Nach rechts weisender Zeigefinger (Handrücken) Jetzt zu den Quartalsupdates anmelden: Zum volkswirtschaftlichen und fundamentalen Update mit UniCredit, zum technischen Update mit HSBC sowie zum Krypto-Update mit 21Nexus anmelden!
06.08.12, 12:45

Rufe nach den Notenbanken ebben nicht ab

Kriselt es in Wirtschaft, Staatshaushalten oder der Finanzwelt, liegen die Hoffnungen auf den Notenbanken.

Rufe nach den Notenbanken ebben nicht ab

Kriselt es in Wirtschaft, Staatshaushalten oder der Finanzwelt, liegen die Hoffnungen auf den Notenbanken. Entsprechend wird an den Finanzmärkten regelmäßig spekuliert, wann und welche Maßnahmen als nächstes folgen. Bestes Beispiel dafür sind die seit Monaten anhaltenden Mutmaßungen über mögliche weitere geldpolitische Schritte der US-Notenbank (Fed).

Kommt "QE3"?
Eine Frage treibt die Wall Street schon seit längerem um: Wann wird die Fed ein neues Programm zum Ankauf von Wertpapieren auflegen? Dieses als quantitative easing (QE) bezeichnete Mittel der Geldpolitik wird eingesetzt, wenn bei den Leitzinsen der Handlungsspielraum ausgeschöpft ist, aber weiterhin eine lockere, also expansive, Geldpolitik nötig ist, um Wirtschaft und Staat mit ausreichend Liquidität zu versorgen. Erstmals von der Japanischen Zentralbank kurz nach der Jahrtausendwende eingesetzt, betraten einige Jahre später auch die USA diesen umstrittenen Weg. Auslöser war die durch den Hypotheken-Kollaps ausgelöste Finanzkrise. Sie veranlasste die Fed, das Leitzinsniveau radikal nach unten zu stutzen. Seit Dezember 2008 liegt es bei 0,00 % bis 0,25 %. Es folgten zwei QE-Programme sowie eine Neuauflage der "Operation Twist", mit der die Fed kurzlaufende Anleihen in ihrem Depot durch länger laufende mit dem Ziel ersetzt, die Langfristzinsen zu senken, wodurch Kredite tendenziell vergünstigt werden und die Konjunktur stimuliert werden soll. Dieses Programm wurde im Juni 2012 von 400 Mrd. auf 667 Mrd. US-Dollar aufgestockt und bis Ende 2012 verlängert. Vielen Marktteilnehmern reicht dies aber nicht, um die lahmende US-Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, weshalb die Spekulationen über ein weiteres QE-Programm ("QE3") nicht abreißen. Die Fed dürfte damit aber vermutlich bis mindestens nach der US-Präsidentenwahl warten, sofern es keine größeren Verwerfungen an der Wall Street oder einen deutlichen Konjunktureinbruch gibt. Die US-Notenbank blieb daher nach der jüngsten Sitzung bei ihrer seit Monaten verfolgten Strategie, sich zwar die Tür für weitere geldpolitische Schritte offen zu halten, aber keine konkreten Hinweise über das Ob und Wann zu geben.

EZB senkt Leitzins auf Rekordtief
Auch die Europäische Zentralbank (EZB) sorgte zuletzt für reichlich Gesprächsstoff. Zunächst einmal senkte sie den Leitzins von 1,00 % auf 0,75 % und stemmt sich damit gegen eine Ausbreitung der Rezession im Euroraum. Hinsichtlich außergewöhnlicher Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise, über die zuletzt immer wieder spekuliert wurde, hielt sich EZB-Präsident Mario Draghi aber weiterhin bedeckt. Im Raum standen erneute längerfristige Refinanzierungsgeschäfte für Geschäftsbanken, um ein Austrocknen des Interbankenhandels zu verhindern, sowie Anleihenkäufe. Die EZB hatte 2010 und 2011 bereits Staatsanleihen von Griechenland, Italien, Spanien und Portugal am Sekundärmarkt aufgekauft, um die Anleihenkurse zu stützen und damit die Renditeanstiege zu dämpfen, setzte dieses äußerst umstrittene Programm dann aber aus. Die vollmundigen Ankündigungen Draghis vom 26. Juli, wonach die EZB im Rahmen ihres Mandats alles tun werde, um den Euro zu retten, heizte die Spekulationen über mögliche Anleihenkäufe dann erneut an. Die Erwartungen an die EZB-Sitzung vom 2. August waren entsprechend hoch - die Enttäuschung bei den Verfechtern außergewöhnlicher Maßnahmen ebenso. Denn Draghi blieb überraschend unkonkret, stellte lediglich die Möglichkeit von erneuten Anleihenkäufen in Aussicht. Die Diskussion über das Für und Wider dieses Mittels dürfte damit anhalten. Es bleibt abzuwarten, ob die EZB, indirekt oder vielleicht sogar direkt, Staatsanleihen von Mitgliedern der Eurozone kaufen wird, falls sich diese nicht mehr an den Kapitalmärkten oder durch Hilfsprogramme refinanzieren können.

