Guter US-Arbeitsmarkt liefert Fed Steilvorlage für Zinswende. Renditen der US-Treasuries ziehen an. Die der Bundesanleihen sind aufgrund steigender Erwartungen auf QE2 im Rückwärtsgang.
Die internationalen Rentenmärkte entwickelten sich in den vergangenen Tagen uneinheitlich. In USA setzte sich der Zinsanstieg fort und in der Eurozone ging es mit den Renditen zum Teil spürbar abwärts. Nur in Portugal und Spanien legten die Zinsen der Staatsanleihen zu. In beiden Ländern befürchten die Investoren einen Linksrutsch in der Politik und somit eine Aufweichung des Sparkurses. Von einer anhaltenden Abkopplung der Eurozone vom Aufwärtstrend der US-Zinsen gehen wir nicht aus und sehen kurzfristig wieder anziehende Bund-Renditen.
Fed-Chefin Janet Yellen hat es wohl geahnt. Nachdem sie zuletzt mit ungewohntem Optimismus die Zinswende im Dezember verbal vorbereitete, übertrafen die jüngsten Arbeitsmarktdaten sehr deutlich die Erwartungen. So hat sich im Oktober die Zahl der neu geschaffenen Stellen gegenüber dem September auf 271.000 (erwartet: 181.000) fast verdoppelt. Die Arbeitslosenquote ging von 5,1 auf 5,0% zurück. Besonders erfreulich ist zudem der Anstieg der Stundenlöhne um 0,4% mom. Das ist der stärkste Zuwachs seit über sechs Jahren. Diese Steilvorlage wird die Fed kaum ungenutzt lassen und den Zinsschritt doch noch im Dezember durchführen. Weitere Unterstützung dafür sollte in den nächsten Tagen von den amerikanischen Verbrauchern kommen, deren gute Stimmung sich wahrscheinlich in den Einzelhandelsumsätzen und dem Verbrauchervertrauen widerspiegeln wird.
Im Gegensatz zu den USA bereitet die EZB die Finanzmärkte auf QE2 vor. Sowohl EZB-Chef Mario Draghi als auch Chefvolkswirt Peter Praet warnten davor, dass im Euroraum das mäßige Wachstum bei niedriger Inflation über einen längeren Zeitraum anhalten könnte. Dies untermauerten auch die jüngsten Daten zur Industrieproduktion. Zwar war die Entwicklung in Frankreich und Italien im September im Vergleich zum Vormonat durchaus positiv, aber in der gesamten Eurozone gab es nicht zuletzt aufgrund der schwachen deutschen Industrie einen Rückgang. Am Freitag (13.11.) werden die BIP-Daten des dritten Quartals von Eurozone, Deutschland, Frankreich und Italien veröffentlicht. Wir sind nicht ganz so optimistisch wie der Markt und rechnen mit einer leichten Verlangsamung des Wachstums. Währenddessen setzte sich in der Eurozone die politische Unruhe fort. In Portugal wurde mit einem Misstrauensvotum nur wenige Wochen nach der Parlamentswahl die konservative Minderheitsregierung von der Opposition abgewählt. Nun wird es entweder eine linke Regierung oder Neuwahlen geben. Die Reaktion der Märkte blieb nicht aus. Portugiesische Staatsanleihen und Aktien mussten in den letzten Tagen kräftige Einbußen hinnehmen. Turbulenzen gab es auch in Spanien. Dort hat das katalanische Parlament eine Resolution verabschiedet, mit der der Weg zur Unabhängigkeit von Spanien innerhalb der nächsten 18 Monate bestritten werden soll. Infolgedessen zeigte der Zinstrend in Spanien gleichfalls aufwärts.
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