Ausgezeichnet verbunden
„Wer heute zögert, sitzt morgen in der zweiten Reihe“, verkündete René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, Anfang Dezember. In der zweiten Reihe sieht sich der ehemalige Staatskonzern, der einst der einzige Telefonanbieter Deutschlands war, freilich nicht. In einer Pressemitteilung meldete das Unternehmen daher, in den kommenden drei Jahren knapp 30 Milliarden Euro in die „Zukunft der Telekommunikation“ investieren zu wollen. Eine der Maßnahmen wird der Ausbau der Netzinfrastruktur des Konzerns sein.
Die Datenflut wächst weiter
Eine kluge strategische Entscheidung, denn immer mehr Menschen besitzen ein Smartphone und beanspruchen Netzvolumen. Im dritten Quartal 2012 verkaufte die Telekom mehr als 880.000 iPhones und Android-Telefone. Allein 100.000 iPhones der 5er-Generation waren es innerhalb der letzten beiden Septemberwochen, als das Gerät in Deutschland auf den Markt kam. Längst wollen die Nutzer damit mehr als nur telefonieren oder SMS schreiben. Smartphones mutieren immer mehr zu einer multifunktionalen Fernbedienung, mit der sich fast alle Lebensbereiche steuern lassen. Mit der richtigen App können Patienten beispielsweise ihren Blutzucker messen und die Daten direkt an ihren Arzt übermitteln. Zu Hause haben sie die Möglichkeit, mit ein paar Klicks auf dem Touchpad ihren Stromverbrauch zu regulieren und nebenbei die aktuellsten Nachrichten per Livestream anzuschauen. Laut des Cisco VNI Global Traffic Forecast von Juni 2012 wird sich das weltweit transportierte Datenvolumen bis 2016 vervierfachen. 1,3 Zettabyte – auf diese Zahl folgen 20 Nullen – sollen dann durch die Datenleitungen fließen. Obermann, der noch bis Ende dieses Jahres im Amt ist, möchte also die Datenleitungen deutlich ausbauen, um der Telekom einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Sein Nachfolger, der derzeitige Finanzvorstand Timotheus Höttges, wird diese Strategie voraussichtlich beibehalten. Das Ziel: Bis 2016 möchten Obermann und Höttges 85 Prozent Deutschlands mit sogenannten LTE-Leitungen abdecken, mit denen Downloadraten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich sind. Heute sind bereits 100 deutsche Großstädte damit ausgestattet. Smartphone-Nutzer wissen diesen Service zu schätzen. „Viele Kunden – rund 1,5 Millionen – kommen mittlerweile mit ihrem iPhone von anderen Anbietern zu uns. Auch das zeigt, dass wir mit gutem Netz und attraktiven Datentarifen voll wettbewerbsfähig sind“, sagte Telekom-Chef Obermann, als er die Zahlen zum dritten Quartal verkündete. Dies bestätigt auch die Fachzeitschrift Connect, die beim großen Netztest 2012 feststellte, dass die Telekom in puncto Datenübertragung, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit ihren Konkurrenten überlegen ist.
Cloud-Nutzung nimmt zu
Das Unternehmen punktet nicht nur mit seinen schnellen Leitungen. Die Telekom bietet auch Onlinespeicher an. Das heißt: Nutzer speichern ihre Daten nicht mehr bei sich auf dem Computer, sondern online in einer Cloud. Unternehmen weltweit greifen auf diesen Service zurück. Mitte Januar verkündete die Telekom, dass die Zahl internationaler Cloud-Verträge rasant steige. Bis 2015 möchte sie ihre Umsätze in diesem Geschäftsfeld auf eine Milliarde Euro steigern; bis 2017 soll der Sektor um 17 Prozent wachsen. Doch es könnte noch etwas dauern, bis die Investitionen sich positiv auf das Wachstum des Unternehmens auswirken. Zwar verbuchte die Telekom in den ersten neun Monaten 2012 insgesamt einen bereinigten Gewinn von 13,95 Milliarden Euro vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA). Allerdings liegt der Konzern mit 0,9 Prozent leicht unter dem, was er im gleichen Zeitraum im Vorjahr erwirtschaftet hatte.
