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Themen-Check: Das "schlimme Ende"
Das dürfte manchen Anleger in Angst und Schrecken versetzt haben. Erst vor wenigen Tagen ließ der bekannte Aktienstratege eines international renommierten Geldhauses die Prognose verlauten, der DAX könne unter 3.000 Punkte fallen. Und auch seine Vorhersage für den S&P 500 fiel düster aus – so sieht er den breiten US-Aktienindex von derzeit mehr als 2.000 Zählern auf 550 Punkte abstürzen. Ja, im Zuge einer Rezession könnte möglicherweise sogar der US-Leitzins auf minus 5 Prozent gedrückt werden. US-Staatsanleihen bei einer Rendite von minus einem Prozent? Das alles klingt vollkommen unrealistisch, und doch finden diese Prognosen Platz in einem renommierten deutschen Finanzblatt. Und das obwohl derselbe Anlagestratege bereits im Jahr 2010 mit einem ähnlich fürchterlichen Depressionsszenario nicht Recht behalten hatte. Eigentlich gab es immer schon provokante Börsengeschichten und Untergangsszenarien. Aber diese waren, wenn man etwa in der Geschichte 30 Jahre zurückgeht, längst nicht so stark verbreitet wie heute. Natürlich wollten schon 1987 beim Oktober- Crash an Wall Street Analysten charttechnische Ähnlichkeiten mit dem Sturz der Aktienkurse von 1929 erkennen und daraus den Zusammenbruch der Finanzmärkte weltweit ableiten. Doch hatten diese Katastrophenmeldungen nicht das gleiche Gewicht wie heute. Denn Medienvielfalt, Informationsangebot und Verbreitungsgeschwindigkeit waren damals vergleichsweise gering. Aber seit die Kommunikation der Menschen vermehrt von sozialen Netzwerken und Foren im Internet beherrscht wird, ist es nicht schwer, für jedes zwischenmenschliche Problem, körperliche Gebrechen oder eben auch für jede hektische Bewegung an den Aktienmärkten sofort eine Erklärung zu finden. Doch leider ist diesen „sachdienlichen“ Erläuterungen nicht immer anzusehen, ob sie stimmen oder ob es sich dabei schlichtweg um Blödsinn handelt. Und in Anbetracht einer überwältigenden Informationsvielfalt recherchieren Hilfesuchende ohnehin nur solange im Netz, bis sie gefunden haben, was ihnen in ihr Weltbild passt, aber nicht zwangsläufig helfen muss. Daher ist es auch nicht erstaunlich, dass die Menschen bei diesem Überangebot an Informationen nur diejenigen Nachrichten wahrnehmen, die sich vom allgemeinen Grundrauschen abheben, das vom sogenannten Mainstream der Tagespresse erzeugt wird. Wer bemerkt werden will, muss sich davon abheben. Dabei gilt: Je lauter das Grundrauschen, desto stärker muss ein zusätzlicher Reiz ausfallen, damit er überhaupt wahrgenommen wird. Wer etwas Interessantes zu erzählen hat, muss am besten etwas von sich geben, das bisher nicht gesagt werden durfte. Ein Tabubruch. Aus den Erkenntnissen der Verhaltensökonomik weiß man: Der so genannte Verfügbarkeitsirrtum sorgt dafür, dass auffällige, knallige Informationen am ehesten registriert werden. Interessanterweise gilt dies insbesondere für Negatives: Etwa Unglücksfälle oder schwerwiegende Vergehen. Zumal das Risiko, wegen Übertreibungen bei der Schilderung eines Ereignisses rechtlich belangt zu werden, relativ gering ist. Im Gegenzug winkt dafür die Belohnung, möglicherweise mit einer steilen These den Status eines Sehers oder Gurus zu erlangen. Infolge der Finanzkrise haben unerklärliche Entwicklungen an den Börsen und die späteren massiven geldpolitischen Programme der großen Zentralbanken bei vielen Anlegern Misstrauen erweckt. Vielfach werden die Protagonisten dieser Maßnahmen mit großem Argwohn beäugt und gescholten. Positives und Konstruktives ist hingegen kaum zu vernehmen. Besonders erfolgreich sind daher Stories, in denen etwa ein Geschehen den geheimen Machenschaften mächtiger, im Verborgenen tätiger Menschen zugeschrieben wird. So zumindest definiert der Professor für Rechtswissenschaften an der Harvard Universität, Cass R. Sunstein, eine Verschwörungstheorie. Tatsächlich gibt es mittlerweile eine regelrechte Industrie der Gerüchte und wilden Spekulationen. Die einen verbreiten diese, weil sie sich davon materielle oder ideelle Vorteile wie Ruhm und Anerkennung versprechen. Andere wiederum glauben diese Geschichten mit voller Überzeugung und richten ihr Handeln danach aus. Zumal sich dann und wann eine dieser kruden Vermutungen überraschenderweise sogar als wahr herausstellen kann. Es mag dem Kontrollbedürfnis der Menschen geschuldet sein, dass viele einfach nicht glauben können, bedeutende Ereignisse würden durch Marktkräfte alleine verursacht oder einfach nur als Folge einer Reihe von Zufällen geschehen. Anders ausgedrückt: Es muss für die großen Bewegungen an den Finanzmärkten eine Ursache oder zumindest eine Erklärung geben. Wer die Frage nach dem „cui bono“ (wem nützt es?) auch nur vermeintlich richtig beantworten kann, dem wird geglaubt. Zumal Menschen vielfach nicht selbst über direkt erworbenes Wissen verfügen, sondern sich darauf verlassen, was andere ihnen erzählen. Deswegen kommt den sozialen Netzwerken auch eine so große Bedeutung zu. Man vertraut einem Freund, bei dem man davon ausgeht, dass er sich gut informiert und einen gesunden Menschenverstand besitzt. Von diesem Vertrauen profitieren auch dessen Freunde, denen man automatisch dieselben positiven Eigenschaften unterstellt. Vor allem, wenn sich in diesem Kreis auch noch sogenannte Experten oder anerkannte Autoritäten befinden, die die mitunter ziemlich zweifelhaften Erklärungen implizit oder explizit bestätigen und ihnen so etwas wie ein Gütesiegel aufdrücken. Manchmal wirken diese Theorien auch deshalb so plausibel, weil sie gerade in Extremfällen ein passendes Ventil für Empörung und Schuldzuweisung bieten. Doch stellt sich später meist heraus, dass nichts wahr war an diesen Behauptungen. Und dass einem diese Theorien nichts dabei nützen, Verluste zu vermeiden oder gar Geld zu verdienen. |
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