18.01.16, 10:15

DAX-Check: Gefesselte Fed

Auch die zweite Januarwoche sollte sich nicht nur für hiesige Börsianer ausgesprochen volatil darstellen.
DAX-Check: Gefesselte Fed

Auch die zweite Januarwoche sollte sich nicht nur für hiesige Börsianer ausgesprochen volatil darstellen. Abgesehen davon, dass der DAX bereits in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres eine Handelsspanne absolvierte, die gut 33 Prozent derjenigen des kompletten Vorjahres entsprach, schien es nur einen Weg zu geben: nach unten. Noch drastischer stellen sich die Handelsaktivitäten in den USA dar, wo der breite S&P 500 Index innerhalb der gleichen Zeit bereits 67 Prozent der Handelsspanne des Vorjahres durchmessen hat. Dabei ist dann neben den Aktienmärkten und den Ölpreisen vor allen Dingen jenseits des Atlantiks die Marktstimmung geradezu in den Keller gerauscht. So zeigt etwa die jüngste Umfrage der American Association for Individual Investors (AAII) den niedrigsten Stand an Optimismus seit dem Jahr 2005 an. Mit anderen Worten: Der Anteil der Bullen war sogar noch niedriger als zum Tiefpunkt der Finanzkrise im Jahre 2009.

Kein Wunder also, dass sich mit dem Chef der Fed von St. Louis ein stimmberechtigtes Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank zu Wort meldete, der eigentlich als Zinsfalke gilt. Die Rede ist von James Bullard, doch gab dieser sich am Donnerstag erstaunlich taubenhaft. Obgleich Zentralbanker normalerweise die Entwicklung der Ölpreise gerne ausblenden („look through“), zeigte sich Bullard besorgt, dass sich der jüngste Sturz des Ölpreises doch noch negativ auf die Inflationserwartungen auswirken könnte. In den Ohren mancher Börsenbullen mögen diese Bemerkungen kurzzeitig wie Balsam für die geschundene Anlegerseele klingen. Denn es machte sich gerade in der jüngsten Zeit die Erwartung breit, die Fed könne im Jahr 2016 einen Zinspfad einschlagen, der zwei bis vier weitere moderate Zinserhöhungsschritte vorsieht. Damit wäre auch der US-Dollar weiterhin gut nachgefragt, was sich nach landläufiger Meinung negativ auf die Energiepreise und somit auch ungünstig auf die nominale sowie die Kerninflation auswirken könnte. Wenn man indes dem Gedankengang von James Bullard weiterhin folgen möchte, ist es schwer vorstellbar, dass die US-Notenbank ihrem ersten Zinsschritt vom Dezember 2015 überhaupt noch zwei weitere folgen lassen wird. Das erinnert an frühere implizite Verbalinterventionen von Mitgliedern des Offenmarktausschusses. Und zwar meldeten diese sich immer dann, wenn der US-Aktienmarkt richtig unter die Räder zu kommen drohte. Doch dieses Mal ist die Fed angesichts der gerade erst vor vier Wochen vorgenommenen Zinserhöhung und dem dadurch entstandenen Commitment in ihrem Entscheidungsspielraum psychisch geradezu gefesselt.

Unterdessen hat der DAX zwei weitere Potenzialmarken an der Unterseite durchbrochen und ist auf dem Weg in Richtung 9.310 bzw. dem zunächst letzten Potenzialpunkt bei 9.025 Zählern. Der Abwärtsdruck bleibt erhalten, solange 9.980/85 nicht überwunden ist. Dieses Niveau stellt auch einen ersten kurzfristigen Stabilitätspunkt dar.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.


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