Der Baustoffkonzern HeidelbergCement ist gut aus der Krise gekommen. Durch seine globale Präsenz profitiert er vom Boom in den Emerging Markets. Analysten sehen weiterhin deutliches Potenzial nach oben.
Boomregion Afrika: Das Bruttoinlandsprodukt der Länder südlich der Sahara stieg 2012 nach Angaben der Weltbank im Durchschnitt um 4,7 Prozent. Ein Viertel der Länder auf dem Kontinent spielt sogar mit einem Wachstum von 7 Prozent oder mehr in der obersten Entwicklungsliga. Der Trend zeigt weiter nach oben. Einer der größten Wachstumsfaktoren in zahlreichen afrikanischen Ländern ist nach Einschätzung der Beratungsgesellschaft KPMG der Ausbau der Infrastruktur. Das sind gute Nachrichten insbesondere für den Baustoffkonzern HeidelbergCement AG. Denn für den Bau von Straßen, Häusern und Abwassersystemen benötigen die Länder Zement, Beton, Sand oder Kies. Das sind genau die Produkte, die der Konzern im Angebot hat.
Langjährige Expertise in Afrika
Die HeidelbergCement AG hat die Zeichen der Zeit schon früh erkannt. Bereits seit 1995 ist der Konzern auf dem afrikanischen Kontinent aktiv. In den vergangenen Monaten hat er seine Aktivitäten noch einmal verstärkt und in mehreren Ländern wie Ghana, Tansania oder Burkina Faso seine Zementkapazitäten erhöht beziehungsweise neue Werke gebaut. Insgesamt ist HeidelbergCement mittlerweile in neun afrikanischen Staaten vertreten. Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Scheifele gibt eine klare Richtung vor: Er möchte seinem Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung in diesem Schlüsselmarkt sichern und davon langfristig profitieren. Doch nicht nur Afrika ist für Scheifele ein Investitionsziel. Nach Unternehmensangaben will HeidelbergCement in diesem Jahr mehr als fünf Millionen Tonnen neue Zementkapazitäten in den Schwellenländern insgesamt in Betrieb nehmen. Neben dem afrikanischen Kontinent spielen auch die Märkte in Asien eine wichtige Rolle für die Wachstumsstrategie des Konzerns. So kündigte HeidelbergCement im Februar dieses Jahres an, seine Produktionskapazitäten in Indien zu erhöhen. „In den letzten zwei Jahren ist die Zementnachfrage in Indien konstant um 6 bis 8 Prozent gestiegen und wir erwarten einen weiteren Anstieg in den kommenden Jahren“, erläuterte Scheifele. Der Konzernchef rechnet damit, dass die indische Regierung in den kommenden fünf Jahren eine Billion USDollar in Infrastrukturprojekte investieren wird.
Wachstum in Australien
Seine Chancen sucht der Konzern jedoch auch in entwickelten Märkten – etwa am anderen Ende der Welt. „Australien ist aufgrund des erwarteten Bevölkerungswachstums und des fortgesetzten Ausbaus des Bergbausektors ein attraktiver Markt“, erläutert Scheifele. Aus diesem Grund hat sich HeidelbergCement entschlossen, mit dem Schweizer Zementproduzenten Holcim in Australien stärker zu kooperieren. HeidelbergCement stockt seinen Anteil an Cement Australia um 25 Prozent auf und hält nun mit 50 Prozent einen gleich hohen Anteil wie die Schweizer. Das Unternehmen konnte mit dieser Maßnahme seine Zementkapazitäten auf über 2 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppeln. „Die Aufstockung des Anteils an Cement Australia ist ein gutes Beispiel für die Strategie gezielter Ergänzungsinvestitionen mit niedrigem Risikoprofil“, fasst das Unternehmen sein Übernahmekonzept in einer Pressemitteilung zusammen. Auch in anderen Industrienationen rechnet das Unternehmen mit Wachstum. So profitiert HeidelbergCement von der wirtschaftlichen Erholung der USA. Laut dem aktuellen Quartalsbericht geht der DAX®-Konzern davon aus, dass der Zementverbrauch in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr um 6,1 Prozent ansteigen wird. Insbesondere die Rohstoff- und Wohnungsbauindustrie fragt verstärkt Baustoffe nach. Im April wurden Baugenehmigungen für über eine Million Häuser erteilt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Steigerung von 35 Prozent. In Europa sind die Aussichten nicht ganz so gut, aber auch hier gibt es mit starken Volkswirtschaften wie Deutschland oder den nordischen Ländern durchaus Hoffnungsträger.
