Die Kapitalmärkte in dieser Woche
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In der vergangenen Woche übten sich die Börsianer in Zurückhaltung. Vor dem wichtigen Treffen der Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole, von dem sich die Anleger Signale von Fed-Chef Ben Bernanke auf weitere Lockerungsschritte in der Geldpolitik erhoffen, war kaum ein Anleger bereit, Position zu beziehen. Auch das zuvor veröffentlichte Beige Book der Federal Reserve lieferte keine Hinweise darauf, ob die US-Währungshüter eine dritte Runde quantitativer Maßnahmen (QE3) beschließen werden oder nicht. |
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Werner Bader, LBBW |
Vielmehr deuteten die zuletzt präsentierten US-Wirtschaftsdaten zum Arbeits- und Häusermarkt darauf hin, dass die ersehnte Geldspritze der Fed ausbleiben wird. Zudem warf die in der kommenden Woche stattfindende EZB-Sitzung, bei der Mario Draghi voraussichtlich Details zu den geplanten Anleihekäufen der Eurozonen-Peripherieländer vorstellen wird, ihre Schatten voraus und sorgte für vorsichtiges Taktieren an den Märkten. Selbst zahlreiche Konjunkturdaten wie etwa der schlechter als erwartet ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex sorgten bei geringen Handelsumsätzen kaum für Kursbewegungen - weder nach oben noch nach unten. Die Skepsis der Investoren dürfte auch in den nächsten Wochen noch anhalten. Das Wissen um die Tatsache, dass der nun beginnende September in der Vergangenheit der Monat mit der schlechtesten DAX-Performance war, dürfte dabei – wenn überhaupt - nur eine kleine Rolle spielen. Vielmehr sollte die Fülle der Ereignisse wie etwa die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungsmäßigkeit des ESM am 12. September und die anhaltende Zitterpartie um Griechenland weiter für Unsicherheit sorgen. Mangels Anlagealternativen und auch unter Bewertungsgesichtspunkten – DAX-Titel sind mit einem KGV von knapp 10 auf Basis der geschätzten Gewinne im laufenden Jahr nicht teuer und zudem weisen sie eine mit fast 4 % recht hohe Dividendenrendite auf – können mutige Anleger mögliche Kurseinbrüche im September nutzen, um sich Qualitätsaktien ins Depot zu legen.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 31.08.2012
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