Auch China dreht an der Zinsschraube
Im Gegensatz zu den niedrigen Leitzinsniveaus in der Eurozone, den USA, Japan und Großbritannien ist das Zinsniveau in China noch vergleichsweise hoch. Weil hier ebenfalls eine nachlassende Wachstumsdynamik deutlich zu erkennen ist, versucht aber auch dort die Notenbank mit einer Lockerung der Geldpolitik gegenzusteuern. Der seit Juli 2011 bei 6,56 % liegende Leitzins wurde im Juni auf 6,31 % und im Juli auf 6,00 % gesenkt. Zuvor wurden seit November 2011 schon dreimal die Anforderungen für das Mindestkapital der Banken ermäßigt. Wegen der deutlich gefallenen offiziellen Inflationsrate könnte sich weiterer Spielraum für geldpolitische Lockerungen ergeben, was die Zuversicht weckt, dass damit die Konjunktur im Reich der Mitte angekurbelt wird.

Stützende Effekte?
Über die Wirkungen dieser Notenbankpolitik und die Risiken wie Inflation und Spekulationsblasen lässt sich trefflich streiten. Jedoch ist es offensichtlich, dass viele Zentralbanken, wie Fed und EZB, einen Großteil ihrer geldpolitischen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft haben. An den Finanzmärkten wird es wohl weiterhin Hoffnungen geben, dass Zinssenkungen in China sowie unkonventionelle Maßnahmen von Fed und EZB unternommen werden, um die Konjunktur zu stimulieren und auch die Schuldenkrisen zu bewältigen. Hinweise darauf könnten zumindest stützende Effekte an den Finanzmärkten geben.





Den aktuellen Newsletter "imBlick" erhalten Sie kostenfrei auf WGZ-Zertifikate.de.

Selbstverständlich können Sie sich auch für den Zertifikate-Newsletter bei uns registrieren!
Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren entnehmen Sie bitte dem Basisprospekt mit den dazugehörigen Endgültigen Bedingungen unter wgz-zertifikate.de/wp-prospekte.
Ihre Investitionsentscheidung sollte auf der Grundlage eines individuellen Beratungsgesprächs mit Ihrer Hausbank erfolgen. Die WGZ BANK ist Zentralbank der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Rheinland und Westfalen. Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort finden Sie unter http://vr.de.
Fragen und Anregungen
WGZ BANK AG
Zertifikate-Infoline:+ 49 211 778-1334
zertifikate@wgzbank.de
Ludwig-Erhard-Allee 20
40227 Düsseldorf
Rechtliche Hinweise:
Diese Mitteilung dient ausschließlich Informations- und Werbezwecken. Diese Mitteilung ist durch die WGZ BANK AG Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank (WGZ BANK) erstellt und zur Verteilung in der Bundesrepublik Deutschland bestimmt. Dieses Dokument richtet sich nicht an Personen mit Wohn- und/oder Gesellschaftssitz und/oder Niederlassungen im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Großbritannien oder Japan. Diese Mitteilung darf im Ausland nur in Einklang mit den dort geltenden Rechtsvorschriften verteilt werden. Personen, die in den Besitz dieser Information und Materialien gelangen, haben sich über die dort geltenden Rechtsvorschriften zu informieren und diese zu befolgen. Diese Mitteilung stellt weder ein öffentliches Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes zum Erwerb von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Mit dieser Mitteilung ist die WGZ BANK insbesondere nicht als Anlageberater oder aufgrund einer Vermögensbetreuungspflicht tätig. Eine Investitionsentscheidung bezüglich irgendwelcher Wertpapiere oder sonstiger Finanzinstrumente sollte auf der Grundlage eines individuellen Beratungsgesprächs erfolgen. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren oder Finanzinstrumenten, insbesondere zu den verbindlichen Bedingungen, Risiken sowie Angaben zur Emittentin, können dem jeweiligen Basisprospekt mit den dazugehörigen Endgültigen Bedingungen entnommen werden. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Diese Mitteilung ist keine Finanzanalyse. Sie stellt eine unabhängige Bewertung der entsprechenden Emittentin bzw. Wertpapiere durch die WGZ BANK dar. Alle hierin enthaltenen Bewertungen, Stellungnahmen oder Erklärungen sind diejenigen des Verfassers der Mitteilung und stimmen nicht notwendigerweise mit denen der Emittentin oder dritter Parteien überein. Die WGZ BANK hat die Informationen, auf die sich diese Mitteilung stützt, aus als zuverlässig erachteten Quellen übernommen, ohne jedoch alle diese Informationen selbst zu verifizieren. Dementsprechend gibt die WGZ BANK keine Gewährleistungen oder Zusicherungen hinsichtlich der Genauigkeit, Vollständigkeit oder Richtigkeit der hierin enthaltenen Informationen oder Meinungen ab. Die WGZ BANK übernimmt keine Haftung für unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die Verteilung und/oder Verwendung dieser Mitteilung verursacht werden und/oder mit der Verteilung und/oder Verwendung dieser Mitteilung im Zusammenhang stehen. Die Informationen bzw. Meinungen und Aussagen entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Erstellung des Dokuments. Sie können aufgrund künftiger Entwicklungen überholt sein, ohne dass das Dokument geändert wurde.

Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.

Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.