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15.10.12, 11:40

HypoVereinsbank onemarkets: Wie die Rendite abheben kann

Wie die Rendite abheben kann


 

Egal ob es auf- oder abwärts geht – mit der richtigen Ausstattung können informierte Anleger die Marktphasen gewinnbringend nutzen. Hebelprodukte können Renditen in ungekannte Höhen bringen und das Depot intelligent absichern.

„Zuerst gehen, dann fliegen“, grinst Knut Miesner. Das sehe er als ganz logische Entwicklung, so der Fluglehrer der Bayerischen Drachen- und Gleitschirmschule. Mit der richtigen Ausrüstung und Training könne fast jeder das Paragliden erlernen und dann von hoch oben die Landschaft bestaunen. Spaß ist der Ansporn hinter vielen anspruchsvollen Hobbys. Das Risiko müssen die Beteiligten dabei immer im Blick haben. Ein bisschen Nervenkitzel gehört für viele passionierte Sportler dazu. Dass Paragliden, Tauchen oder Segeln auf hoher See damit nicht für jeden geeignet sind, versteht sich fast von selbst.

 

Den Horizont erweitern

Das Grundprinzip solcher Sportarten mit erhöhtem Risiko lässt sich gut in die Welt der Geldanlage übertragen: Mit Hebelprodukten können Anleger ihren potenziellen Gewinn vervielfachen– allerdings gehen sie zugleich höhere finanzielle Risiken ein. Damit liegt auf der Hand, dass Anleger sich erst einiges Know-how erarbeiten sollten, bevor sie sich entscheiden, riskantere Investments einzugehen. Für alle anderen Anleger gilt: Wer sich über das Risiko bewusst ist, seine Entscheidungen mit Bedacht trifft und Spaß daran hat, sich näher mit den Finanzmärkten zu beschäftigen, kann mit spekulativen Anlageformen seinen Investmenthorizont erweitern.

Gerade in der aktuellen Situation, in der mittel- bis langfristige Trends sehr schwer abzusehen sind, verlagern sich viele findige Anleger auf die kurze Frist. Die Unsicherheit im Markt ist groß, der DAX® tendierte in jüngster Zeit zwar aufwärts, aber das muss nicht so bleiben. Der VDAX®, der die erwarteten Schwankungen des DAX® wiedergibt, schlug in den vergangenen zwölf Monaten mehrmals nach oben aus. Für Marktphasen, in denen kurzfristig höhere Renditen erziel werden sollen, eignen sich zum Beispiel „Hebelprodukte“. Der besondere Reiz: Oftmals reichen bereits wenige Euro aus, um einzusteigen und eine geringe Bewegung einer Aktie oder eines Index in die gewünschte Richtung auszunutzen und so zweistellige Gewinne zu erzielen. Allerdings bedeutet das ein entsprechendes Risiko: Entwickelt sich der Basiswert in die falsche Richtung, kommt es schnell zu hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust. Hebelpapiere eignen sich somit vor allem für erfahrene, spekulativ orientierte Anleger.

Der Oberbegriff Hebelprodukte umfasst häufig klassische Optionsscheine, die neuen Faktor-Zertifikate, die dank eines konstanten Hebels besonders transparent sind, sowie Knock-out-Produkte. In die letztgenannte Kategorie fallen wiederum Mini-Futures, Turbo-Optionsscheine und Open-End-Turbo-Optionsscheine. Jede Produktstruktur bietet unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten für den Anleger: von starken Hebelwirkungen bis hin zu Stop-Loss-Vorrichtungen reichen die besonderen Features.

Allen Hebelproduktgattungen ist gemein, dass Anleger mit ihnen entweder auf steigende (sogenannte Long- oder auch Bull-Produkte) oder auf fallende Kurse des Basiswertes (je nach Struktur mit sogenannten Short- oder Bear-Produkten) setzen können. Von Einzelaktien bis hin zu Indizes ist die Auswahl groß. Geht die Strategie auf, können Anleger wie beim Paragliden die Thermik ausnutzen und die Erträge in die Höhe schrauben – oder wie beim Tauchen von Abwärtsströmungen profitieren.

