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06.11.15, 09:30

Zinsen weekly - Janet Yellen macht den Zinsen Beine

Sowohl in den USA als auch in der Eurozone liegen die Renditen der Staatsanleihen deutlich über dem Niveau der Vorwoche.

Zunehmende Spekulationen auf eine nahende Zinswende in den USA hat den Renditen auf beiden Seiten des Atlantiks Auftrieb verliehen. Die Rendite der zweijährigen US-Treasuries stieg auf 0,82%, den höchsten Wert seit April 2011. Im zehnjährigen Laufzeitsegment gab es in der Berichtswoche ebenfalls einen kräftigen Rendite-Sprung von 2,08 auf 2,22%. Noch deutlicher fiel die Reaktion bei den zehnjährigen Bundesanleihen aus. Ihre Rendite zog um 16 bp auf 0,60% an, obwohl die EZB Vorbereitungen für QE2 trifft. Unterstützung für die Märkte kam zudem aus China. Staatspräsident Xi Jinping erläuterte den neuen Fünfjahresplan und zeigte sich zuversichtlich, dass das Reich der Mitte bis 2020 ein (unerwartet hohes) jährliches Wachstum von mindestens 6,5% erreichen wird.

Der entscheidende Impuls für den Zinsanstieg der letzten Tage kam von der US-Notenbankchefin Janet Yellen. Nach ihrer Ansicht läuft die US-Konjunktur rund. Yellen sieht einen Zinsschritt im Dezember als „reelle Möglichkeit“ an, wenn die Datenlage dem entsprechen würde. Dabei lieferten die jüngsten Konjunkturnachrichten ein gemischtes Bild. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan und der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes enttäuschten mit Rückgängen. Allerdings überraschte der ISM-Index des Dienstleistungssektors mit einem kräftigen Zuwachs auf 59,1 Punkte. Auch der ADP-Arbeitsmarktbericht für Oktober lag mit einem relativ starken Zuwachs von Arbeitsplätzen über den Erwartungen. Ob sich der Beschäftigungsaufbau tatsächlich wieder nennenswert beschleunigt, werden am 6.11. die Arbeitsmarktdaten (payrolls) vom Oktober zeigen. Erwartet wird zwar mit rund 180.000 ein höherer Stellenzuwachs als im September (142.000), allerdings dürfte die Fed erst mit von einem Wert von über 200.000 zufrieden sein.

Anderes als in den Vereinigten Staaten geht es in der Eurozone momentan um eine Lockerung der Geldzügel. So bekräftigte EZB-Chef Mario Draghi nochmals, dass die Notenbank bereit und fähig sei, alle Instrumente einzusetzen. Damit soll die niedrige Inflation dem EZB-Ziel von 2,0% näher gebracht werden. Im Oktober stieg die Preissteigerungsrate von -0,1% auf 0,0%. Die Kernrate kletterte von 0,9 auf 1,0%. Aus konjunktureller Sicht enttäuschten erneut die deutschen Auftragseingänge. Anstelle des erwarteten Anstiegs gingen sie im September zum dritten Mal in Folge zurück. Besser sah es dagegen bei den Einkaufsmanagerindizes aus. Auf breiter Front gab es viele erfreulich stabile bzw. bessere Werte, selbst in Frankreich.

Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Fed die Zinswende erst im März einleitet und halten den jüngsten Zinsanstieg für übertrieben. Nächste Woche sollten deshalb die Bund- und US-Treasury-Renditen wieder ein wenig zurückfallen.



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