|
|||
|
Markt-Check: rückBlick und ausBlick - Wachstum bleibt auf Kurs
Zum Jahresabschluss bestimmten noch einmal die Notenbanken das Geschehen an den Börsen – die EZB weitete ihr Anleihenkaufprogramm aus und die Fed verkündete die lange erwartete Zinserhöhung. Werden auch 2016 die Notenbanken im Fokus stehen? Dr. Frank Wohlgemuth: Aus meiner Sicht würde ich das bejahen. Denn wir haben weiterhin ein expansives geldpolitisches Umfeld – vor allem in Japan und Europa. Ich glaube allerdings, dass die Erwartungen der Märkte an die EZB zurückgehen werden. Wir rechnen damit, dass in den nächsten Monaten keine bzw. nur wenige neue Maßnahmen verkündet werden. Und in den USA werden auf den ersten Zinsschritt vermutlich noch weitere, allerdings eher kleine, folgen. Denn nachhaltig höhere Zinsen will die Fed in Anbetracht der hochverschuldeten US-Volkswirtschaft vermutlich vermeiden. Daher erwarten wir für 2016 auch nur drei weitere Zinsschritte à 25 Basispunkte, so dass wir Ende des Jahres bei ca. 1,25 % stehen sollten. Ein anderes Thema, das derzeit im Fokus steht, ist der Verfall des Ölpreises. Wurde der niedrige Preis anfangs noch positiv gesehen, gewinnt man langsam den Eindruck, als wäre er eine Belastung für die Märkte. Woher kommt dieser Wandel? Dr. Frank Wohlgemuth: Der Wandel kommt daher, dass der Abschlag in letzter Zeit sehr stark war. So etwas verunsichert viele Marktteilnehmer. Zudem ist der Ölpreis nach Meinung vieler Investoren ein wichtiger Indikator für die Weltwirtschaft, ein niedriger Ölpreis könnte auf eine schwächere Weltwirtschaft hindeuten. Ich glaube allerdings, dass der Ölpreis inzwischen viel mehr auf strukturelle Veränderungen reagiert. Dies wurde auch in der letzten OPEC-Sitzung deutlich. Die Mitgliedsländer konnten sich nicht auf eine Reduzierung der Fördermenge einigen. Dies führte unmittelbar zu weiterem Preisdruck. Wer sind denn die Gewinner bzw. Verlierer dieser Entwicklung? Dr. Frank Wohlgemuth: Für die Eurozone als großer Ölimporteur ist der Preisverfall positiv, dies sollte auf jeden Fall Rückenwind für die Konjunktur geben. Auf der anderen Seite stehen die Länder, die vom Export von Erdöl abhängig sind. Hier sind vor allem einige Schwellenländer betroffen. Letztendlich sind aber auch dies wieder die Länder, die unsere Waren nachfragen. Fehlt dort also Geld für Investitionen, kann die Eurozone weniger verkaufen. Von fundamentaler Seite erwarten wir im kommenden Jahr wieder steigende Preise auf rund 50 US-Dollar pro Barrel. Und welche Entwicklung des Ölpreises erwarten Sie aus technischer Sicht? Stephen Schneider: Der Ölpreis zog trotz sogenannter überverkaufter Konstellation nicht an und zeigte in den letzten Wochen nur eine Seitwärtsbewegung. Meist deutet eine solche Struktur auf noch übergeordnetes Abwärtspotenzial hin und darauf, dass zumindest noch eine Welle Richtung Süden ansteht. Unter zyklischen Aspekten könnte im Februar aber eine Wende eingeleitet werden. Spannend bleibt auch die Situation beim Euro. Wird sich die Gemeinschaftswährung 2016 noch weiter abschwächen? Stephen Schneider: Die Euro-Optimisten konnten die Chancen, die sich Anfang Dezember durch den starken Anstieg offerierten, bisher nicht nutzen. Dennoch scheint die Währung bei 1,05 USD gut unterstützt zu sein. Hält diese Marke, wird mit Blick auf das erste Halbjahr ein Höchstkurs von etwa 1,15 USD wahrscheinlich. Dr. Frank Wohlgemuth: Wenn die Erwartungen an die Notenbanken erfüllt werden, d. h. die EZB die expansive Geldpolitik ohne neue, unerwartete Maßnahmen fortsetzt und die Fed die Zinsen moderat erhöht, sollte auch der Druck auf den Euro peu à peu