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05.02.16, 09:45

Zinsen weekly: Finanzmärkte kommen nicht zur Ruhe und schicken Staatsanleiherenditen in den Keller ...

Schwache Konjunkturdaten aus den USA, überraschende Zinssenkung der BoJ und Spekulation über das Aus für eine US-Zinserhöhung in diesem Jahr verursachen den jüngsten Renditeverfall. Die Finanzmärkte kommen nicht zur Ruhe und schicken die Staatsanleiherenditen in den Keller.

Schon wird über negative Leitzinsen in den USA spekuliert, nachdem der ISM-Index für den Dienstleistungssektor im Januar auf 53,5 Punkte zurückgegangen ist (Dez.: 55,3 Punkte) und das BIP im vierten Quartal nur um 0,7% qoq (annualisiert) stieg. Die Äußerungen des Präsidenten der New York Fed, William Dudley, die Finanzierungsbedingungen hätten sich zuletzt verschärft, heizten die Mutmaßungen über eine Kehrtwende in der Geldpolitik weiter an. Ein anderer Treiber des Renditerückgangs war die unerwartete Maßnahme der Bank of Japan (BoJ), den Einlagenzins in den negativen Bereich zu schleusen.

Das Narrativ der BoJ lehnt sich dabei sehr stark an das der Europäischen Zentralbank an: „Wir haben weiterhin reichlich Munition, um die Wirtschaft zu stimulieren und, liebe Investoren, wir sind keineswegs ohnmächtig.“ Mittlerweile klingen diese Worte wie das Pfeifen im Walde. Schließlich sind hohe Verluste des Ölkonzerns BP zu nennen, die die Flucht in die angeblich sicheren Häfen der Staatsanleihen beschleunigten. Im Ergebnis rentieren jetzt zehnjährige Bunds unter 30 bp, ein Rückgang um 11 bp innerhalb von fünf Handelstagen. Der Bund-Future überschritt zeitweilig die Marke von 164 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen T-Notes ist in einer ähnlichen Größenordnung wie die der Bunds zurückgegangen und liegt jetzt bei 1,88%.

Insgesamt spiegeln die Zahlen ein großes Ausmaß an Pessimismus über die weltwirtschaftlichen Aussichten und die voraussichtliche Reaktion der Notenbanken darauf wider. Zum jetzigen Zeitpunkt halten wir diesen Pessimismus noch für übertrieben. Die Argumente für eine optimistischere Sicht liegen auf der Hand: Niedrige Ölpreise sind ein Konjunkturprogramm für die meisten entwickelten Volkswirtschaften, die Finanzierungsbedingungen bleiben günstig und die Eurozone befindet sich noch ganz am Anfang des aufwärts gerichteten Konjunkturzyklus. Kurzfristig wird man auf die US-Arbeitsmarktdaten schauen, die gemessen an den privaten ADP-Daten auf einen erneut recht kräftigen Beschäftigungszuwachs von etwa 200.000 Personen hinauslaufen. Das wäre eine Abschwächung gegenüber den Vormonaten, aber ausreichend, um die Arbeitslosenquote auf dem niedrigen Stand von 5,0% zu lassen.

Für die USA kommt erleichternd hinzu, dass bei der ersten Vorwahl im Staat Iowa der Angst-Kandidat der Republikaner, Donald Trump, nur an zweiter Stelle lag. Die nächste Vorwahl findet am 9.2. in New Hampshire statt. Trump liegt laut Umfragen vorne. Wichtig ist außerdem noch der Redetermin der Fed-Chefin Janet Yellen (11.2.). Bei Yellen ist darauf zu achten, ob sie beginnt, Angst vor ihre eigenen Courage zu bekommen. Fazit: Die Stimmung ist schlecht, aber angesichts der extrem hohen Bewertungen der Staatsanleihen könnten positiven Nachrichten – wie zum Beispiel überraschend gute Arbeitsmarktdaten – durchaus einen kräftigen Ausschlag der Renditen nach oben auslösen.

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