Durch die besondere Möglichkeit, auch bei fallenden Kursen positive Renditen zu erzielen, bieten Hebelprodukte noch weitere Vorteile. Hält der Anleger etwa auf einen bestimmten Basiswert ein umfangreicheres Long-Investment, so kann er dieses mit dem Kauf eines Hebelproduktes zu vergleichsweise geringen Kosten teilweise absichern. Dank der Hebelwirkung reicht dafür oftmals ein relativ kleiner Kapitaleinsatz.

 

Geübte Trader gehen gezielt vor

Dass erfahrene und informierte Anleger diese Zusammenhänge gezielt nutzen, zeigt eine Studie des Instituts für Zertifikateanalyse (IZA), die den Einsatz von Short-Produkten im Krisenjahr 2008 untersucht hat. Ein Ergebnis: Das Umsatzniveau von Short-Produkten auf den DAX® ist positiv korreliert mit der Entwicklung des VDAX®. Konkret heißt das: Steigt die Volatilität im Markt, so steigen auch die Handelsumsätze für Short-Produkte. „Optionsscheine und Turbo-Zertifikate werden offensichtlich auf die gleiche Art und für den gleichen Zweck eingesetzt“, so die Studie. Grundsätzlich lasse sich darauf schließen, dass das Anlegerverhalten in der turbulenten Marktphase 2008 ausgesprochen kalkuliert und diszipliniert gewesen sei. „Der Anleger nutzt also gezielt volatile Phasen im Markt, um mit gehebelten Produkten exponentiell an den Marktbewegungen zu partizipieren“, so die Studie weiter. Fazit: „Mit diesem Verhaltensmuster hat der Anleger eine Situation geschaffen, in der er auch in einem ‚schlechten‘ Börsenjahr wie 2008 einen positiven absoluten Ertrag auf sein Vermögen erwirtschaften konnte.“

Wie bei den meisten strukturierten Anlageprodukten ist in Deutschland auch bei Hebelprodukten insbesondere der DAX® als Basiswert beliebt. Tatsächlich sind DAX®-Produkte oftmals ein sinnvoller Einstieg, zum Beispiel in die große Bandbreite der Hebelprodukte. Denn die verschiedenen Strukturen auf den deutschen Leitindex lassen sich gut in ihrer Funktionsweise vergleichen. Zur Diversifizierung können weitere Branchen- und Länderindizes dienen. Ein Produktvergleich, wie in der Tabelle dargestellt, ist sinnvoll, um die Unterschiede der Hebelproduktvarianten zu verstehen. So zeigt die Übersicht, dass die Entwicklung des Basiswertes maßgeblichen Einfluss auf den Wert des Hebelproduktes hat. Je nach Hebelprodukttyp kommen noch andere Parameter hinzu. Im Extremfall kann das Produkt von einem Moment auf den anderen wertlos werden, etwa bei Knock-out-Produkten, weil eine Schwelle gerissen wurde. Auch die Volatilitätserwartungen der Marktteilnehmer können bei einigen Hebelprodukten die Preisbildung beeinflussen.

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets Magazin Oktober 2012.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Quelle: HypoVereinsbank onemarkets Magazin Oktober 2012.

