19.07.16, 10:00

Europa-Check: Helikoptergeld sucht Abwurfplatz

Betrachtet man lediglich die Bewegungen, die Europas Aktienmärkte in den vergangenen beiden Wochen vollzogen haben, könnte man meinen, eine Brexit-Angst mit entsprechend negativen Marktreaktionen hätte es nie gegeben.
Europa-Check: Helikoptergeld sucht Abwurfplatz

Betrachtet man lediglich die Bewegungen, die Europas Aktienmärkte in den vergangenen beiden Wochen vollzogen haben, könnte man meinen, eine Brexit-Angst mit entsprechend negativen Marktreaktionen hätte es nie gegeben. Aber das wäre natürlich nur die halbe Wahrheit, da der Brexit-bedingte Absturz an den Aktienbörsen Ende Juni nicht einfach ignoriert werden darf. Trotzdem muss man sich in Hinblick auf die jüngsten Gewinne, die den EURO STOXX 50 bis genau ans obere Ende unseres Widerstandsfeldes bei 2.975 Punkten hievten, doch fragen: Haben Händler nur ein Kurzzeitgedächtnis?

Mitte vergangener Woche machte ein anderes Schlagwort die Runde, das bei vielen Akteuren hierzulande ebenfalls recht schnell in Vergessenheit geraten ist: „Helikoptergeld“. Als dieser Begriff vor einiger Zeit von Europäischen Zentralbankratsmitgliedern diskutiert wurde, waren zahlreiche offizielle Dementis nötig, um die Gemüter vieler Banker und Finanzpolitiker zu beruhigen. Nun aber ist eine neue Diskussion um diese unorthodoxe Art der Geldverteilung entbrannt. Diesmal allerdings weitab von Europas Märkten, in Japan. Auslöser war ein Besuch des als „Helikopter-Ben“ verschrienen Ex-US-Notenbankchef Ben Bernanke bei der Bank von Japan in Tokio. Kurz darauf empfahl ein langjähriger Regierungsberater dem japanischen Premier, „Helikoptergeld“ einzuführen. Japan ist bekanntermaßen seit Jahrzehnten bemüht, durch großangelegte Notenbankaktionen die Wirtschaft zu stimulieren und Deflation zu bekämpfen, was bislang jedoch nur von mäßigem Erfolg gekrönt war. Japanische Notenbanker und Finanzpolitiker stehen deshalb seit Jahren in der Kritik, sodass sie durchaus für neue, radikalere Methoden empfänglich sein dürften, um das Problem zu lösen. Die äußerst umstrittene Art der Helikopter-Geldvermehrung ist in Europa als nicht diskussionswürdig angesehen worden, weil sie nach Ansicht vieler Experten Gefahr läuft, ihr Ziel zu verfehlen. Zwar wurde mittlerweile auch vom japanischen Kabinett dementiert, Helikoptergeld als optionales Instrument in Erwägung zu ziehen. Dies lag aber wohl nur daran, dass man sich uneinig war, wo ein ebenso sinnvolles wie gesetzeskonformes „Abwurfgebiet“ für solch eine Aktion liegen könnte. Denn nur wenn die so geschaffene Liquidität in die richtigen Kanäle gelangt, könnte sie, wenn überhaupt, eine positive Wirkung entfalten. Andernfalls würde sie einfach nur – wie das Wasser eines kurzen, kräftigen Regens in der Wüste – irgendwo versickern.

Der Euro-Leitindex ist wie erwartet bei 2.975 auf zähes Angebot gestoßen. Sobald dieser Punkt neutralisiert wird, eröffnet sich weiteres Erholungspotenzial von gut 3 Prozent. Auf der Unterseite hat sich indes die Nachfragesituation deutlich verbessert.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.


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