Die Kapitalmärkte in dieser Woche
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Der Hurrikan Sandy hat zwar die US-Börsen für zwei Handelstage lahmgelegt und auch den US-Wahlkampf beeinflusst. In Europa stand das Geschehen an den Aktienmärkten diese Woche dennoch ganz im Zeichen der Berichtssaison. In Summe lagen die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Euro-Stoxx-50-Konzerne leicht unter dem Konsens. Gewinnrückgänge vermeldeten vor allem Automobiltitel. Auch Chemie- und Telekomwerte zeigten angesichts der Konjunkturschwäche erste Ermüdungs-erscheinungen. |
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Werner Bader, LBBW |
Während bei den Versicherern Ergebnisverbesserungen zu verzeichnen waren, wurde die Erholung der Bankengewinne durch eine steigende
Risikovorsorge konterkariert. Dass die Zeiten härter geworden sind, zeigten die Aussagen über die zukünftigen Perspektiven: Die Mehrzahl der Unternehmensausblicke war von Zurückhaltung und Vorsicht geprägt. Umso positiver wurden die ermutigenden Signale für die Weltwirtschaft aus den wichtigsten Schwellenländern Asiens von den Märkten aufgenommen. So legte der chinesische Einkaufsmanagerindex im Vormonatsvergleich um 0,4 Punkte auf 50,2 Zähler zu und kletterte damit erstmals seit drei Monaten wieder über die wichtige Expansionsschwelle. Aufwärts ging es darüber hinaus in Indien, wo der HSBC-Einkaufmanagerindex um 0,1 Punkte auf 52,9 Zähler stieg. Auftrieb bekamen die Börsen auch aus Spanien, wo sich die Wirtschaft besser als erwartet entwickelt hat. Nicht zuletzt beflügelten eine Reihe zahlreicher positiver US-Konjunkturdaten wie etwa die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen der privaten Arbeitsvermittlung ADP oder der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe die Märkte. Mit einer deutlichen Trendwende an den Börsen in den nächsten Wochen rechnen wir dennoch nicht. Zu groß sind die Unwägbarkeiten an den Finanzmärkten. Dazu gehören sicherlich kürzerfristig der ungewisse Ausgang der US-Wahlen und die Frage, ob Amerika den Sturz von der „Fiskalklippe“ in die Rezession verhindern kann. Unsicher bleibt auch, ob an Griechenland die nächste Kredittranche zur Abwendung des Staatsbankrotts ausgezahlt wird. „Abwarten und Tee trinken“ lautet deshalb unsere Empfehlung für die dunkle Jahreszeit.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 02.11.2012
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