Buchverlust in Kauf genommen
Das Ergebnis nach Zinsen, Steuern und Abschreibungen sieht schlechter aus. Der ausgewiesene Gewinn in den ersten neun Monaten 2012 lag bei minus sechs Milliarden Euro. Bei einer telefonischen Konferenz beteuerte Vorstandsvorsitzender Obermann allerdings mehrfach, dass es sich lediglich um einen Verlust in den Büchern handelt. „Das negative Konzernergebnis sagt nichts über die operative Entwicklung des Konzerns aus.“ Der Grund für den Buchverlust sind die USA-Geschäfte der Telekom, die dem Unternehmen bereits seit Anfang 2012 Probleme bereiten. Damals versuchte der Konzern, sein Tochterunternehmen T-Mobile USA an das US-Telekommunikationsunternehmen AT&T zu verkaufen. Insgesamt hätte AT&T dann 40 Prozent des US-Marktes kontrolliert. Diese Machtballung war der Aufsichtsbehörde des US-Justizministeriums zu groß – sie untersagte die Übernahme. Die International Financial Reporting Standards (IFRS), die die Rechnungslegung für Unternehmen bestimmen, schreiben vor, dass die Telekom das Tochterunternehmen als „aufgegebenen Geschäftsbereich“ deklarieren muss. Somit können auf den gesamten Bereich keine Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte vorgenommen werden.
Anfang Oktober 2012 dann schloss sich T-Mobile USA mit dem Telekommunikationsunternehmen MetroPCS zusammen. Für die Bewertung von T-Mobile USA war der Börsenkurs der MetroPCSAktie vor der Bekanntgabe der Vereinbarung maßgeblich. Der Mehrwert, den Telekom-Finanzchef Höttges insgesamt auf sechs bis sieben Milliarden US-Dollar beziffert, durfte das Unternehmen in den Büchern nicht berücksichtigen. Doch die Telekom nahm eine schlechtere Quartalsbilanz in Kauf. „Wir haben im vollen Bewusstsein dieser buchhalterischen Konsequenzen eine zukunftsweisende Entscheidung für unser US-Geschäft getroffen“, erklärte Telekom-Chef Obermann. Dieses Joint Venture könnte die Telekom in den USA voranbringen. Denn: Obwohl MetroPCS nur ein kleiner Anbieter ist, ist er stark im Segment der Prepaid-Telefonie aufgestellt. Pro Monat laden Metro-PCS-Kunden durchschnittlich 40 US-Dollar auf ihr Handy – das ist mehr, als die Telekom mit Vertragskunden in Deutschland erwirtschaftet.

Quelle: onemarkets Magazin HypoVereinsbank, März 2013
Bei Anlegern ist das Unternehmen nach wie vor begehrt. So platzierte die Telekom Ende 2012 eine siebenjährige Anleihe auf dem Bondmarkt und muss dafür lediglich 2 Prozent Zinsen zahlen. Die Ratingagenturen Fitch und Moody’s bewerten den Ausblick des Unternehmens als stabil. Auch viele Analysten stufen die Telekom-Aktie mit „Kaufen“ ein. Bei Aktienanlegern ist die Telekom zudem wegen ihrer hohen Dividendenzahlungen beliebt. Ende vergangenen Jahres kündigte der Konzern an, an seiner Dividende für 2012 festzuhalten. In den darauffolgenden beiden Jahren müssen Anleger mit einer Kürzung auf 0,50 Euro pro Anteil rechnen. Eine gute Entscheidung: Denn Experten waren der Meinung, die Telekom schütte eine zu hohe Dividende aus, die auf Dauer an die Substanz des Unternehmens gehen könnte.
Überproportional profitieren
Für risikobereite Anleger, die auf eine sehr positive Entwicklung des Unternehmens setzen, könnte ein Call Optionsschein auf die Aktie der Deutschen Telekom AG interessant sein. Mit diesem Wertpapier haben Anleger die Chance, überproportional von Kursanstiegen zu profitieren. Im Vergleich zu einem Direktinvestment ist der Einsatz deutlich geringer. Notiert der Basiswert allerdings am finalen Bewertungstag auf oder unterhalb des Basispreises, verfällt der Optionsschein wertlos und es droht ein Totalverlust.
Anleger, die davon ausgehen, dass der Telekom-Aktienkurs moderat steigen oder seitwärts tendieren wird, sollten sich ein Discount Zertifikat auf die Aktie der Deutschen Telekom AG genauer anschauen. Investoren erwerben das Anlage-Zertifikat unter dem Aktienwert. Im Gegenzug für den Abschlag (Discount) nehmen Anleger an einer positiven Kursentwicklung nur bis zum Cap teil. Notiert der Referenzpreis am Bewertungstag über oder auf dem Cap, erhalten Anleger diesen maximalen Rückzahlungsbetrag. Liegt der Referenzpreis unterhalb des Caps, erfolgt die Rückzahlung durch Lieferung von Aktien. Für den Anleger bedeutet das in der Regel einen Verlust. Anleger sollten bedenken, dass Call-Optionsscheine und Discount-Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind. Bei Insolvenz der Emittentin UniCredit Bank AG droht ein Verlust bis hin zum Totalverlust
Weitere Infos unter: www.onemarkets.deBei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
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