22.03.16, 10:00

Europa-Check: Währungskriegspropaganda

Brexit-Debatte hin oder her. Es sieht ganz danach aus, als ob sich die Eurozone demnächst Großbritannien zum Vorbild nehmen könnte.
Europa-Check: Währungskriegspropaganda

Brexit-Debatte hin oder her. Es sieht ganz danach aus, als ob sich die Eurozone demnächst Großbritannien zum Vorbild nehmen könnte. So haben die Briten beispielsweise das ambitionierte Ziel ausgerufen, in den nächsten vier Jahren ihren – derzeit mit 20 Prozent ohnehin relativ niedrigen – Unternehmenssteuersatz für alle Firmen einheitlich auf 17 Prozent und damit auf den niedrigsten Prozentsatz aller G20-Staaten zu senken. Und auch die Europäische Zentralbank dürfte die Ohren gespitzt haben, als vergangene Woche das Office for National Statistics, Großbritanniens Statistikbehörde, verkündete, ihren Warenkorb zur Inflationsberechnung zeitgemäßer zu füllen. So sollen etwa Nachtclubs, die kaum noch, wie früher üblich, Eintritt verlangen, bei der Berechnung entfallen. Auch die von Verbrauchern nur noch selten genutzten CD-ROMs und beschreibbaren DVDs werden anderen Artikeln weichen müssen. Sie sollen durch Download-Computerspiele und Espresso-Pads bzw. Kapseln ersetzt werden, die bei Konsumenten derzeit weitaus beliebter sind. Das Ganze geschieht wohl in der Hoffnung, diese stark nachgefragten Produkte könnten den schwachen Teuerungsraten Auftrieb verleihen. Genau diese Entwicklung versucht die EZB-Führung derzeit für die Eurozone zu erreichen. Doch die Preise innerhalb des Wirtschaftsraums schrumpfen, aller quantitativen Maßnahmen zum Trotz, immer weiter. Ein Phänomen, das Japan schon lange im Würgegriff hält und mittlerweile auch in den USA spürbar um sich greift.

Einige Ökonomen glauben deshalb, ein Währungskrieg sei unvermeidbar. Barry Eichengreen, US-Professor an der Berkeley- Universität, ist einer der Verfechter dieser radikalen These. Er stört sich daran, dass europäische Politiker viel zu wenig gegen schwächelndes Wachstum und drohende Deflation unternehmen. Die EZB lobt er hingegen. Sie sei die einzige Notenbank, die das Richtige tun würde, doch beklagt er, dass die Dimensionen noch größer sein müssten. Die EZB sollte den Geldhahn weit aufdrehen und damit den Euro auf Talfahrt schicken. Das würde andere Notenbanken so sehr aufschrecken, dass sie gar nicht anders könnten, als ebenfalls mit massiven Lockerungen zu reagieren. Glaubt man Eichengreen, würde dies zum entschlossenen Handeln aller Notenbanken weltweit führen, was wiederum einen Stimmungswandel in der Wirtschaft und einen spürbaren Investitionsschub bewirken könnte.

Der EURO STOXX 50 bewegt sich nach wie vor im oberen Bereich unserer Handelsspanne, weshalb wir eine Verlängerung der laufenden Erholung bis auf 3.196/99 Punkte erwarten. Rückschlägen gegenüber sind wir jedoch wenig tolerant. Kurse unterhalb der 2.899er Marke (leicht adjustiert) können innerhalb des positiven Szenarios nicht geduldet werden.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.


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