Gute geografische Aufstellung
HeidelbergCement profitiert nicht nur von seiner geografischen Aufstellung, die es ihm ermöglicht, Baustoffe schnell weltweit liefern zu können. Der Konzern ist auch nach wie vor sehr kostenbewusst. Das Krisenjahr 2009 hat seine Spuren hinterlassen. Damals wurden auf der ganzen Welt zahlreiche große Infrastrukturprojekte gestoppt und deutlich weniger Neubauten geplant. Das traf den Baustoffkonzern besonders hart. Der Aktienkurs schlitterte von über 100 Euro im Jahr 2008 auf knapp unter 20 Euro (siehe Chart). Um die Gewinnmarge zu erhöhen, hat HeidelbergCement mehrere Programme eingeführt. Ziel des 52.000 Mitarbeiter starken Konzerns ist es, höhere Preise zu erzielen und Kosten zu senken. „Unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Margen zeigen Wirkung“, resümiert Scheifele. „Die Effizienzsteigerungsprogramme laufen nach Plan und wir konnten bereits in vielen Märkten Preiserhöhungen durchsetzen.“ Ein großer Kostenpunkt in der Zementproduktion ist der Energieverbrauch. HeidelbergCement versucht daher nicht nur, die gestiegenen Energiekosten an die Kunden weiterzugeben, sondern arbeitet daran, dass die Produkte von vornherein eine verbesserte Effizienz aufweisen. So entwickelt der Konzern aktuell einen Klinkerzement – ein Bestandteil, der für die Aushärtung von Zement sorgt –, bei dem die Brenntemperatur um 150 bis 200 Grad Celsius niedriger als bei bisherigen Produkten ist. Dadurch sinken die Stromkosten um 15 Prozent. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist der verringerte CO2-Ausstoß von 30 Prozent. Mit herkömmlichem Zementklinker entstehen bislang je Tonne Zement 800 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. HeidelbergCement möchte noch in diesem Jahr das neue Produkt zum ersten Mal in einem seiner deutschen Werke produzieren.
Quelle: onemarkets Magazin HypoVereinsbank, Juli/August 2013.
Sparmaßnahmen wirken
Sowohl die weltweite Wachstumsstrategie als auch die Sparmaßnahmen spiegeln sich positiv in den Unternehmenszahlen wider. 2012 konnte das Unternehmen sein operatives Ergebnis vor Abschreibungen um 7 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro steigern. Außerdem ist es dem Konzern gelungen, seine Schulden um 700 Millionen Euro auf 7 Milliarden Euro zu senken. Dass Investoren dem Unternehmen vertrauen, beweist die Platzierung einer 300-Millionen-Euro-Anleihe. Grund zur Freude gab es bei Aktionären: Das Unternehmen erhöhte die Dividende für das Geschäftsjahr 2012 um 34 Prozent auf 0,47 Euro je Aktie. Mit Spannung blicken Anleger auf das laufende Jahr. Zumindest der Start gibt Anlass zur Hoffnung. Im ersten Quartal steigerte der Konzern das operative Ergebnis vor Abschreibungen leicht um 3 Prozent – trotz des langen Winters, der dem Unternehmen Absatzeinbußen einbrachte. Konzernchef Scheifele setzt jetzt auf das fortgesetzte weltweite Wirtschaftswachstum, von dem er überproportional profitieren will. Dass ihm dies gelingen wird, glauben auch einige Analysten und stufen HeidelbergCement mit „Kaufen“ ein. Dabei weisen die Experten auf die ihrer Meinung nach günstige Bewertung hin. Diese bestehe weiterhin, obwohl der Kurs im vergangenen Jahr um 39,8 Prozent gestiegen ist und damit sowohl den DAX® als auch den internationalen MSCI Baustoffindex hinter sich ließ.
Den Turbo einlegen
Wer glaubt, die Aktie des Unternehmens könnte sich in den kommenden Monaten positiv entwickeln, für den könnte ein Turbo Bull Open End auf die Aktie der HeidelbergCement AG interessant sein. Das Wertpapier bietet Anlegern die Chance, überproportional von einem Kursanstieg des zugrunde liegenden Basiswertes zu profitieren. Der Einsatz ist im Vergleich zu einem Direktinvestment deutlich geringer. Die Laufzeit des Produktes ist unbegrenzt. Allerdings verfügt ein Turbo Open End Bull über eine
Knock-out-Schwelle. Wird diese berührt oder unterschritten, verfällt das Produkt wertlos und es kommt zu einem Totalverlust. Anders als bei klassischen Optionsscheinen hat die implizite Volatilität kaum Einfluss auf die Preisbildung. Diese hängt fast ausschließlich von der Kursveränderung des Basiswertes ab. Anleger, die davon ausgehen, dass der Aktienkurs lediglich moderat steigen oder seitwärts tendieren könnte, sollten sich eine Aktienanleihe auf die Aktie der HeidelbergCement AG anschauen. Unabhängig von der Entwicklung der Aktie bekommen Anleger eine jährliche Zinszahlung. Außerdem erhalten Investoren am Laufzeitende 100 Prozent des Nominalbetrages, wenn die Aktie am Bewertungstag auf oder oberhalb des Basispreises notiert. Sollte der Kurs zu diesem Zeitpunkt unter dieser Schwelle liegen, erfolgt die Rückzahlung in Form von Aktien. Für Anleger bedeutet das in der Regel einen Verlust. Investoren sollten bedenken, dass Aktienanleihen und Turbo Open End Bull Inhaberschuldverschreibungen sind. Bei Insolvenz der jeweiligen Emittentin droht ein Verlust bis hin zum Totalverlust. Zudem sollten Anleger beachten, dass die Emittentin bei Bull-Open-End-Turbos ein Kündigungsrecht hat.
Weitere Infos: www.onemarkets.de
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