Täglich die volle Hebelwirkung

Faktor-Zertifikate haben den Vorteil, dass sie sich flexibel für steigende wie fallende Märkte eignen und dabei vergleichsweise einfach konstruiert sind. Sie orientieren sich an der Entwicklung eines Basiswertes – beispielsweise des DAX® –, allerdings nicht im Verhältnis 1:1, sondern 1:2 oder auch 1:4. Sie können also die Kursbewegungen beispielsweise verdoppeln oder vervierfachen. Somit können Anleger, die von einem Anstieg des DAX® überzeugt sind, ihre Ertragschance um den entsprechenden Faktor hebeln, der Hebel bleibt dabei konstant. Das funktioniert sowohl bei länger anhaltenden Aufwärtstrends als auch bei untertägigen Bewegungen. Neben der Variante für steigende Kurse (Long) gibt es Faktor-Zertifikate für fallende Notierungen (Short). Der Beispielfall eines Faktor-Zertifikats ShortDAX® x4 (Total Return) EUR macht das Prinzip deutlich: Fällt der DAX® an einem Tag um 10 Prozent gegenüber dem Vortagesschlusskurs, so steigt der Wert des Zertifikates um 40 Prozent (Faktor –4). Steigt der DAX® hingegen im Vergleich zum Schlusskurs am Vortag um 10 Prozent, so büßt das Zertifikat 40 Prozent ein. Eine Laufzeitbegrenzung gibt es dabei nicht. Ein Faktor-Zertifikat spiegelt somit dauerhaft die Entwicklung des Basiswertes wider – verstärkt durch den festgelegten Faktor. Besonders beliebt sind Aktienindizes als Basiswerte.

 

Kleiner Einsatz, große Wirkung

Eine weitere Hebelproduktkategorie stellen Optionsscheine dar. Auch sie eröffnen die Chance, gehebelt von fallenden wie von steigenden Kursen zu profitieren: Ersteres gelingt mit Puts, Zweiteres mit Calls. Generell sind Optionsscheine eher für die kurze bis mittlere Frist geeignet, denn ihre Laufzeit ist begrenzt. Beim Stichwort Laufzeit sollten Anleger zudem darauf achten, ob sie ein Produkt mit amerikanischer oder europäischer Ausübungsweise des Optionsrechts erwerben. Der Unterschied: Bei einer amerikanischen Option ist die Ausübung während der Laufzeit möglich, bei einer europäischen nur am Laufzeitende. Beide Typen können jedoch börsentäglich ge- und verkauft werden. Ein Call-Optionsschein sichert dem Käufer das Recht, von der Emittentin zu einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Zeitspanne) oder in einer bestimmten Zeitspanne (amerikanische Ausübung) den Basiswert zu einem vereinbarten Preis (Basispreis) zu beziehen. Das lohnt sich, wenn die Kurse bis zu diesem Tag gestiegen sind. Ein Put-Optionsschein hingegen sichert den Verkauf zu einem bestimmten Preis zu – das zahlt sich aus, wenn die Kurse gefallen sind und der Anleger zu einem besseren Preis verkaufen kann. Das Bezugsverhältnis eines Optionsscheins beträgt häufig weniger als 1, beispielsweise 0,1. Das bedeutet: Um eine Einheit des Basiswertes zu beziehen, sind zehn Optionsscheine nötig. Oder anders gesagt: Ein Optionsschein entspricht einem Zehntel einer Basiswert-Einheit. Ein Beispiel: Der Anleger erwirbt für zehn Euro einen Call mit einer Laufzeit von einem Jahr und einem Bezugsverhältnis von 1. Der Basispreis entspricht dem Kurs des Basiswertes und liegt bei 100 Euro. Notiert der Basiswert am Ausübungstag auf oder unter 100 Euro, so verfällt die Kaufoption wertlos. Steigt der Kurs hingegen, kann der Anleger die Option ausüben. Sein Ertrag ist die Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Kurs, dies entspricht dem sogenannten inneren Wert des Scheins. Da der Kaufpreis 10 Euro betrug, ist klar: Erst wenn der Basiswert über 110 Euro steigt, zahlt es sich für den Anleger aus. Ab dann setzt die Hebelwirkung ein: Bei einem Basiswertkurs von 120 Euro beträgt der Wert der Option bereits 20 Euro und somit 100 Prozent mehr als der Kaufpreis. Unter Berücksichtigung der Restlaufzeit wird die Wertermittlung komplexer. Grob gilt: Ziehen Anleger den inneren Wert des Optionsscheins vom Kaufpreis ab, so ergibt sich der Zeitwert. Zu beachten ist: Auf den Zeitwert und somit den Preis der Option haben die Volatilitätserwartungen sowie die Laufzeit Einfluss. Dabei gilt vereinfacht: Je höher die erwartete Volatilität, umso höher ist das Aufgeld und damit umso teurer der Optionsschein. Mit den genauen Zusammenhängen sollten sich Anleger vor dem Investment beschäftigen.

