Die Kapitalmärkte in dieser Woche
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Das dritte Quartal brachte den Aktienbörsen eine ausgeprägte Haussebewegung. Mit einem Plus von rund 1 000 Punkten gehört es zu den besten Vierteljahren der DAX Geschichte. Wer diese Entwicklung prognostiziert hätte, wäre wohl als realitätsferner unverbesserlicher Dauerbulle eingestuft worden. Im Juni hatten die Börsenbären scheinbar alle Argumente auf ihrer Seite, die Risikoaversion Hochkonjunktur. Aber genau diese verbreitete tief pessimistische Haltung war wohl der fruchtbare Boden, aus dem sich die Kursrallye Woche für Woche speiste. |
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Werner Bader, LBBW |
An den Rahmenbedingungen hat sich indes nicht so viel geändert. Die europäische Schuldenkrise köchelt nach den EZB-Beschlüssen zum unbegrenzten Staatsanleihekauf zwar auf etwas niedriger Stufe, bereinigt ist sie aber noch lange nicht und kann jederzeit wieder hochkochen. Und die konjunkturelle Situation der Weltwirtschaft hat sich seitdem eher noch etwas eingetrübt. Weder in China noch in den USA und schon gar nicht in Europa sind konkrete und vor allem nachhaltige Hinweise auf eine schnelle Verbesserung der momentan etwas lahmenden Wirtschaft erkennbar. Zu teuer sind die Märkte auf dem jetzigen höheren Kursniveau gleichwohl nicht. Die Bewertungsrelationen bewegen sich in moderaten Bahnen und erscheinen angemessen. So ist die Rallye der vergangenen Monate wohl in erster Linie interpretierbar als eine liquiditätsgetriebene und fundamental gerechtfertigte Gegenreaktion auf zuvor übertrieben stark gefallene Notierungen. Vor diesem Hintergrund könnte sich der DAX im vierten Quartal bei weitgehend unveränderter Nachrichtenlage durchaus auf dem höheren Kursniveau behaupten oder sogar noch etwas zulegen. Erneute Höhenflüge wie im abgelaufenen Vierteljahr sollten aber nicht erwartet werden.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 28.09.2012
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