14.03.16, 09:15

DAX-Check: Einmaleins der Kommunikation

Es dürfte sich wohl eher um einen Zufall gehandelt haben, dass ausgerechnet am Tage der Sitzung der Europäischen Zentralbank ein ehemaliges Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, Narayana Kocherlakota, via Bloomberg zur Kommunikationspolitik seiner Kollegen Stellung bezog.
DAX-Check: Einmaleins der Kommunikation

Es dürfte sich wohl eher um einen Zufall gehandelt haben, dass ausgerechnet am Tage der Sitzung der Europäischen Zentralbank ein ehemaliges Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, Narayana Kocherlakota, via Bloomberg zur Kommunikationspolitik seiner Kollegen Stellung bezog. Dabei erzählte er eine Anekdote über Praktikanten aus seiner Notenbank. So hatte er diese einmal gefragt, womit sie rechneten, wenn ihre Eltern ihnen sagen würden: „Wenn es morgen regnet, wird unser Picknick ausfallen“ und sich dann am nächsten Tag wider Erwarten wunderbarer Sonnenschein einstellen würde. Wie sämtliche Praktikanten würden vermutlich auch die meisten Menschen davon ausgehen, dass der Ausflug nun doch stattfinden wird. Das klingt zwar logisch, aber das Picknick hätte selbst bei gutem Wetter ausfallen können. Denn die Eltern hatten stets die Freiheit, sich anders zu entscheiden. In einer ähnlichen Situation müssen sich am vergangenen Donnerstag die Börsianer befunden haben, als sie mehrheitlich der EZB-Sitzung mit der Erwartung entgegenfieberten, dass deren geldpolitische Beschlüsse die Akteure an den Finanzmärkten höchstwahrscheinlich enttäuschen würden. Und so kam es, dass viele institutionelle Anleger (vgl. Sentiment Börse Frankfurt) der Entwicklung des DAX im Vorfeld eher skeptisch gegenüber standen.

Kein Wunder, dass das Börsenbarometer einen gewaltigen Satz nach oben vollzog, als Mario Draghi dann doch mit einer faustdicken Überraschung aufwartete, indem er deutlich stärkere als die erwarteten geldpolitischen Lockerungsgeschütze auffuhr. Doch dann hatte es den Anschein, als habe die Wortwahl des EZB-Präsidenten die Akteure kurz vor Überschreiten der 10.000er Marke des DAX zu einer Vollbremsung verführt. Denn in der Pressekonferenz sagte Draghi, dass die EZB derzeit nicht davon ausgehe, ihre Leitzinsen noch weiter zu senken. Auch wenn Notenbankkreise diese Aussage später relativierten, war der Schaden angerichtet. Auch ein „Wir geben nicht auf“ mit Blick auf das Inflationsziel mag für Börsianer eher defensiv und nicht optimistisch geklungen haben. Es blieb der Eindruck, die EZB habe mit dem Paukenschlag vom Donnerstag ihr gesamtes Pulver verschossen. Und so musste das Börsenbarometer letztlich einen Verlust hinnehmen, der vom Tageshoch gerechnet fast 5 Prozent betrug.

Obgleich technisch orientierte Analysten jenen ominösen Handelstag als eklatantes Schwächesignal interpretieren mögen, hat die Kursentwicklung der abgelaufenen Woche das stabile Umfeld des DAX – es reicht an der Unterseite nach wie vor bis 9.440/45 – nicht infrage gestellt. Andererseits ist die Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen vor Überschreiten von 10.090/95 (leicht modifiziert) immer noch als Korrektur im Bärenmarkt einzustufen.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.


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