Bei einer weiteren Produktgruppe spielt die implizite Volatilität keine oder eine geringere Rolle: bei Knock-out-Produkten. Sie sind durch eine Barriere gekennzeichnet. Reißt der Basiswert diese Schwelle, endet die Laufzeit umgehend. Wird die Barriere bei einem Bull-Papier, mit dem Anleger auf steigende Kurse setzen, unterschritten, kommt es zum Knock-out. Bei einem Bear-Papier, mit dem Anleger auf fallende Kurse spekulieren, darf die kritische Schwelle vom Basiswertkurs hingegen nicht überschritten werden. Der Hebel bei Knockout-Produkten entsteht dadurch, dass Anleger nur einen geringen Anteil zum Kauf des Basiswertes beitragen. Den Rest übernimmt die Emittentin. Je geringer der Investmentanteil des Anlegers, umso höher der Hebel – und: umso höher das Verlustrisiko.

 

Den Turbo einlegen

Turbo-Optionsscheine ähneln zunächst normalen Optionsscheinen. Entscheidender Unterschied ist die bereits beschriebene Knock-out-Barriere, die dem Basispreis entspricht und fest definiert ist. Wird diese während der festgelegten Laufzeit verletzt, verfällt der Turbo wertlos. Dadurch sind Turbos lineare Produkte und somit einfacher nachzuvollziehen als Optionsscheine. Anleger müssen beim Kauf nicht direkt die gesamte Kontraktsumme zahlen, sondern nur eine Sicherheit hinterlegen. Ist diese Sicherheitssumme aufgebraucht, weil sich der Markt anders entwickelt hat als erwartet, so reißt die Knock-out-Schwelle und der Turbo-Optionsschein verfällt wertlos. Eine Nachschusspflicht besteht für den Anleger nicht. Die Emittentin sichert ihre Finanzierungskosten über ein Aufgeld ab. Anleger, die dauerhaft den Turbo einschalten wollen, können die Variante ohne Laufzeitbegrenzung wählen: Open-End-Turbos haben anders als die klassischen Turbos keine festgelegte Laufzeit. Auch hier entspricht die Knock-out-Barriere dem Basispreis. Allerdings wird diese Schwelle regelmäßig angepasst.

 

Mit Stop-Loss: Mini-Futures

Mini-Futures haben ebenfalls keine Laufzeitbegrenzung. Auch hier steht Bear für Produkte auf fallende Kurse und Bull für Investments in steigende Kurse. Der Unterschied zu klassischen Turbo-Papieren: Basispreis und Knock-out-Barriere sind nicht identisch und werden regelmäßig angepasst. Vielmehr ist die Knock-out-Barriere eine vorgelagerte Stop-Loss-Schwelle. Sie liegt also bei Bull-Mini-Futures oberhalb des Basispreises, bei Bear-Mini-Futures darunter. Erreicht der Basiswert die Knock-out-Barriere, so verfällt der Mini-Future – allerdings mit Restwert, den der Anleger gutgeschrieben bekommt. Somit mindert die Stop-Loss-Schwelle das Risiko eines Totalverlustes und schaltet den Einfluss der Volatilität aus.

 

Für alle Produkte gilt: Es handelt sich um Inhaberschuldverschreibungen. Bei einer Insolvenz der UniCredit Bank AG droht ein Verlust bis hin zum Totalverlust. Welches Hebelprodukt für seine Ziele geeignet ist, sollte jeder Anleger durch genaues Studium der Hebelwirkung und Preisbildung ermitteln. Wer sich sicher fühlt und Risiken nicht scheut, der kann mit Hebelprodukten seine Erträge in bisher ungekannte Höhen treiben.

 

Weitere Infos unter: www.onemarkets.de

 

Kommentator: Dominik Auricht, Experte für Anlage- und Hebelprodukte HypoVereinsbank onemarkets

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