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Lesen Sie jetzt den Vontobel Marktkommentar September 2012: Und wieder führen alle Wege nach Rom
In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig den aktuellen Marktkommentar des Chefstrategen der Vontobel-Gruppe, Herrn Christophe Bernard, vor. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre. Und wieder führen alle Wege nach Rom Rom war einst das politische, geografische und wirtschaftliche Zentrum der alten Welt. Das heutige Italien hat zwar viel von diesem Glanz eingebüßt, doch das Land nimmt nach wie vor eine wichtige Stellung im europäischen Gefüge ein. Man könnte sogar sagen, dass der Weg zur Lösung der europäischen Schuldenkrise gewissermaßen über Rom führt. Zu behaupten, die Zinssätze in Spanien und Italien seien der wirtschaftlichen Entwicklung nicht förderlich, wäre eine Untertreibung. Im Gegenteil: Angesichts der Konjunkturlage in diesen Ländern muss man das Zinsniveau als restriktiv bezeichnen. Eine Folge davon ist, dass die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Wirkung nicht entfalten kann, eine Tatsache, die auch vom Zentralbankpräsidenten, Mario Draghi, nicht bestritten wird. Grund dafür ist das fehlende Vertrauen der Investoren in die Zukunft des Euro und in die Fähigkeit Spaniens und Italiens, wieder ein nachhaltiges Verschuldungsniveau zu erreichen. In enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) entwickelt die EZB einen Plan zur Intervention auf den Anleihenmärkten von Unterstützung suchenden Ländern. Als Vorbedingung für eine Intervention der EZB werden diese Länder bestimmte Auflagen, die in einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) festgehalten sind, zu erfüllen haben. Des Weiteren ließ die EZB verlauten, sie plane, das Problem der Vorrangigkeit angekaufter Anleihen anzugehen - für die Anleger ein wichtiges Anliegen. In jedem Fall sind noch viele offene Fragen zu klären, bevor die Marktteilnehmer den Glauben an eine Lösung der Schuldenkrise wiederfinden. Schlimmer noch, es erwarten uns möglicherweise einige negative Überraschungen, die den Prozess aus der Bahn werfen könnten. So wird das Bundesverfassungsgericht voraussichtlich morgen seine Entscheidung bekannt geben, ob der europäische Rettungsfonds überhaupt verfassungskonform ist. Am gleichen Tag finden in den Niederlanden Parlamentswahlen statt. Und schließlich hängt die Ungewissheit über das Schuldenabbauprogramm Griechenlands wie ein Damoklesschwert über den Märkten. Fundamentale Probleme jetzt lösen Trotz aller Probleme könnten die jüngsten Maßnahmen der europäischen Behörden das Schlüsselereignis darstellen, auf das die Märkte so lange gewartet haben. Zum ersten Mal seit Ausbruch der Schuldenkrise in der Eurozone Ende 2009 haben die Behörden möglicherweise genug Zeit gewonnen, um die fundamentalen Fragen anzugehen, die im Raum stehen, z.B. eine gemeinsame Bankenaufsicht, Budget-Kontrolle, strukturelle Reformen oder eine vertiefte politische Union. Christophe Bernard Chefstratege Vontobel-Gruppe Marktkommentar PDF Download auf www.vontobel-zertifikate.de.
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