Die chinesische Regierung hat die internationalen Finanzmärkte beruhigt. Sie kündigte ein Konjunkturprogramm im Volumen von 10 Mrd. EUR an, das dem Ausbau der Infrastruktur zu Gute kommen soll. Darüber hinaus ist geplant, langfristigen Aktienbesitz steuerlich zu fördern. Gleichwohl konnten die letzten Wirtschaftsdaten nicht überzeugen. Im August flachte der Außenhandel stark ab. Die Exporte sanken im Vergleich zum Vormonat um 5,5% und die Importe sogar um 13,8%. Die Ankündigung der Konjunkturspritze aus China beendete an den Rentenmärkten in den USA und der Eurozone den Rückwärtsgang der Zinsen. Deshalb legte die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries in der Berichtswoche per Saldo um 2 Basispunkte auf 2,20% zu. In der Eurozone blieb die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe jedoch mit 0,67% unter dem Niveau der Vorwoche (0,79).
Der Zinsanstieg in der Eurozone wurde sicherlich auch von der EZB gebremst, die nach der Sommerpause ihr Anleihe-Ankaufprogramm wie angekündigt wieder hoch gefahren hat. Indes gab es eine Reihe guter Nachrichten. Das BIP-Wachstum der Eurozone wurde im zweiten Quartal von 0,3 auf 0,4% qoq revidiert. Zudem präsentierte Deutschland gute Juli-Zahlen. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe (Industrie, Bau und Energie) stieg im Juli um 0,7% mom und der schwache Vormonatswert wurde nach oben korrigiert. Dynamisch entwickelte sich auch der Außenhandel (Exporte: + 2,4% mom, Importe + 2,2% mom). Dagegen fiel Frankreich mit einem Minus von -0,8% mom bei der Industrieproduktion deutlich ab. Größter Unsicherheitsfaktor der Eurozone bleibt jedoch Griechenland, das am 20. September eine neue Regierung wählt. Da sich momentan keine eindeutigen Mehrheiten und damit schwierige Koalitionsverhandlungen abzeichnen, dürften energische Reformfortschritte vorerst nicht auf der Agenda stehen.
Der Höhepunkt der kommenden Woche ist am Donnerstag der Zinsentscheid der US-Notenbank. Obwohl der Arbeitsmarktbericht vom August weder den Befürwortern noch den Gegnern einer strafferen Geldpolitik wichtige Erkenntnisse gebracht hat, gehen die Märkte mehrheitlich davon aus, dass die Zinswende mindestens bis in den Dezember verschoben wird. Zwar konnte die Zahl der im August neu geschaffenen Arbeitsplätze mit 173.000 die Erwartungen nicht erfüllen. Dennoch hat sich das Gesamtbild des US-Arbeitsmarktes verbessert. Die Werte der beiden Vormonate wurden um zusammen 44.000 Stellen nach oben revidiert und die Arbeitslosenquote sank von 5,3 auf 5,1%. Wir sehen die amerikanische Wirtschaft auf einem soliden Wachstumspfad und bleiben bei unserer Meinung, dass die Fed schon in der kommenden Woche die Zinswende einleiten wird. Aus diesem Grund rechnen wir mit steigenden Staatsanleiherenditen in den USA und der Eurozone.Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
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