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Themen-Check: Das heimliche Comeback von Gold
Erst vor zwei Monaten hieß es noch in einigen Kommentaren, Gold sei kein sicherer Hafen mehr und habe als echte Anlageklasse ausgedient. Seit Mitte 2015 hat das Gros der Analysten dem gelben Metall sozusagen die letzte Ehre erwiesen. „Goodbye, Gold“, hieß es im Abgesang. Wieder einmal, wie kurz nach der Jahrtausendwende, fand man es „zu schwer zum Tragen“. Doch seit einigen Monaten ist das Edelmetall erneut gefragt. Alleine für die US-Notierung ergab sich zwischenzeitlich seit Dezember vergangenen Jahres ein Plus von 20 Prozent. Waren es in Deutschland bislang vor allem die Angst vor Krieg und Hyperinflation oder die Folgen der Finanzkrise seit 2008, die manchen Anleger ins Krisenmetall Gold trieben, sind die Gründe aktuell woanders zu suchen. Zum einen ist das Vertrauen in die Allmacht der Europäischen Zentralbank gesunken sowie der Glaube daran, dass diese jemals wieder den Weg aus den quantitativen Lockerungsprogrammen und der Nullzinspolitik herausfinden wird. Gerade die Aussicht auf noch tiefere Negativzinsen mag manchen Anleger dazu bewogen haben, zumindest einen Teil seines Vermögens als Bargeld zu horten und so vor schleichender Erosion zu retten. Als sich aber sogar unlängst die Deutsche Bundesbank offen für Gespräche über eine Abschaffung der 500-Euro-Note zeigte, folgerten einige sofort daraus, dass es womöglich bald zu einem kompletten Bargeldverbot kommen könne. Kein Wunder also, dass momentan selbst Sachwerte, die keine Zinsen abwerfen, gefragt sind. Und mit einem Male ist auch das bis vor kurzem noch geschmähte Gold vielerorts wieder en vogue. Dabei war die Nachfrage nach dem Edelmetall bereits im Jahr 2015 zumindest nach Angaben des Handelshauses ProAurum groß. So erwarben die Deutschen im Vorjahr 113,8 Tonnen des gelben Metalls (vgl. World Gold Council). Das entspricht immerhin etwa 1,4 Gramm pro Kopf! Auch wird berichtet, dass eine große Zahl von Anlegern zum ersten Mal in Edelmetalle investiert hat. Doch lässt sich die Reihe von positiven Argumenten für den Goldpreis leicht noch ergänzen, beispielsweise um den Hinweis auf ein „fundierte Bodenbildung“, die etliche technische Analysten beim Gold entdeckt haben wollen. Umso dringlicher geboten scheint es, auf einige so genannte Psycho-Fallen, die bei der Goldanlage drohen, hinzuweisen. Allein schon bei den Motiven, sich im Goldmarkt zu engagieren, kann man hinsichtlich des Handelshorizonts drei Gruppen unterscheiden. Zum einen die Investoren, die Gold als Versicherung gegen den „Worst Case“, den monetären Super-GAU, erwerben. Wobei unklar ist, wann und ob diese Engagements überhaupt jemals – oft erst nach Dekaden oder im Erbfall – wieder aufgelöst werden. Die zweite Gruppe besteht aus mittel- bis langfristigen Anlegern, die Gold nicht nur als Absicherung für den Ernstfall, sondern auch als Diversifikationselement ihres Investmentportfolios sehen. Und schließlich gibt es noch die relativ kurzfristig, rein gewinnorientierten Investoren, die vom Aufwärtstrend für einige Zeit profitieren wollen. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Investoren ihren Anlagehorizont beibehalten. Doch hat insbesondere der deutliche Einbruch des Goldpreises nach dem Oktober 2012 gezeigt, dass Anleger gerade als Reaktion auf erlittene Verluste ihren Handelshorizont verändert haben. So mutierten eher kurzfristig orientierte Händler aus Angst davor, ihre Verluste zu realisieren, plötzlich zu langfristigen Akteuren. Umgekehrt bekamen es Anleger mit ursprünglich langfristigem Handelshorizont aufgrund der massiven Verluste plötzlich mit der Angst zu tun. Dabei vergaßen sie ihr ursprüngliches Motiv, sich gegen den schlimmsten Fall absichern zu wollen. Plötzlich wogen die Kursverluste so schwer, dass einstige Gold-Quoten von empfohlenen 10 bis15 Prozent am Gesamtportfolio verringert oder sogar ganz auf null zurückgefahren wurden. Man hatte von Gold schlichtweg die Nase voll. Aber auch eine andere Psycho-Falle wird immer wieder unterschätzt: Vor einer Entscheidung sieht die Welt ganz anders aus als ab dem Zeitpunkt, wenn diese in Form eines Engagements in die Tat umgesetzt wurde. Das gilt vor allen Dingen für die Verarbeitung von Informationen, die gerade bei Verlusten selektiv wahrgenommen werden. Und dabei spielt Gold als Anlageklasse im Gegensatz zu Aktien eine ganz besondere Rolle. Während Aktienanleger bevorzugt positive Nachrichten zur wirtschaftlichen Lage und zur Gewinnentwicklung eines Unternehmens suchen, bevorzugt ein Goldanleger mit Gewinnerzielungsabsicht vornehmlich negative ökonomische Nachrichten. Diese werden oft stark vergrößert wahrgenommen, während ökonomisch oder politisch Positives, weil es zum Goldengagement nicht passt, heruntergespielt, wenn nicht verdrängt wird. Diese starke negative Ausrichtung bildet geradezu einen Nährboden für Horrorszenarien bis hin zu Verschwörungstheorien, vor allem wenn Verlustengagements gerechtfertigt werden müssen. Szenarien, die ohne ein Goldengagement wahrscheinlich viel nüchterner gesehen oder sogar für irrational gehalten würden. Wer heute also in Gold investieren möchte, sollte sich zuerst nach seinem Grundmotiv fragen, wobei der Versicherungsgedanke bei den Meisten im Vordergrund stehen dürfte. Allerdings bleibt unklar, wann und wie diese Versicherung im Zweifel eingesetzt werden kann. Wie könnte etwa ein Preis für Gold festgestellt werden, nachdem im unwahrscheinlichen Fall ein Geldsystem – und davor haben sehr viele Menschen Angst – zusammengebrochen ist? Eine von vielen Fragen, die man heute nicht beantworten kann, vielleicht auch weil die Menschen insgeheim doch hoffen, dass sie diese Versicherung nie in Anspruch werden nehmen müssen. |
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