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30.06.26, 11:50

CFA-Studie: Die nächste Anlegergeneration erwartet keine Bitcoin-Empfehlung. Sie erwartet eine Antwort.

Die eigentliche Herausforderung besteht heute vielleicht nicht mehr darin, digitale Assets zu verstehen. Sondern darauf vorbereitet zu sein, wenn die nächste Anlegergeneration danach fragt.

Viele Vermögensverwalter fragen sich, ob Künstliche Intelligenz und digitale Plattformen die klassische Beratung verändern werden. Eine aktuelle CFA-Studie liefert darauf eine überraschende Antwort: Junge Anleger wenden sich nicht von Beratung ab. Sie erwarten eine andere.

Die Studie Next-Gen Investors: A Guide for Wealth Managers and Financial Advisers des CFA Institute zeigt, dass sich die Erwartungen jüngerer Anleger teilweise deutlich von denen ihrer Eltern unterscheiden. Für Vermögensverwalter und Investmentberater stellt sich deshalb weniger die Frage, ob sich die Kunden verändern. Sondern wie sich dadurch die Beratung verändert.

Digitale Assets gehören für viele junge Anleger heute selbstverständlich zum Anlageuniversum

Die Studie zeigt, dass Kryptowährungen bei Millennials und der Generation Z längst kein Randthema mehr sind. Sie gehören neben Private Equity und Private Credit zu den Anlagekategorien, für die jüngere Anleger ein besonders hohes Interesse zeigen.

Das bedeutet nicht, dass jeder junge Anleger in digitale Assets investieren möchte. Es bedeutet aber, dass sie für viele jüngere Anleger heute selbstverständlich zum Anlageuniversum gehören, unabhängig davon, ob später tatsächlich investiert wird oder nicht.

Für Berater verändert das die Ausgangslage. Wer nach digitalen Assets gefragt wird, muss nicht zwangsläufig eine Empfehlung aussprechen. Entscheidend ist, die Anlageklasse fundiert einordnen zu können.

Junge Anleger wenden sich nicht von Beratung ab. Sie erwarten eine andere.

Das ist vielleicht der wichtigste Befund der Studie: Junge Anleger nutzen Beratung weiterhin intensiv. Gleichzeitig ergänzen sie diese deutlich häufiger durch Künstliche Intelligenz, soziale Medien und digitale Informationsquellen. Was sich verändert, ist nicht die Nachfrage nach Orientierung, sondern deren Form.

Rund ein Drittel der befragten Gen-Z- und Millennial-Anleger nutzt bereits generative KI zur Finanzbildung. Soziale Medien gehören für viele zu den meistgenutzten Informationsquellen zu Finanzthemen. Gleichzeitig bleibt der persönliche Berater über alle Generationen hinweg die mit Abstand vertrauenswürdigste Quelle für Anlageentscheidungen. Das ist ein Befund, der im öffentlichen Diskurs über die Zukunft der Beratung zu selten gewichtet wird.

Die Schlussfolgerung daraus ist nicht, dass Technologie Beratung ersetzt. Sie ist, dass Berater in einem Umfeld arbeiten, in dem Klienten bereits mit mehr Vorinformation, mehr Eigenrecherche und mehr Produkterwartungen ins Gespräch kommen. Die Beratungsleistung verändert sich. Ihr Wert nimmt dadurch nicht ab, im Gegenteil. Während Informationen immer leichter verfügbar werden, gewinnt Orientierungskompetenz an Bedeutung.

Individualisierung statt Standardlösung

Ein weiterer Befund der Studie verdient Aufmerksamkeit. 94 Prozent der befragten Millennials und Gen-Z-Anleger interessieren sich für personalisierte Finanzprodukte. Bei HNW-Anlegern dieser Altersgruppe liegt der Wert sogar bei 97 Prozent.

Digitale Assets sind dabei weniger Selbstzweck als Ausdruck eines breiteren Anspruchs: Jüngere Anleger erwarten Zugang zu einem Anlageuniversum, das ihre Ziele und Überzeugungen widerspiegelt, nicht das Standardportfolio der vergangenen Dekade.

Was bedeutet das für Vermögensverwalter?

Aus unserer Sicht lautet die zentrale Erkenntnis der Studie nicht, dass digitale Assets künftig an Bedeutung gewinnen werden. Die wichtigere Erkenntnis ist eine andere: Die Erwartungen an Beratung verändern sich, und die Qualität der Antworten wird sichtbarer.

Nicht jeder Kunde wird digitale Assets besitzen wollen. Das ist keine Studienaussage, sondern eine Einordnung. Aber immer mehr Kunden werden erwarten, dass ihr Berater die Chancen, Risiken und möglichen Einsatzgebiete dieser Anlageklasse fundiert einordnen kann. Digitale Assets werden damit zunehmend Teil eines Beratungsgesprächs – unabhängig davon, ob sie später Bestandteil eines Portfolios werden.

Fazit

Die Frage ist nicht, ob jeder junge Anleger digitale Assets kaufen wird. Die Frage ist, ob er von seinem Berater eine fundierte Antwort erwartet. Genau dort entscheidet sich künftig Beratungskompetenz.

Denn Beratung beginnt nicht mit einer Produktempfehlung. Sie beginnt mit der Fähigkeit, die Fragen der Kunden kompetent einzuordnen.

Wenn Sie digitale Assets künftig fundiert in Ihre Beratung einordnen möchten, freuen wir uns auf den Austausch.

www.21nexus.com

Quelle: CFA Institute Research & Policy Center, Next-Gen Investors: A Guide for Wealth Managers and Financial Advisers, März 2026.

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