Am Ende blieb die Überraschung aus. Die Fed lieferte die Zinserhöhung und ließ kaum Spielraum für starke Reaktionen. Die Renditen von zehnjährigen US-Treasuries und Bunds zogen nur leicht an.
Die Fed hat am 15.12. wie erwartet die Leitzinsen erhöht. Die Reaktion der Finanzmärkte hielt sich nach der eindringlichen kommunikativen Vorbereitung der Notenbanker in den letzten Wochen in Grenzen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries kletterte in der Berichtswoche lediglich um 4 bp auf 2,26%. Auch in den Laufzeitbereichen von zwei bis sieben Jahren hielten sich die Renditeaufschläge mit bis zu 9 bp in Grenzen. Die Zinsen in der Eurozone zeigten ebenfalls keine größeren Veränderungen. Die zehnjährige Bundesanleihe rentiert aktuell mit 0,67% nur 7 bp über dem Stand der Vorwoche. Wir gehen davon aus, dass Staatsanleiherenditen dies- und jenseits des Atlantiks weiter langsam anziehen werden.
Dafür spricht in den USA die Erwartung der Notenbanker, dass die konjunkturelle Erholung anhält. Dennoch waren die jüngsten Wirtschaftsdaten alles andere als überzeugend. So setzte sich im Verarbeiteten Gewerbe der Abwärtstrend der letzten Monate fort. Die Industrieproduktion verzeichnete im November einen herben Rückgang von 0,6% mom und auch der Vormonatswert wurde von -0,2 auf -0,4% nach unten revidiert. Eine Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht. Der Auftragseingang der langlebigen Wirtschaftsgüter im November, der in der kommenden Woche veröffentlicht wird, dürfte kaum gestiegen sein. Für Festtagsstimmung sorgen dagegen die Konsumenten. Deren ausgezeichnete Stimmung sollte dem US-Einzelhandel in dessen umsatzträchtigsten Wochen prächtige Umsätze beschert haben und dürfte im kommenden Jahr erneut für die entscheidenden Impulse für das Wachstum der US-Wirtschaft sorgen.
In der Eurozone ist der Konsum ebenfalls der entscheidende Treiber, der den Konjunkturhimmel immer mehr aufhellt. Zudem überraschte zuletzt die Industrieproduktion mit einem kräftigen Anstieg von 0,6% mom im Oktober, der noch über den guten Einzelwerten von Frankreich (+0,5%) und Italien (+0,4%) lag. Dagegen fiel Deutschlands Produktion im Produzierenden Gewerbe (Industrie, Bau und Energie) mit einem Zuwachs von 0,2% schon etwas ab. Der positive Trend spiegelt sich auch in den Einkaufmanagerindizes der Eurozone und im Ifo-Geschäftsklimaindex wider. Trotz leichter Rückgänge signalisieren die hohen Niveaus der Indizes unvermindert eine anziehende Expansion der Wirtschaft im kommenden Jahr. Indes steht zum Jahresende noch einmal die Politik im Mittelpunkt. In Spanien wird am Sonntag (20.12.) ein neues Parlament gewählt. Es ist wahrscheinlich, dass die seit mehr als 30 Jahren währende Vorherrschaft der momentan alleinregierenden Konservativen Volkspartei (PP) und der Sozialisten (PSOE) beendet wird. Eine neue Koalitionsregierung wird sich dann 2016 unter dem skeptischen Blick der Finanzmärkte dem Problem stellen müssen, dass der Aufschwung des letzten Jahres bei großen Teilen der Bevölkerung nicht angekommen ist.
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