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04.03.26, 12:50

Märkte in Aufruhr

Aktien und Anleihen unter Druck


Aktien und Anleihen gerieten am Dienstag erneut weltweit unter Druck, nachdem der Krieg im Iran keine Anzeichen einer Deeskalation zeigte und sich die Furcht vor einer längeren Störung der Energiemärkte verstärkte. Der Brent-Ölpreis stieg in der Spitze auf über 85 USD, der S&P 500 verlor in einem breiten Ausverkauf zwischenzeitlich über 2 %, der DAX sogar über 4 %. An den Zinsmärkten preisen Investoren deutlich geringere Chancen für zwei Zinssenkungen der Fed im Jahr 2026 ein. Die Rendite 10j. US‑Staatsanleihen stieg aufgrund von Inflationsängsten deutlich auf 4,07 %. Für den Euroraum erwarten die Finanzmärkte inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 25 % eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte in diesem Jahr. Die Rendite 10j. Bundesanleihen kletterte um 10 Bp. auf 2,75 %. Der Dollar legte zu, während der Goldpreis nach einer viertägigen Rally pausierte. Wir sehen hierin eine erneute Flucht in Liquidität und kurzfristig als sicher geltende Anlagen.

Entscheidende Frage: Ist die Straße von Hormus bald wieder offen?

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Nadelöhr des globalen Ölhandels, der Straße von Hormus. Der Transit durch die Straße von Hormus, über die etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft, ist blockiert. Vertreter der iranischen Revolutionsgarde drohten im Staatsfernsehen man werde jedes Schiff angreifen, das versuche, die Meerenge zu passieren. Die Internationale Energieagentur sprach von „erheblich beeinträchtigten“ Transportströmen, wenngleich die Öl- und Gas-Produktion in der Region bislang weitgehend ungestört blieb. Sollte die Blockade der Straße von Hormus über längere Zeit (mehrere Monate) bestehen und damit Lieferengpässe bei Öl und Gas zunehmen, droht ein erheblicher Gegenwind für die Weltkonjunktur. Die Notenbanken dürften durch den Angebotsschock zwar „hindurchschauen“ und auf zusätzliche Zinserhöhungen verzichten, doch geplante Zinssenkungen könnten sich verzögern bzw. ausfallen. In unserem Hauptszenario gehen wir derzeit davon aus, dass es, noch bevor die strategischen Öl-Reserven in Asien knapp werden, zu einem Ende der Kampfhandlungen und der Blockade kommt. Die weltwirtschaftlichen Schäden wären dann moderat. Eine längerfristige Unpassierbarkeit der Straße von Hormus hingegen hätte enorme Auswirkungen. Der Ausfall könnte nur ansatzweise durch Umleitungen über Pipelines ans Rote Meer und durch eine Ausweitung von Förderkapazitäten kompensiert werden. Schwerwiegende Folgen für die Weltwirtschaft und die Märkte wären zu erwarten.

USA wollen Öltransit mit Kriegspolicen und Marine-Eskorten sichern


Die US-Regierung versucht deshalb, die Folgen des Kriegs für die weltweite Energieversorgung zu begrenzen. Washington will den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus mit staatlichen Risikoversicherungen und mit Marine-Eskorten absichern. Trump kündigte an, die US‑Entwicklungsfinanzierungsbehörde DFC werde politische Risikoversicherungen für Reeder, Charterer und große Seeversicherer anbieten, um Kriegsschäden und andere politische Risiken zu decken – „zu einem sehr vernünftigen Preis“. Zusätzlich stellte er in Aussicht, dass die US‑Marine Tanker „so bald wie möglich“ durch die Engstelle am Eingang zum Persischen Golf begleiten werde. Die Vereinigten Staaten würden den freien Fluss von Energie „unter allen Umständen“ sicherstellen, erklärte er. Die Märkte reagierten auf die Ankündigungen der US-Regierung nur begrenzt erleichtert. Es wird bezweifelt, dass Versicherungen und Eskorten die Öl- und Gaslieferungen rasch normalisieren werden. Der S&P konnte seine Tagesverluste zwar halbieren und schloss mit einem Minus von 1 %. Die asiatischen Börsen öffneten jedoch heute Morgen erneut mit starken Kursverlusten und setzen damit den Abverkauf der vergangenen Tage fort.


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