Von Joachim Schallmayer
Im zurückliegenden ersten Quartal hatte sich bei den Unternehmensgewinnen eine deutlich unterschiedliche Entwicklung zwischen US-Unternehmen und den in Europa angesiedelten Unternehmen gezeigt. Diese Tendenz dürfte sich auch im zweiten Quartal wiederholt haben. Während für Unternehmen aus Euroland mit Gewinnsteigerungen von knapp 15 % gegenüber dem Vorjahresquartal gerechnet wird liegen die Erwartungen in den USA bei einem Rückgang von 3,3 %.
Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man die Erwartungen für die Gewinnentwicklung für das Gesamtjahr 2015 betrachtet. Während damit gerechnet wird, dass die Gewinne in den USA nur um knapp 2 % ansteigen, soll der Anstieg in Euroland und auch in Deutschland rund 15 % betragen. Diese Entwicklung stellt eine deutliche Kehrtwende gegenüber den vergangenen Jahren dar. Die Gewinndynamik in den USA kommt zum Erliegen, während in Euroland nach Jahren rückläufiger Gewinne jetzt endlich die Trendwende geschafft ist.
In den USA haben bislang knapp 10 % der Unternehmen Q2 Zahlen berichtet. Um einen allgemeinen Trend aus den Zahlen herauszulesen ist es noch zu früh. Allerdings zeigt sich ein altbekanntes Phänomen. Bislang schaffen es die Unternehmen, die in den vergangenen Monaten kontinuier-lich nach unten angepassten Erwartungen auf Ergebnisebene zu übertreffen. Die Aktienkurse, die im Vorfeld ebenfalls unter Druck standen, können dann mit den vorgelegten Zahlen oftmals positiv nach oben reagieren. Wie nachhaltig diese Reaktionen sein werden, bleibt abzuwarten. Denn auch wenn die auf niedrigem Niveau liegenden Erwartungen übertroffen werden, so sind die absoluten Entwicklungen doch enttäuschend.
Dies gilt insbesondere dann, wenn man nicht den Gewinn je Aktie, sondern den Verlauf im zugrundeliegenden operativen Geschäft betrachtet. Die Umsätze der US-Unternehmen sind rückläufig und auch die Ausblicke auf das laufende Quartal lassen bislang wenig Hoffnung auf Besserung aufkommen. Damit trotz des schwachen operativen Ausblicks die Auswirkungen auf den Nettogewinn begrenzt bleiben, sind Unternehmen anhaltend gezwungen, Kosten zu reduzieren. Somit wird der Cashflow auch in Zukunft weniger für Investitionen, sondern weiterhin für den Rückkauf eigener Aktien verwendet. Dies stellt für die Aktienkurse zwar eine wichtige Unterstützung dar, für einen erneuten, nachhaltigen Aufwärtstrend an den US-Börsen bedarf es allerdings mehr, nämlich eines verbesserten operativen Ausblicks. Davon ist allerdings in der Q2 Berichtssaison bislang noch nichts zu spüren.
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