nachlassen. Auch aus konjunkturellen Gründen sowie auf Basis der Kaufkraftparität, die einen Kurs von ca. 1,25 bis 1,30 indiziert, kann ich mir durchaus vorstellen, dass der Euro in den nächsten Monaten in Richtung des Kursziels von Herrn Schneider geht. 2015 haben wir in den Industrieländern ein moderates Wirtschaftswachstum gesehen, während zahlreiche Emerging Markets, z. B. China oder Brasilien, mit deutlich rückgängigen Wachstumsraten zu kämpfen hatten. Wird sich diese Entwicklung in 2016 fortsetzen? Dr. Frank Wohlgemuth: Wir erwarten keine großen Änderungen. In der Eurozone werden wir weiter moderates Wachstum sehen, für 2016 prognostizieren wir ein Wachstum von 1,6 %. Ähnliches gilt für die USA. Auch dort prognostizieren wir, getragen vom guten Arbeitsmarkt, eine Fortsetzung der guten Entwicklung und ein Wachstum des BIP von 2,7 %. Die Schwellenländer hingegen muss man differenziert betrachten. In China werden die Maßnahmen der Notenbank voraussichtlich langsam greifen und sich die Lage verbessern. Für Kernschwellenländer wie Brasilien und Russland kann man noch nicht wirklich optimistisch sein. Während Brasilien unter vielen hausgemachten Problemen leidet, spielen in Russland der niedrige Ölpreis und die politische Unsicherheit eine große Rolle. In Deutschland scheint der Export zu schwächeln – zumindest suggerieren dies die letzten Zahlen. Sehen Sie dies ähnlich, und wenn ja, woher soll in Zukunft das Wachstum kommen? Dr. Frank Wohlgemuth: Das ist richtig. Der Außenhandel hat in der Vergangenheit einen wichtigen Wachstumsbeitrag geleistet. Doch inzwischen ist neben dem Außenhandel noch die Binnenkonjunktur als zweite Wachstumssäule hinzugekommen. Mitverantwortlich hierfür sind die Verbesserung des Arbeitsmarktes sowie der Anstieg der Reallöhne und nicht zuletzt die gesunkenen Energiepreise. All dies führt dazu, dass die Leute mehr Geld zur Verfügung haben, was den Konsum stärkt. Politisch wird es ebenfalls spannend: 2016 wird in den USA gewählt, 2017 in Frankreich und zudem schwebt über allem das Referendum zum Brexit, also dem möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU. Haben politische Börsen wirklich kurze Beine oder droht hier Ungemach? Dr. Frank Wohlgemuth: In den nächsten Monaten könnte die Politik tatsächlich wieder ein Belastungsfaktor für die Märkte werden. Obwohl der Ausgang der Regionalwahlen in Frankreich Hoffnung macht, dass die Wähler am Ende sich doch gegen extreme Kräfte entscheiden. Ähnliches erwarten wir auch für den Brexit, der trotz vielfacher Diskussionen letztendlich wohl nicht stattfinden wird, doch die Unsicherheit kann die Börsen durchaus belasten. In den USA erwarten wir ebenfalls keine Überraschung. Aufgrund der Uneinigkeit der Republikaner werden die Demokraten aller Voraussicht nach weiterhin den Präsidenten bzw. die Präsidentin stellen. Kommen wir zu den Finanzmärkten. Welche Anlageklassen bevorzugen Sie 2016 und warum? Dr. Frank Wohlgemuth: In dem derzeitigen, quasi zementierten Niedrigzinsumfeld spricht vieles für Sachwerte wie Aktien. Denn auch 2016 sind auskömmliche Renditen vermutlich nur an den Aktienmärkten zu erzielen. Und in welchen Ländern bzw. Regionen sollten sich Anleger nach Aktien umschauen? Dr. Frank Wohlgemuth: Da die deutschen Unternehmen international gut aufgestellt sind und auch die Unternehmensgewinne sich weiter positiv entwickeln, sind wir für den deutschen Markt optimistisch gestimmt. Zudem sind die Bewertungen noch immer günstig. Daher sehen wir auf dem aktuellen Kursniveau noch Potenzial nach oben. Wobei Anleger auch 2016 voraussichtlich mit einer hohen Volatilität leben müssen. Stephen