Die Gewinnwarnung der Infineon Technologies AG verschreckte Anleger. Doch die Zeichen stehen nicht auf „Verkaufen“, wie viele meinen. Ein genauer Blick lohnt, denn langfristig scheint der Halbleiterkonzern gut positioniert zu sein.
Gute Nachrichten gab es in den vergangenen Wochen bei Infineon selten, weder in Bezug auf die Geschäftszahlen noch hinsichtlich personeller Veränderungen. Am 1. Oktober trat Reinhard Ploss die Nachfolge von Peter Bauer als Vorstandsvorsitzender an. Der musste im Alter von 52 Jahren seinen Posten aufgeben – aus gesundheitlichen Gründen. Der Neue hatte keinen einfachen Start: Nur fünf Tage zuvor gab das Unternehmen eine Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2013 heraus, das bei Infineon bereits am 1. Oktober begann. Die Anleger waren wenig erfreut, der Aktienkurs brach in der Folge um 7 Prozent ein. In seiner Gewinnwarnung prognostiziert der Halbleiterhersteller einen Umsatzrückgang von bis zu 10 Prozent im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013, verglichen mit dem vorhergehenden Quartal. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2012 betrug der Umsatz 990 Millionen Euro, der Überschuss lag bei 82 Millionen Euro. Zudem warnt Infineon vor einer deutlich niedrigeren Gesamtsegmentergebnis-Marge. Im ersten Quartal 2013 werde sie lediglich zwischen 5 und 7 Prozent betragen. Der Zielwert des Unternehmens liegt eigentlich bei einer Marge von 15 Prozent über den Gesamtzyklus hinweg. Analysten von Kepler Capital Markets sehen die Ursache der Gewinnwarnung in der schwächelnden Nachfrage nach Produkten des Geschäftsbereiches Industrial Power Control (IPC), der für die Bereiche Erneuerbare Energien und Antriebstechnik tätig ist. Das Unternehmen kündigte an, dass der Vorstand Maßnahmen definieren werde, um über das erste Quartal des Geschäftsjahres 2013 hinaus die Profitabilität zu verbessern. Wie eine solche Maßnahme aussehen könnte, äußerte Vorstandschef Ploss im September in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Sollte sich die Wirtschaft tatsächlich weiter eintrüben, müssen wir als nächsten Schritt über einen Einstellungsstopp nachdenken.“
Prognose bleibt positiv
Trotz der schlechten Nachrichten: Analysten halten an ihren positiven Prognosen fest und werten die aktuelle Lage als Einstiegsgelegenheit. Kepler Research stuft die Aktie mit „Kaufen“ ein und nennt ein Kursziel von 6,50 Euro. Aktuell steht die Aktie bei 5,83 Euro (Stand: 23. November 2012). Damit bleiben die Analysten in der Tendenz bei ihrer Einschätzung von Anfang Juli und senken lediglich das Kursziel.
Quelle: HypoVereinsbank onemarkets Magazin 11/2012.
Das Hauptrisiko für eine weitere Verschlechterung des Geschäftes von Infineon sehen die Analysten in einer unerwartet starken Abkühlung der Konjunktur. Da beispielsweise der Automobilsektor sinkende Absätze erwartet, kann der Halbleiterkonzern seine innovativen Produkte wie Mikrocontroller, die unter anderem zur Steuerung von Airbags verwendet werden, nicht oft genug verkaufen. Eine höhere Bedeutung messen die Experten jedoch dem Wachstum zu. Nachdem der Konzern in den vergangenen drei Jahren stark umgebaut wurde, argumentieren sie damit, dass Infineon einerseits eine hervorragende Marktposition besitze und andererseits in Zukunftsmärkten aktiv sei. Welche Märkte das sind, erklärte der ehemalige Vorstandsvorsitzende Bauer bei Bekanntgabe der Quartalszahlen Ende Juli: „In den Bereichen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit sind die positiven Trends weiterhin intakt. Daher halten wir an den strategischen Investitionen fest, denn nur so kann Infineon seine Marktführerschaft in Zukunft ausbauen.“
Weltweit steigt der Bedarf nach effizienteren CO2-sparenden Produkten. Die Steigerung der Energieeffizienz spielt deshalb beim Produktdesign der Halbleiterlösungen von Infineon eine entscheidende Rolle. Die Abteilung Power Management & Multimedia (PMM) etwa produziert unter anderem Bauteile für energieeffiziente Serverparks – ein riesiger Markt. Immer mehr Rechenleistung, etwa von Forschungszentren, wird nicht mehr auf den eigenen Servern erbracht, sondern in leistungsstarken externen Serverparks. PMM erzielte im 3. Quartal dieses Jahres einen Umsatz von 233 Millionen Euro. Im Bereich Mobilität sieht sich Infineon als Innovationsmotor und Anbieter von Schlüsselkomponenten für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Die Division Automotive(ATV) stellt Halbleiter für den Einsatz in Elektroautos her. Zum Einsatz kommen die Komponenten beispielsweise beim Antrieb, im Batteriemanagement oder auch bei der Fahrzeugnetzkommunikation. ATV ist der größte Geschäftsbereich von Infineon und erzielte im dritten Quartal 2012 einen Umsatz von 428 Millionen Euro.
