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Erwartete Kältewelle lässt US-Erdgas in die Höhe schnellen In Erwartung der ersten diesjährigen Kältewelle im Mittleren Westen der USA konnte Erdgas (Henry Hub) in den letzten Tagen stark zulegen. Sollten die Temperaturen in den kommenden 10 Tagen wider Erwarten nicht deutlich zurückgehen und den Heizbedarf ankurbeln ist mit einer Korrektur zu rechnen. Zuletzt gestiegene Lagerbestände widersprechen den jüngsten Kursanstiegen. In 48 der 50 US-Bundesstaaten war der letzte Winter der viertwärmste seit Beginn der Datenerfassung. Entsprechend sank die Nachfrage nach Brennstoffen wie Erdgas, welche hauptsächlich zur Gebäudeheizung und Stromerzeugung genutzt werden. Ein Überangebot ließ die Lagerbestände anschwellen und den Erdgaspreis auf ein 10-Jahrestief von unter 2 US-Dollar je mmBtu (millionmetric British thermal unit) im April dieses Jahres fallen. Seit dem zogen mehr und mehr Versorgerunternehmen Erdgas als Alternative zur teuren Kohle in Betracht. Dieser anfängliche Nachfrageschub beendete den Preisverfall und Erdgaspreis konnte auf über 3 US-Dollar je mmBtu ansteigen. Die jüngste Preisspitze auf bis zu 3,5 US-Dollar je mmBtu wurde vor allem durch Berichte ausgelöst, dass die erste Kältewelle im Mittleren Westen der USA bevorstehe. In den kommenden zehn Tagen sollen die Temperaturen auf ein unterdurchschnittliches Niveau abfallen. Die landesweite Erdgasnachfrage könnte deshalb in den kommenden Tagen stark über dem historischen Schnitt liegen. Diese Preisspitze in Antizipation sinkender Temperaturen dürfte durch die Fundamentaldaten erst noch bestätigt werden. Erst letzte Woche gab das US-Energieministerium bekannt, dass die Erdgaslagerbestände in der Woche vom 21. September um 80 Bcf (billion cubic feet) auf 3.576 Bcf angestiegen sind. Dieser Wert liegt 8,6% über dem 5-Jahresschnitt und 9% über dem Niveau für dieselbe Periode letzten Jahres. Sprich, angebotsseitig dürfte der aktuelle Preisschub nicht gestützt sein. Hinzu kommt, dass sich der Preisvorteil des Erdgases gegenüber dem Substitut Kohle mittlerweile umgekehrt hat. Der Kohlepreis ist zuletzt auf 52 US-Dollar pro Tonne gesunken. Dies entspricht einem Gaspreis-Äquivalent von 2,03 US-Dollar je mmBtu. Selbst unter Berücksichtigung der Transportkosten für Kohle - laut Energiehändlern müsse man je nach Region etwa 1 US-Dollar je mmBtu addieren - ist es für Versorger bei den aktuellen Gaspreisen günstiger mit Kohle zu heizen. Eine mögliche Rückkehr zu Kohle zur Stromerzeugung kann tatsächlich bereits beobachtet werden. Je stärker der Gaspreis steigt, desto stärker könnte sich dieser Trend fortsetzen und die Nachfrage nach Erdgas mittelfristig bremsen. Je nachdem wie stark die erwartete Kältewelle im Mittleren Westen ausfällt, könnte der Erdgaspreis kurzfristig unterstützt durch die Eindeckung von Leeverkäufen weiter ansteigen. Aufmerksame Händler könnten an einer solchen Bewegung partizipieren. Langfristig orientierte Investoren sollten bei ihren Anlageentscheidungen jedoch berücksichtigen, dass die Fundamentaldaten deutlich höhere Notierungen aktuell nicht stützen und es mittelfristig bis langfristig durchaus zu einer Korrektur kommen kann. Auch bilden vergangene Wertentwicklungen keinen Indikator für die Zukunft. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass, wie aus diesen Ausführungen deutlich wird, die Entwicklung des Erdgaspreises von einer Vielzahl wirtschaftlicher und politischer Faktoren abhängt, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten. Index-Zertifikat auf Vontobel Natural-Gas-Strategy Index
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