Inflation bleibt im Fokus
Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Der Einlagensatz steigt damit von 2,00 % auf 2,25 %. Gleichzeitig veröffentlichte die Notenbank die neuen Projektionen der Volkswirte des Eurosystems. Demnach wird die Inflation im laufenden Jahr bei 3,0 % liegen, 2027 auf 2,3 % sinken und 2028 mit 2,0 % das Stabilitätsziel erreichen. Für das Wirtschaftswachstum erwartet die EZB 2026 ein Plus von 0,8 %, gefolgt von 1,2 % und 1,5 % in den beiden Folgejahren. Entscheidend bleibt nun die Frage nach dem weiteren Kurs der Geldpolitik. Die EZB verweist auf die hohe Unsicherheit und macht die weitere Entwicklung von Dauer und Ausmaß des Energiepreisschocks abhängig. Künftige Entscheidungen sollen weiterhin datenabhängig erfolgen. Die aktuellen Markterwartungen gehen bis Mitte 2027 mindestens von einer weiteren Zinserhöhung um 25 Bp. aus. Teilweise wird sogar ein zusätzlicher Schritt auf 2,75 % eingepreist. Allerdings können sich diese Erwartungen jederzeit ändern. Mit Blick auf die Inflationsphase der Jahre 2022 und 2023 erscheint der heutige Zinsschritt nachvollziehbar. Eine frühzeitige Reaktion hilft, Zweitrundeneffekte zu begrenzen und die mittelfristigen Inflationserwartungen zu stabilisieren.
Kein positiver Deutschland-Effekt
Nach nur 1.271 Tagen endete gestern die kürzeste WM-Pause der Geschichte. Zuletzt hatte Argentinien am 18. Dezember 2022 in Katar den Weltmeistertitel nach einem dramatischen Elfmeterschießen gewonnen. Nun beginnt ein neues Kapitel der Fußball-Weltmeisterschaft - und damit erneut die Frage, ob sportliche Großereignisse auch an den Finanzmärkten Spuren hinterlassen. Die historische Bilanz fällt eindeutig aus. Die Auswertung der Fußball-Weltmeisterschaften seit 1962 zeigt keinen messbaren Zusammenhang zwischen sportlichem Erfolg und der Entwicklung des DAX. Während der 16 Turniere zwischen 1962 und 2022 verlor der deutsche Leitindex im Durchschnitt 0,94 %. In neun Weltmeisterschaften standen Kursverluste zu Buche, lediglich siebenmal wurden Gewinne erzielt. Die beste Börsenentwicklung verzeichnete die WM 1990 in Italien mit einem Plus von 6,07 %, während die WM 2002 mit einem Minus von 9,04 % die schwächste Performance brachte. Auch deutsche Finalteilnahmen sorgten nicht für Rückenwind. Deutschland erreichte seit 1962 siebenmal das Endspiel. Während dieser Turniere verlor der DAX durchschnittlich 2,16 % und entwickelte sich damit schwächer als im Gesamtvergleich. Selbst die drei WM-Titel 1974, 1990 und 2014 gingen im Mittel mit einer leicht negativen DAX-Performance von 0,37 % einher. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Adidas. Seit 1998 verlor die Aktie während der Weltmeisterschaften durchschnittlich 5,22 %. Nur die Heim-WM 2006 endete mit einem Kursgewinn. Selbst der deutsche Titelgewinn 2014 brachte keinen positiven Effekt - die Aktie gab während des Turniers um rund 8,7 % nach. Die Daten sprechen damit klar gegen einen nachhaltigen WM-Bonus an den Aktienmärkten.
SpaceX vor historischem Börsendebüt
Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk steht vor dem größten Börsengang der US-Geschichte. Der Ausgabepreis wurde auf 135 USD je Aktie festgelegt. Insidern zufolge werden 555,6 Millionen Aktien angeboten. Damit fließen dem Konzern rund 75 Mrd. USD zu. Die Bewertung steigt auf 1,77 Billionen USD und erreicht damit Rekordniveau. Die Erstnotiz erfolgt heute an der Nasdaq. Der Handelsstart ist für 9:30 Uhr in New York beziehungsweise 15:30 Uhr deutscher Zeit geplant. Gehandelt wird die Aktie unter dem Kürzel SPCX.
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