Die Kapitalmärkte in dieser Woche
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Nach tagelanger Lethargie vor der mit Spannung erwarteten EZB-Sitzung, kam zum Wochenschluss endlich wieder Bewegung in die Aktienmärkte. Weltweit quittierten die Anleger das von „Super-Mario“ angekündigte EZB-Anleihekaufprogramm mit einem regelrechten Kursfeuerwerk. Das Kaufprogramm mit dem Namen OMT (Outright Monetary Transactions) gibt dem Buchstabensalat aus EFSF, ESM und SMP eine neue Würze. Denn in Zukunft wird die EZB nur noch dann Anleihen von Staaten kauft, die sich strikten Bedingungen unterwerfen und unter den von den Regierungen gespannten Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Eine Beteiligung des internationalen Währungsfonds ist zwar erwünscht, aber keine notwendige Voraussetzung. Zudem werden sich die vom Volumen her unbegrenzten OMT auf Bonds mit Laufzeiten von zwei bis drei Jahren beschränken. |
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Werner Bader, LBBW |
Ob der EZB damit der große Befreiungsschlag zur Euro-Rettung gelungen ist, bleibt abzuwarten. Fest steht bereits heute, dass die in Bedrängnis geratenen Euro-Peripheriestaaten vor Inanspruchnahme dieser Hilfsmaßnahme die damit verbundenen Auflagen der EZB gründlich prüfen werden. Nach wie vor nicht in die Wege geleitet sind die für die Euro-Rettung wichtigen Schritte in Richtung Fiskalunion.
Vor diesem Hintergrund und angesichts der erwarteten Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts in der EWU dürften die Unsicherheiten rund um das Thema EWU-Schuldenkrise weiterhin anhalten und latente Risikofaktoren für die Aktienmärkte bleiben. Per saldo ist deshalb kurzfristig mit stagnierenden Notierungen bei hoher Volatilität zu rechnen. Allerdings sind Dividendenpapiere fundamental betrachtet nicht teuer. Zudem gibt es angesichts niedriger Renditen kaum attraktive Anlagealternativen. Längerfristig dürfte sich dies in steigenden Aktienkursen niederschlagen.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 07.09.2012
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