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30.10.15, 10:00

Zinsen weekly - Die EZB hat die Erwartungen auf QE2 angeheizt. Fed hat US-Renditen Auftrieb verliehen

Die Entwicklung an den internationalen Rentenmärkten wird nach wie vor von den Notenbanken dominiert. In der Eurozone schürte Mario Draghi auf der Oktober-Sitzung der EZB die Erwartungen auf eine weitere Lockerung der ohnehin schon expansiven Geldpolitik. Angesichts der sinkenden Inflation rechnen wir auf der nächsten Zinssitzung im Dezember mit dem Beschluss für eine Erhöhung der monatlichen Ankaufvolumina. Entsprechend kehrten die Renditen der Euro-Staats­anleihen in ihren Abwärtstrend zurück. Die zehnjährigen Bundesanleihen rentieren aktuell bei 0,44%, 13 Basispunkte unter dem Stand der Vorwoche. Spielraum für höhere Zinsen sehen wir vorerst nicht. In den USA setzte sich dagegen der Zinsanstieg langsam fort. Zwar hat die Fed auf ihrer Zinssitzung erwartungsgemäß keinen Beschluss gefasst, aber in ihrer Erklärung durch die Änderung von Formulierungen doch noch eine Hintertür für die Einleitung der Zinswende im Dezember offen gelassen. Aus Sicht der Märkte ist nun ein Zinsschritt im Dezember wieder eine realistische Option geworden. Wir gehen aber nicht davon aus, dass sich die Datenlage bis zum Jahresende wesentlich verbessern wird und halten eine Leitzinserhöhung im März für wahrscheinlich. Deshalb dürfte der Zinsanstieg in den USA in engen Grenzen bleiben.

Dafür sprechen die nicht überzeugenden jüngsten US-Daten. Das annualisierte BIP-Wachstum verlangsamte sich im dritten Quartal von 3,9 auf 1,5% und lag damit etwas unter den Erwartungen. Ebenso verhielt es sich mit dem Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter und dem Verbrauchervertrauen. Ob die Konjunktur zu Beginn des vierten Quartals wieder einen Gang höher geschaltet hat, werden in den kommenden Tagen eine ganze Reihe von Indikatoren zeigen, so das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan, die ISM-Indizes (Einkaufsmanager) und in erster Linie die Arbeitsmarktzahlen (Payrolls).

In der Eurozone kommt Störfeuer aus Griechenland und Portugal. Die Griechen haben Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Vorgaben der Kreditgeber. Damit fehlen die Voraussetzungen für weitere Unterstützungszahlungen. In Portugal steht zwar die neue Regierung, aber sie hat im Parlament keine Mehrheit. Jetzt drohen Neuwahlen und eine Aufweichung des strikten Sparkurses. Aus konjunktureller Sicht ist nach wie vor Optimismus angebracht. Die Einkaufsmanagerindizes überraschten mit insgesamt guten Werten. Gleiches gilt für den ifo Geschäftsklimaindex, der unerwartet nur leicht zurückging. In den nächsten Tagen werden die deutschen Septemberdaten (Einzelhandelsumsätze, Auftragseingänge und Industrieproduktion) zeigen, ob es nach der Sommerferiendelle wieder aufwärts geht. Allerdings wird sich der Fokus der Märkte auf die Inflationsrate der Eurozone richten, vor allem in Hinblick auf das sich abzeichnende QE2-Programm der EZB.



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