Die Kapitalmärkte in dieser Woche
|
Nach dem dreimonatigen stetigen Kursrutsch hat sich der DAX in den letzten Wochen oberhalb der Marke von 6 000 Punkten eingependelt. Da weder von der Euro- Schuldenkrise noch von der Konjunktur nachhaltig positive Nachrichten kamen, hat die etwas stabilere Situation wohl vor allem technische Ursachen. Der Markt war überverkauft und reif für eine leichte Gegenbewegung. Auch das Nichtunterschreiten des Jahresanfangsstandes – der DAX war Anfang Juni nur noch wenige Punkte von dieser Marke entfernt - verschaffte dem Markt Luft. Die gefürchteten und eine Abwärtsbewegung verstärkenden Stop-Loss-Verkäufe blieben so zu diesem Zeitpunkt aus. |
|
Werner Bader, LBBW |
Insgesamt hat aber die Euro-Schuldenkrise die Aktienbörsen weiterhin voll im Griff. Unsicherheit und Nervosität bestimmen nach wie vor das Marktgeschehen, die Vermeidung von Risiken steht sowohl für institutionelle als auch für private Anleger im Vordergrund. So spricht viel dafür, dass den Börsianern ein unruhiger Sommer bevorstehen wird. Mittel- bis längerfristig sind die Perspektiven unter der Voraussetzung ausbleibender Eskalationsszenarien aber durchaus positiv. Ein wichtiger Baustein hierfür ist die positive Situation der großen deutschen Aktiengesellschaften. Gemäß aktuellen Schätzungen werden im laufenden Jahr 29 der 30 im DAX vertretenen Konzerne mehr verdienen als im Vorjahr. Der kräftigste Anstieg wird dabei für die beiden Versicherer Munich Re und Allianz prognostiziert. Nur beim Versorger RWE liegt der geschätzte Gewinn für das Jahr 2012 unter dem von 2011. Darüber hinaus ist die Bewertung der Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 als günstig einzustufen, so dass aus Mangel an attraktiven Anlagealternativen so mancher Euro oder US-Dollar an den deutschen Aktienmarkt fließen wird.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 22.06.2012
Informationen zu passenden Produkten finden Sie unter: : http://www.lbbw-zertifikate.de
|