26.04.16, 09:45

Europa-Check: Draghi und die versuchte deutsche Demontage

Die Sitzung der Europäischen Zentralbank am vergangenen Donnerstag hatte nicht das Potenzial, Marktteilnehmer aus der Reserve zu locken oder gar zu verunsichern.
Europa-Check: Draghi und die versuchte deutsche Demontage

Die Sitzung der Europäischen Zentralbank am vergangenen Donnerstag hatte nicht das Potenzial, Marktteilnehmer aus der Reserve zu locken oder gar zu verunsichern. Dafür hatte sich zuvor bereits zu deutlich abgezeichnet, dass mit überraschenden geldpolitischen Wendemanövern nicht zu rechnen sei. Das jüngste Treffen hat demnach weniger die Akteure an den Märkten als vielmehr die Journalisten der Finanzpresse beschäftigt. Denn diese wollten unbedingt wissen, wie EZB-Präsident Mario Draghi mit der Kritik an seiner Ultra-Niedrigzins-Politik bzw. seiner quantitativen Maßnahmen umgehen würde. Vor allem aber waren sie neugierig, wie der Italiener auf die teils sehr persönlichen und heftigen Verbal-Attacken gegen seine Person, die fast ausschließlich von deutschen Politikern herrührten, reagieren würde. Was die geldpolitischen Aktivitäten betrifft, zeigte sich die EZB-Führung relativ gelassen. Zum einen, weil die Notenbanker es wohl vermeiden wollen, dass ihnen blinder Aktionismus unterstellt wird. Zum anderen, weil das Gros der Akteure mit dem aktuellen Kurs der EZB, der als nächsten Schritt im Sommer den Kauf von Unternehmensanleihen vorsieht, weitestgehend einverstanden ist.

Unveränderte zinstechnische Konturen zeichnet übrigens auch die Mehrheit der von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte auf die Eurolandkarte. Und auch der Vorwurf, die Bürger seien durch die EZB-Niedrigzinspolitik, „benachteiligt“, „verunsichert“ oder gar „gequält“ worden, scheint eher ein schöpferisches Produkt voreingenommener Politiker oder Finanzjournalisten denn ein Faktum zu sein. Dafür spricht unter anderem eine Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Börse Stuttgart, deren Ergebnis vor kurzem auf der Anleger-Finanzmesse Invest in Stuttgart präsentiert wurde. Demnach kann eine Vielzahl der Bundesbürger durchaus mit niedrigen Zinsen leben – jedenfalls weit mehr, als es Anti-EZB-Protagonisten lieb ist. Die Auswertung ergab, dass sich 61 Prozent der Befragten durch Nullzinsen weder abschrecken noch zum Umschwenken auf andere Anlageformen verleiten lassen. Auch die ethisch fragwürdigen Forderungen des bayerischen Finanzministers Söder bzw. des Unions-Fraktionsvorsitzenden der CSU, Hans-Peter Friedrich, die als nächsten EZB-Chef einen Deutschen sehen wollen, schmetterte Draghi souverän ab, indem er auf prominente Befürworter seiner geldpolitischen Aktivitäten hinwies. Darunter finden sich zwar keine Deutschen, dafür aber namhafte Sachkenner wie Ex-EZB-Chef Trichet oder US-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz.

Wie erwartet, hat sich die jüngste Erholung des Euro-Leitindex fortgesetzt. Unser Kursziel liegt beim 3.196/201er Widerstand, doch sogar ein Überschießen bis auf 3.255 scheint derzeit möglich zu sein. Das Risikolimit ziehen wir nun auf die Unterstützung bei 2.970/75 hoch.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.


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