Die Kapitalmärkte in dieser Woche
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„Sell in may and go away” ist eine uralte Börsenweisheit. Und so ganz daneben wie manch andere Sprüche ist sie nicht. Blickt man in die DAX-Historie zurück, glänzten die Monate im vierten und im ersten Quartal mit einer überdurch- schnittlichen Wertentwicklung. Der Sommer und der Frühherbst waren dagegen oft schwierig. Im August und September war im Mittel sogar eine Minusperformance zu verbuchen. Erklärungsversuche für dieses ausgeprägte saisonale Muster gibt es viele. Mit am Einleuchtesten scheint dabei das Phänomen der sich selbst erfüllenden Prophezeiung.
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Werner Bader, LBBW |
Mit den statistischen Daten einer schwächeren Entwicklung in den Sommermonaten im Hinterkopf wird das Handeln des Börsianers insgesamt vorsichtiger. Schlechte Nachrichten werden höher gewichtet, im Zweifel wird eher verkauft als gekauft. So entsteht ein latenter Druck auf die Kurse, der sich nur bei einer ausgesprochen positiven Nachrichtenlage auflösen kann. Daran zu glauben, fällt im Moment eher schwer. Die europäische Schuldenkrise drückt auf die Stimmung, vor allem Spanien bereitet den Investoren angesichts Bankenkrise und schwacher Wirtschaft Sorgen. Zudem war der Ausgang der Wahlen in Frankreich und Griechenland nicht gerade nach dem Geschmack der Börsianer. Es spricht viel dafür, dass sich die Aktienbörsen auch im Sommer des Jahrgangs 2012 nicht zu ausgeprägten Höhenflügen aufschwingen werden. Ob jetzt – um auf die eingangs zitierte Börsenweisheit zurückzukommen – allerdings noch der richtige Zeitpunkt zum verkaufen ist, erscheint fraglich. Schließlich ist der Markt in den letzten Wochen bereits sehr weit gefallen und besitzt unter längerfristigen fundamentalen Gesichtspunkten durchaus Kurssteigerungspotenzial.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 11.05.2011
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