug zum relativ stabilen Arbeitsmarkt erklärte Fed-Chefin Yellen zwar am Zinserhöhungspfad festzuhalten, die Geschwindigkeit dieser Straffung könne sich jedoch verlangsamen. Als positiv für die US-Wirtschaft bewertet sie die Lohnsteigerungen und Neueinstellungen, welche den Privatkonsum unterstützen dürften. Dennoch sieht sie zunehmende Abwärtsrisiken: Vor allem die sich ab-schwächende Weltwirtschaft, die Turbulenzen in China und der niedrige Ölpreis belasten die US-Wirtschaft. EUR/USD dürfte sich in der nächsten Woche um 1,12 bewegen.
EUR/GBP konnte im Vorwochenvergleich um 1,4% von 0,766 auf 0,777 zulegen. Diese Entwicklung wurde durch die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten hervorgerufen, von denen der Finanzstandort London besonders betroffen ist. Des Weiteren enttäuschte die britische Industrieproduktion im Dezember mit einem Rückgang um 1,1% gegenüber November. Die Konsens-Erwartungen (-0,1%) und Vormonatsentwicklung (-0,7%) hatten einen derartigen Rückgang nicht vermuten lassen. Als Ursache lässt sich neben dem schwachen Rohstoffsektor das milde Wetter ausmachen. Ähnlich sieht es speziell beim verarbeitenden Gewerbe aus: Auch hier blieb die Veränderung zum Vormonat im Dezember mit -0,2% hinter den Erwartungen von 0,1% zurück. Der exportlastige Sektor leidet besonders unter der anhaltend schwachen Weltkonjunktur. In der nächsten Woche sehen wir EUR/GBP zwischen 0,77 und 0,79. Der Wechselkurs unterliegt aber aufgrund der Finanzmarktturbulenzen besonderer Unsicherheit.
USD/JPY sank im Vorwochenvergleich von 117,7 auf 112,6 was einer erneut starken Aufwertung des Yen um 4,6% entspricht. Damit befindet sich USD/JPY auf dem tiefsten Stand seit 15 Monaten. Grund hierfür ist vor allem die anhaltende Funktion des Yen als sicherer Hafen in einem turbulenten Marktumfeld, aber auch die von der US-Notenbankvorsitzenden Yellen geäußerte Vorsicht im Bezug auf eine weitere Zinserhöhung. Die Bank of Japan hat mit Vertrauensverlusten zu kämpfen, da die Investoren immer größere Zweifel hegen, ob die Notenbank in der Lage ist ihr Anleiheprogramm nochmals auszuweiten. Da die nächste Sitzung erst am 15. März stattfindet, erwarten Marktbeobachter angesichts eines immer stärkeren Yen einen vorzeitigen verbalen Ein-griff durch die BoJ. Der Nikkei verlor im Vergleich zur Vorwoche 7,65%. Außerdem befinden sich die Renditen der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen mit einem Wert von zwischenzeitlich -0,025% auf einem historischen Tiefststand. Sollte sich die globale Krisenstimmung verfestigen, dürfte auch der Yen seinen Aufwertungskurs fortsetzen.
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