Die Kapitalmärkte in dieser Woche
Die Börsianer lassen sich momentan die gute Laune offensichtlich nicht verderben. Negative Einflüsse wie die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und der damit verbundene Ölpreisanstieg auf über 120 US-Dollar je Fass Brentöl sorgen allenfalls für kurzzeitige Bremsspuren. Und auch die im Raum stehenden Konjunkturbefürchtungen – für die Euro-Zone wird für das laufende Jahr inzwischen von allen Prognoseinstituten ein Minuswachstum erwartet - können den generellen Aufwärtstrend nicht stoppen.
Auch wenn die im Rahmen der Quartalssaison publizierten Unternehmenszahlen sowie die Ausblicke mit etwas Wohlwollen durchaus positiv interpretiert werden können, hat der anhaltende Kursaufschwung vor allem mit markttechnischen Faktoren zu tun. |
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Werner Bader, LBBW |
Ein Großteil der institutionellen Anleger zum Beispiel aus der Fondsbranche war am Jahresanfang ausgesprochen risikoscheu und daher nur sehr bescheiden in Aktien investiert. Mit jeder Woche steigender Notierungen wurde diese Schieflage augenfälliger und der Druck, sie zu beheben, größer. So entstand eine permanente Nachfrage und jeder noch so kleine Rückschlag wurde zur dankbaren und gern genutzten Einstiegsgelegenheit. Dieser Prozess dürfte nach wie vor nicht ganz abgeschlossen sein und den Börsen auch in den kommenden Wochen Unterstützung verleihen. Ein weiterer positiver technischer Aspekt ist, dass sich seit Jahresanfang alle Bestände im Plusbereich befinden. Stop-Loss-orientierte und damit rein risikogesteuerte Ausstiegserfordernisse spielen daher im Gegensatz zum vergangenen Jahr keine Rolle und können keinen Druck auf die Kurse ausüben. Sollte sich am Börsenumfeld nichts Wesentliches ändern, könnte die gute Stimmung durchaus noch etwas anhalten und dem DAX im März weitere Kurszuwächse bescheren.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 02.03.2012
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