05.07.16, 10:00

Europa-Check: Brexit bleibt gewöhnungsbedürftig

Angeblich sollen sich ja die Investoren bereits an den Brexit „gewöhnt“ haben. So jedenfalls haben Kommentatoren die Erholungsbewegungen erklärt, die Europas Aktienmärkte und insbesondere der britische Leitindex FTSE 100 in den vergangenen Tagen vollzogen haben.
Europa-Check: Brexit bleibt gewöhnungsbedürftig

Angeblich sollen sich ja die Investoren bereits an den Brexit „gewöhnt“ haben. So jedenfalls haben Kommentatoren die Erholungsbewegungen erklärt, die Europas Aktienmärkte und insbesondere der britische Leitindex FTSE 100 in den vergangenen Tagen vollzogen haben. Doch kann man sich an ein Ereignis von der Dimension eines Brexit überhaupt und dann noch so schnell gewöhnen? Sicherlich nicht, denn die Folgen eines EUAusstiegs sind selbst für diejenigen, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen, kaum überschaubar. Klar ist hingegen, dass bereits kurz nach dem Bekanntwerden des Referendums- Ergebnisses in zahlreichen Unternehmen Krisensitzungen stattgefunden haben, um mögliche Maßnahmen zu besprechen wie z. B. Standortverlagerungen. Eine Institution, die schon vorher ihren Abzug für den Fall eines Brexit angekündigt hatte, ist die Europäische Bankenaufsicht. Sie will London verlassen. Ähnliche Absichten sind bereits aus größeren Konzernen des Telekommunikations- und Finanzsektors durchgesickert. Zahlreiche europäische Großstädte nutzen die Gunst der Stunde und buhlen um potenzielle Neuzugänge aus London. Für Großbritannien würde eine Standortschwächung Steuerausfälle und Arbeitsplatzverluste bedeuten. Aber ein Exodus größerer Unternehmen ist nur die eine Seite der Medaille. Die Auswirkungen einer solchen Abwanderung auf kleine und mittlere Unternehmen, die als Dienstleister für große Konzerne tätig sind, sind vermutlich weit schmerzhafter. Geraten diese Betriebe in Schwierigkeiten, könnte dies brutale Einschnitte für die britische Wirtschaft bedeuten.

Insofern wäre es kurzsichtig, sich nun auf eine temporäre Erholung des Aktienmarktes zu stützen und durchzuatmen. Stattdessen sollten sich Optimisten eher überlegen, warum Indices, die den Börsenwert kleinerer britischer Unternehmen reflektieren, einen weit geringeren Erholungsdrang zeigen. Oder weit eklatanter – warum das Britische Pfund nach wie vor am Boden liegt. Die gebeutelte Währung scheint wohl der beste Indikator für die Einschätzung der künftigen Chancen Großbritanniens zu sein.

Ein weiterer Punkt, der nicht unterschätzt werden sollte, ist das Halbjahresende. Institutionelle Anleger hatten vor dem Referendum bekanntermaßen ihre Liquiditätsreserven stark erhöht. Es wäre also nicht ungewöhnlich, wenn sie nach einem rund 10-prozentigen Absturz ihre Bestände zu vermeintlich günstig wirkenden Aktienkursen aufgestockt hätten. Vermutlich war das auch der Grund, warum der Euro-Leitindex rund sechs Punkte vor seinem 2.672er Jahrestief gedreht und damit vermieden hat, in ein Nachfrageloch zu fallen. Ungefähr die Hälfte der jüngsten Verluste ist nun wieder wettgemacht. Aber das Angebot, das wir zwischen 2.895 und 2.975 erwarten, wird weitere Erholungsversuche zu verhindern wissen.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.


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