Die Kapitalmärkte in dieser Woche
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Die weltweiten Aktienmärkte bewegen sich weiterhin im Takt der europäischen Schuldenkrise. Je nach Nachrichtenlage brechen die Kurse weiter ein oder es kommt zu Stabilisierungs- oder gar zu leichten Erholungstendenzen. Insgesamt bleibt die Situation aber kritisch. So reagierten die Börsen zwar anfangs der Woche positiv über die beschlossenen Bankenhilfen für Spanien und lösten sich wieder von den in der Fronleichnamswoche erreichten Jahrestiefstständen. Lange hielt indes die Freude nicht an. Schnell gewannen die Skeptiker wieder die Oberhand und verhinderten eine ausgeprägte und nachhaltige Erholung der Kurse. |
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Werner Bader, LBBW |
Auch in den kommenden Wochen wird sich an der labilen Marktsituation wohl nicht viel verändern. Selbst bei einem günstigen Ausgang der Wahlen in Griechenland mit der Folge stabilerer politischer Verhältnisse in Athen verbleiben genügend Argumente für ein von Vorsicht geprägtes Anlageverhalten. So ist in dieser Woche Italien nach einer deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal wieder stärker in den Schuldenkrisenfokus gerückt. Und auch von der konjunkturellen Seite kommt momentan kein Rückenwind. So weist der zuletzt deutlich gefallene Ifo- Geschäftsklima-Index darauf hin, dass sich das bisher relativ stabile Deutschland den schwierigen Bedingungen in Europa nicht mehr ganz entziehen kann. Zudem läuft es in den USA nicht ganz so rund wie erhofft. Die Zahl der neuen Arbeitsplätze fiel im Mai deutlich unter den Erwartungen aus und deutet auf eine schwächere Entwicklung des für die US-Wirtschaft so wichtigen Konsums hin. Durch die fundamentale Bewertungsbrille betrachtet erscheint der deutsche Aktienmarkt zwar attraktiv. Bevor sich dieses Kurspotenzial aber in steigenden Kursen materialisieren wird, ist wohl noch etwas Geduld gefragt.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 15.06.2012
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