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05.02.16, 09:30

Devisen weekly: Bank of Japan überrascht mit Negativzins, Fed Zinsverschiebung immer wahrscheinlicher

EUR/USD legte in der letzten Woche um 1,9% von 1,088 auf 1,108 zu. Die kräftige Abwertung des US-Dollars ist auf zunehmende Spekulationen über das vorzeitige Ende der Leitzinswende zurückzuführen. Futter für diese These gab es insbesondere von der Konjunkturfront. So ist im vierten Quartal 2015 das BIP nur um 0,7% gestiegen, im dritten Quartal waren es noch 2,0% gewesen. Dass der Dollar nicht noch weiter abwertete, liegt u.a. am positiven Bericht des privaten Konsums in den USA. Dieser konnte um 2,2% (Q/Q) zulegen und übertraf somit die Erwartungen von 1,8%. Der einflussreiche Notenbankchef von New York, William Dudley, befeuerte die Gerüchteküche noch weiter, indem er auf die Risiken der Börsenschwäche für die Realwirtschaft hinwies. Für die nächste Woche erwarten wir, dass EUR/USD sich tendenziell um 1,11 bewegen wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Arbeitsmarktbericht über Löhne und Arbeitslosigkeit am Freitag (05.02.) große Auswirkungen auf das Wechselkurspaar haben kann.

EUR/GBP stieg in dieser Woche um von 0,760 auf 0,766 (Stand 04.02. 14:00). Die  zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten aus Großbritannien hatten dem Pfund am Anfang der Woche noch Aufwind verliehen. Vor allem die Markit PMIs für den Januar überraschten positiv. So konnten der Index für das verarbeitende Gewerbe von 51,9 im Dezember auf 52,9 und der Gesamtindex von 55,3 auf 56,1 zulegen. Dennoch wertete das Pfund insgesamt ab, da die Bank of England nach ihrer Zinssitzung schwache Konjunkturaussichten signalisierte. Als Reaktion wurde der historisch niedrige Leitzins von 0,5% einstimmig bestätigt - sogar von Ian McCafferty, der zuletzt noch für Zinserhöhungen gestimmt hatte. Und auch der gleichzeitig erschienene Inflation Report schwächte das Pfund, da dieser eine deutlich gesunkene Inflationsprognosen zeigte: Für das vierte Quartal 2016 wird im Mittel nur noch von 0,8% Inflation ausgegangen, während in der Novemberausgabe noch 1,2% geschätzt wurden. In der nächsten Woche sehen wir EUR/GBP zwischen 0,76 und 0,78.

USD/JPY stieg im Vorwochenvergleich von 118,8 auf zwischenzeitlich 121,5, fiel jedoch später auf 117,7 zurück. Grund für diesen rasanten aber kurzlebigen Anstieg ist die überraschende Entscheidung der Bank of Japan den Einlagenzinssatz auf -0,1% zu senken. Der gewünschte Effekt einer Yen-Abwertung hielt nur kurz an, da die Risikoaversion der Anleger angesichts eines global volatilen Umfelds die Auswirkung der BoJ Entscheidung überlagert. Notenbankchef Kuroda kündigte an, dass weiteren monetären Lockerungen „keine Grenzen“ gesetzt seien. In einem weltweit deflationären Umfeld und angesichts einer wirtschaftlichen Abschwächung in den USA, wird es für den Yen zunehmend schwierig abzuwerten. Die Wirtschaftsdaten aus Japan können wenig überzeugen: Die Industrieproduktion sank im Dezember um 1,4% und auch die Kerninflation verharrt bei niedrigen 0,1% (yoy). Einzig der steigende PMI für Dienstleistungen von 51,5 auf 52,4 ist ein Lichtblick. Sollte sich die Stimmung aufhellen, beispielsweise ausgelöst durch gute US-Arbeitsmarktdaten, dürfte der Yen wieder abwerten.

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