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Palladium stürzt nach Streikende ab
Nach einer Einigung zwischen Lonmin, dem Betreiber der weltweit drittgrößten Platin Mine Marikana in Südafrika, und den Minenarbeitern letzte Woche nehmen diese wieder ihre Arbeit auf. Da Südafrika ein Top-Produzent von Platin (75% der Weltproduktion) und von Palladium (40% der Weltproduktion) ist, haben Arbeitskämpfe in der Regel einen hohen Einfluss auf die Preisentwicklung der beiden Metalle. Durch das Streikende erlebt Palladium seinen größten Tagesverlust seit sechs Monaten. Unterstützt durch den gewaltsamen sich regional ausbreitenden Streik, im Zuge dessen 45 Menschen ihr Leben ließen, konnte Palladium wie Platin große Kursgewinne verzeichnen. Seit Mitte August stieg der Palladium Preis von etwa 580 US-Dollar je Unze auf knapp 700 US-Dollar je Unze am 14. September. Ein Anstieg von über 20% in etwa einem Monat, der sich in ähnlicher Dimension im Platinpreis wiederholte. Seit Mitte September befanden sich beide Metalle, die häufig zusammen vorgefunden und abgebaut werden, in einer leichten Korrekturphase. Am Montag stürzte Palladium dann über 4% auf etwa 641 US-Dollar je Unze in die Tiefe während Platin nur moderat korrigierte. Nachdem die Produktion in der Marikana Mine, die 10% der Weltgesamtproduktion ausmacht, allmählich hochgefahren wird und die Risiken auf der Angebotsseite wieder zurückgehen kommt es zu Gewinnmitnahmen. Doch warum stürzte Palladium so stark ab, während Platin um nicht einmal 1% nachgab? Rohstoffhändlern zufolge liegt das an dem deutlich kleineren und illiquider gehandelten Palladiummarkt. Palladium sei deshalb volatiler und anfälliger für solche Abverkäufe. Platin und Palladium werden nicht nur oft zusammen abgebaut (Vorkommen enthalten häufigzudem Rhodium) sondern finden zudem eine ähnliche Anwendung in der Industrie. Beide sind wichtige Komponenten für Katalysatoren. Bedingt durch die schwache Weltwirtschaft ist die Nachfrage hier allerdings schwach, weshalb davon ausgegangen wird, dass die Produktion der Metalle dieses Jahr die Nachfrage übersteigen wird. Große Preissprünge sind daher wegen dem aktuell schwachen makroökonomischen Umfeld unwahrscheinlich. Branchenexperten weisen jedoch darauf hin, dass zwar der Arbeitskampf in der Marikana-Mine beendet wurde, in vielen anderen Ecken des Landes aber immer noch zahlreiche Konflikte schwelen. Diese könnten ebenso eskalieren wie zuvor in der Marikana-Mine, sollten die Minenbetreiber keine Kompromissbereitschaft zeigen. Dieses latente Angebotsrisiko wird der Markt wahrscheinlich weiterhin einpreisen. Trotz schwacher Weltwirtschaft sind Kurssprünge in den Platin wie Palladium somit nicht auszuschließen. Sollte erneut eine große Mine in Südafrika die Produktion für Wochen einstellen müssen oder die Streikwelle landesweit wider Erwarten erneut an Fahrt gewinnen, könnten die Preise die Jahreshochs in Angriff nehmen. Trader sollten in jedem Fall die aktuelle Nachrichtenlage aufmerksam verfolgen um von etwaigen Unterbrechungen der Produktion im Top-Produzentenland Südafrika profitieren zu können. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass, wie aus diesen Ausführungen deutlich wird, die Entwicklung des Palladiumpreises von einer Vielzahl wirtschaftlicher und politischer Faktoren abhängt, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten. Ferner stellen vergangene Wertentwicklungen keinen Indikator für die Zukunft dar. Call Turbo-Optionsschein Open End auf Palladium (Troy Ounce)
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