Die Abteilung IPC, zuständig für erneuerbare Energien und elektrische Antriebstechnik, liegt mit 177 Millionen Euro hinter dem Autosegment. Sie fertigt beispielsweise Komponenten, die für die Antriebssteuerung von Hochgeschwindigkeitszügen und U- Bahnen eingesetzt werden.
Infineons Halbleiter werden nicht nur in komplexen technischen Geräten verwendet. Viele tragen sie täglich bei sich. Die Division Chip Card & Security (CCS) produziert beispielsweise die Sicherheitschips in den Bankkarten, die bei Europas größtem Pilotprojekt zum kontaktlosen Bezahlen von Bankkunden im Großraum Hannover verwendet werden. Der Sicherheitschip von Infineon ist der weltweit erste, den die deutsche Kreditwirtschaft für die Verwendung in kontaktlosen Bankkarten zugelassen hat. Auch in modernen Personalausweisen stecken Chips von Infineon. CCS erzielte im dritten Quartal 2012 einen Umsatz von 122 Millionen Euro und liegt damit an vierter Stelle.
Vom Produkt zum System
Neben der Ausrichtung auf die Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit kündigte der neue Vorstandsvorsitzende Reinhard Ploss in einem FAZ-Interview im September zudem eine neue strategische Marschrichtung an: „Wir werden den Fokus vom Hardware-Produkt künftig noch entschieden stärker auf Systeme richten.“ Das bedeute jedoch nicht, dass Infineon in das Systemgeschäft einsteige. „Es geht darum, nicht mehr nur in Einzelprodukten zu denken, sondern mehr in Systemen – und dafür die richtigen Lösungen zu liefern“, so der Vorstandsvorsitzende weiter. „Das erfordert Nähe zum Kunden und ein klares Bild von dem, was er will und wohin er will.“ Mit dem Fokus auf den Anwendungen beim Kunden möchte sich Infineon vom Wettbewerb absetzen. Gemeinsam mit der Ausrichtung auf die globalen Megatrends bieten sich Infineon so langfristig gute Wachstumschancen – trotz der aktuell vorherrschenden schlechten Nachrichten. Auch der ehemalige Vorstandschef Peter Bauer blickte im FAZ-Interview optimistisch in die Zukunft: „Zwar läuft die Autokonjunktur in Europa schlechter. Aber die Branche und damit unser Absatz in diesem für uns mit Abstand wichtigsten Geschäft leben vom immer noch beachtlichen Wachstum in Staaten wie China, Russland, Brasilien und den Schwellenländern. Ich sehe keinen Sog nach unten.“
Für Anleger, die davon ausgehen, dass die Aktie der Infineon Technologies AG in den kommenden Monaten das heutige Niveau hält oder moderat steigt, kann eine Aktienanleihe Protect auf die Aktie der Infineon Technologies AG ein passendes Produkt sein. Unabhängig von der Entwicklung des Basiswertes wird ein meist attraktiver Zinssatz ausbezahlt. Notiert der Kurs am finalen Bewertungstag auf oder über einer Sicherheitsschwelle von beispielsweise 70 Prozent des Referenzpreises, erhalten Anleger 100 Prozent des Nominalbetrages am Ende der Laufzeit zurück. Liegt der Kurs darunter, erfolgt die Rückzahlung durch die Lieferung einer zuvor festgelegten Stückzahl von Aktien. Verluste sind möglich. Für spekulativ orientierte Anleger, die auf einen deutlichen Aktienkursanstieg des Halbleiterherstellers in den kommenden neun Monaten setzen wollen, könnte sich ein Call-Optionsschein eignen. Damit hätten Anleger die Chance, bis zum Ende der Laufzeit überproportional von Kursgewinnen zu profitieren, da sie mit einem im Vergleich zu einem Direktinvestment deutlich geringeren Kapitaleinsatz einsteigen. Geht die Strategie allerdings nicht auf und notiert die Aktie am Fälligkeitstag auf oder unter dem Basispreis des Call-Optionsscheins verfällt der Optionsschein wertlos und es droht ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Anleger sollten bedenken, dass Aktienanleihen und Optionsscheine Inhaberschuldverschreibungen sind. Bei einer Insolvenz der Emittentin droht ein Verlust bis hin zum Totalverlust.
Weitere Informationen: www.onemarkets.de
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