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18.03.26, 09:00

Märkte hoffen auf Begrenzung des Konflikts

Ölpreis gibt nach, Aktien steigen


Die internationalen Aktienmärkte haben ihre Stabilisierung am Dienstag fortgesetzt - und dies trotz des andauernden Krieges. Der S&P stieg um 0,25 %, der DAX legte um 0,7 % zu. Und auch heute Morgen setzt sich der freundlichere Trend fort. Die asiatischen Märkte öffneten im Plus und die Aktienfutures in den USA und Europa deuten auf Kurszuwächse hin. Der Euro profitierte von der verbesserten Stimmung und stieg ggü. dem USD wieder über die 1,15er-Marke. Anleger scheinen gewillt, die unmittelbaren geopolitischen Risiken und die damit verbundenen Engpässe bei Öl und Gas auszublenden und stattdessen auf die Widerstandskraft der Weltkonjunktur und stabile Unternehmensgewinne zu setzen. Unterstützung erhielt die Stimmung an den Finanzmärkten vom Energiesektor. Der Preis für die Nordseesorte Brent gab um 2,3 % nach und notierte zuletzt bei knapp 101 USD je Barrel. Entlastend wirkte ein Abkommen des Irak mit der Türkei zur Wiederaufnahme von Ölexporten über eine Pipeline, die die strategisch hoch bedeutsame Straße von Hormus umgeht. Auf der geopolitischen Bühne sorgten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump für Aufmerksamkeit. Er gab seine Bemühungen auf, weitere Verbündete für den Krieg gegen den Iran zu gewinnen, und kritisierte offen jene Partner, die seine Appelle zur Beteiligung zurückgewiesen hatten. Zugleich betonte Trump erneut, der Konflikt werde nicht von langer Dauer sein. Seine Aussage, man sei nicht auf Unterstützung durch die NATO oder andere Staaten angewiesen, wurde von einigen Marktteilnehmern als Indiz dafür interpretiert, dass eine Ausweitung hin zu einem großangelegten Bündniskrieg weniger wahrscheinlich sei.

ZEW: Konflikt im Iran dämpft Hoffnungen auf deutsche Konjunkturerholung

Der Optimismus unter deutschen Investoren ist im März abrupt eingebrochen. Der Erwartungsindex des Mannheimer ZEW-Instituts sank von 58,3 Punkten im Februar auf nunmehr -0,5 Punkte - ein Einbruch, der die Prognosen der befragten Ökonomen bei weitem verfehlte. Der aktuelle Stand markiert das niedrigste Niveau seit jenem April, in dem der damalige US-Präsident Donald Trump erstmals Strafzölle ankündigte. Immerhin hellte sich die Beurteilung der aktuellen Lage entgegen den Erwartungen leicht auf. ZEW-Präsident Achim Wambach machte vor allem die geopolitische Entwicklung verantwortlich: "Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise und erhöht den Inflationsdruck", erklärte er am Dienstag. "Damit wächst für die deutsche Wirtschaft das Risiko, dass der sich abzeichnende Erholungstrend ins Stocken gerät. Wie stark diese Effekte ausfallen, hängt letztlich von Intensität und Dauer des Konflikts ab."

Ausblick: Alle Augen auf die Fed


Im Vorfeld des heutigen Fed-Zinsentscheids preist der USD-Geldmarkt auf Basis der Terminsätze bis zum Jahresende 2026 nur noch einen Zinssenkungsschritt ein. Noch vor dem "Iran-Schock" war der Marktkonsens von zwei bis drei Zinssenkungen ausgegangen. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Lockerung der Geldpolitik durch die Fed heute Abend angesichts der deutlich gestiegenen Inflationsunsicherheit faktisch ausgeschlossen. Die zentrale Frage für die nervösen Rentenmärkte lautet nun vielmehr, ob die US-Währungshüter an ihrer grundsätzlichen Perspektive einer Zinssenkung im laufenden Jahr festhalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Veröffentlichung des neuen "Dot Plots". Sollten die Notenbanker signalisieren, eine längere Phase unveränderter Leitzinsen zu bevorzugen, dürfte dies den US-Rentenmarkt nach unserer Einschätzung zusätzlich unter Druck setzen. Als "Worst Case"-Szenario für den Markt für US-Staatsanleihen gelten Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell, die explizit die Möglichkeit erneuter Zinserhöhungen ins Spiel bringen. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass der Vorsitzende der Notenbank bemüht sein wird, den ohnehin erhöhten Stress an den Finanzmärkten nicht noch weiter anzuheizen.


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