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29.05.26, 09:00

Trumps Träume und Traumata

Iran und USA nähern sich an


Die wie üblich gut informierten Kreise meldeten gestern, dass die Vereinigten Staaten und Iran einen "Deal" aus-gehandelt hätten. Beschlossen sei ein Waffenstillstand für 60 Tage. Die Rede war von der "Verlängerung eines Waffenstillstands"; dabei hatten die Waffen in den zurück-liegenden Tagen nicht geschwiegen. Bei genauerem Hinsehen wird klar, dass die kniffligen Fragen nicht adressiert sind, geschweige denn gelöst: Irans Atompro-gramm und Atomwaffen. Immerhin: Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus sei alsbald wieder ohne Restriktionen möglich, ohne Mautgebühren und ohne Beschuss. Iran sei in der Pflicht, die eigenen Minen in der Straße von Hormus binnen 30 Tagen einzusammeln. Um den "Deal" in Kraft zu setzen, bedürfe es "nur noch" der Zustimmung durch US-Präsident Trump. Dieser habe sich "einige Tage" ausbedungen, um die Gesamtsituation zu überdenken. Unter dem Strich kann sich Iran zum gegenwärtigen Zeitpunkt als Sieger des bisherigen Waffengangs fühlen. a) Das Mullah-Regime ist weiter unangefochten am Ruder. b) Zusätzlich greift es aktuell nach der kompletten Durchfahrtskontrolle der Straße von Hormus, ggf. zusammen mit Oman. c) Die Staaten des Westens ächzen unter hohen Rohstoffpreisen. d) Iran hat Uran.

Deutschlands "Misery Index": Die Misere lässt sich beziffern


Der Iran-Konflikt hinterlässt seine Spuren. Just zu diesem Zeitpunkt werden heute zwei Mai-Konjunkturzahlen zu Deutschland veröffentlicht, welche die gegenwärtig prekäre Situation schonungslos vor Augen führen. Für den Morgen steht die Arbeitslosenquote auf dem Kalenderblatt, für den frühen Nachmittag die Teuerungsrate. Die Inflation sehen wir im LBBW Research rückläufig, nicht zuletzt dank Tankrabatt. Die Arbeitslosigkeit dürfte weiter ansteigen. In der Volkswirtschaftslehre werden die beiden genannten Zeitreihen gerne mal zusammengezählt. Das Ergebnis nennt sich "Misery Index". In einer Zusammenschau zeigt sich: Deutschlands ökonomische Misere hat aktuell ein gehöriges Ausmaß angenommen. In den zurückliegenden bald zwei Jahrzehnten sah es nur in der Coronazeit übler aus als derzeit. Hinzu kommt: Seit der Finanzkrise gab es keine Episode mehr, in der sich wie aktuell sowohl die Arbeitslosigkeit als auch die Inflation im Trend nach oben bewegten.

Der Aktienmarkt meint: "Alles gut!"

Beim S&P 500 gab's gestern auf Schlusskursbasis ein neues Allzeit-Hoch: 7.564 Punkte. Ähnlich der Nikkei. Alles gut? Wir empfehlen, sich mehrere Tage auszubedingen, um die Gesamtsituation zu überdenken.


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