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WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung Uneinigkeit schürt Unsicherheit Uneinigkeit wohin man schaut: Die Gemeinschaftsdiagnose der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute wirkte diesmal alles andere als gemeinschaftlich. Bei ihrem am Donnerstag vorgestellten Herbstgutachten machten die Ökonomen keinen Hehl daraus, dass sie sich partout nicht einigen konnten. Während die einen - namentlich das RWI und IWH-Institut - empfehlen, zur Lösung der Euroland- Krise einen Schuldentilgungspakt einzuführen, schütteln die anderen nur mit dem Kopf. IfW und Ifo pochen dagegen auf eine Insolvenzordnung für kriselnde Staaten. Einmütigkeit herrscht jedoch, wenn es um die Kritik am Vorgehen der Europäischen Zentralbank geht. Die Experten warnten, dass durch die geplanten Staatsanleihekäufe auf mittlere Sicht das Inflationsrisiko steige und die Glaubwürdigkeit der Notenbank in Gefahr sei. Gleichzeitig rechnen die Volkswirte damit, dass es der heimischen Wirtschaft 2013 an Dynamik fehlen wird mit einem Wachstum von lediglich 1 Prozent. Damit wurde die Prognose im Vergleich zum Frühjahrsgutachten kurzerhand halbiert. Die Fetzen fliegen überdies zwischen Finanzminister Wolfgang Schäuble und IWF-Chefin Christine Lagarde. Letztere hatte die nominalen Sparziele für Schuldenstaaten in Frage gestellt, denn der Sparkurs bremst die Wirtschaft in der Eurozone viel stärker als zunächst gedacht. Sie sprach sich daher auch für mehr Zeit für Griechenland aus, um die Defizitziele zu erreichen - sehr zum Missfallen Schäubles. Derlei Querelen tragen sicherlich nicht dazu bei, dass sich die Laune unter den Marktteilnehmern hebt und das Vertrauen in die Politik und ihre Fähigkeit zur Lösung der Euro-Krise zurückkehrt. Kein Wunder, dass eine aktuelle Privatanlegerumfrage so viele Pessimisten wie zuletzt vor 11 Jahren zutage förderte. Nur 14 Prozent der Befragten rechneten noch mit steigenden Aktienkursen innerhalb der kommenden sechs Monate. Unterdessen sind auch die institutionellen Investoren immer noch sehr skeptisch gestimmt. Laut einer Erhebung von State Street halten 71 Prozent der Akteure eine neuerliche Katastrophe vom Ausmaß der Lehman-Pleite für wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich. Weiterhin schlägt sich der DAX trotz aller Schwarzmalereien einigermaßen wacker. Die wichtige Unterstützungsmarke, die nun den positiven Ausblick schützt, liegt jetzt bei 7.150/70. Hierunter könnten sich erste Korrekturen entfalten, die aber spätestens rund um die 6.990/7.000er Marke auf gute Nachfrage treffen sollte. Unterdessen hat sich der Widerstand bei 7.385 verbessert, während das Potenzial weiterhin bis 7.480/510 reicht. Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit. |
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