Schneider: Der DAX® ist wirklich sehr interessant. Mit dem negativen Start in das neue Jahr nahm der DAX® die Schwäche vorweg, deren Beginn wir erst zu Mitte/Ende Januar erwartet hatten. Wichtig wird nun sein, dass der Index in den nächsten Handelstagen fünfstellig bleibt, denn ansonsten dürften sich unsere Befürchtungen einer Schwäche bis Ende Mai bewahrheiten. Neben der Konstellation des Index beunruhigt auch das Bild einzelner Branchen. Chemie- und Automobilwerte besitzen ebenso noch Korrekturpotenzial wie die Banken. Diese drei Branchen machen aber über 50 % des DAX®-Gewichtes aus. Hinzu kommt ein möglicherweise bald ansteigender Ölpreis, der sich mit einem eventuell anziehenden Euro paart. Nach dieser schwierigen Phase könnte im zweiten Halbjahr allerdings ein neuer, langfristiger Aufwärtstrend gestartet werden, der für kräftige Gewinne sorgt. Sie beide favorisieren somit den DAX® für 2016. Trauen Sie sich denn auch, ein Kursziel zu nennen? Dr. Frank Wohlgemuth: Kurz und knapp: Unser 12-Monats-Kursziel für den DAX® ist 11.500. Stephen Schneider: Ob die 11.500-Punkte-Marke bis zum Ende des Jahres bereits erreicht wird, ist aus technischer Sicht unklar. Spätestens in 2017 rechne ich aber mit einem deutlichen Übertreffen der bisherigen Höchstkurse. Das hört sich doch alles sehr positiv an. Trotz einiger Unsicherheiten erwarten Sie auf Jahressicht höhere Kurse. Warten wir ab, was die nächsten Monate bringen. |
|||
|
Den aktuellen Newsletter "imBlick" erhalten Sie kostenfrei auf WGZ-Zertifikate.de. Selbstverständlich können Sie sich auch für den Zertifikate-Newsletter bei uns registrieren! |
|||
| Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren entnehmen Sie bitte dem Basisprospekt, etwaigen Nachträgen sowie den dazugehörigen Endgültigen Bedingungen unter wgz-zertifikate.de/wp-prospekte. | |||
|
Ihre Investitionsentscheidung sollte auf der Grundlage eines individuellen Beratungsgesprächs mit Ihrer Hausbank erfolgen. Die WGZ BANK ist Zentralbank der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Rheinland und Westfalen. Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort finden Sie unter http://vr.de. |
|||
|
|||
|
Fragen und Anregungen WGZ BANK AG Zertifikate-Infoline:+ 49 211 778-1334 zertifikate@wgzbank.de Ludwig-Erhard-Allee 20 40227 Düsseldorf |
|||
|
Rechtliche Hinweise: Diese Mitteilung dient ausschließlich Informations- und Werbezwecken. Diese Mitteilung ist durch die WGZ BANK AG Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank (WGZ BANK) erstellt und zur Verteilung in der Bundesrepublik Deutschland bestimmt. Dieses Dokument richtet sich nicht an Personen mit Wohn- und/oder Gesellschaftssitz und/oder Niederlassungen im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Großbritannien oder Japan. Diese Mitteilung darf im Ausland nur in Einklang mit den dort geltenden Rechtsvorschriften verteilt werden. Personen, die in den Besitz dieser Information und Materialien gelangen, haben sich über die dort geltenden Rechtsvorschriften zu informieren und diese zu befolgen. Diese Mitteilung stellt weder ein öffentliches Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes zum Erwerb von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Mit dieser Mitteilung ist die WGZ BANK insbesondere nicht als Anlageberater oder aufgrund einer Vermögensbetreuungspflicht tätig. Eine Investitionsentscheidung bezüglich irgendwelcher Wertpapiere oder sonstiger Finanzinstrumente sollte auf der Grundlage eines individuellen Beratungsgesprächs erfolgen. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren oder Finanzinstrumenten, insbesondere zu den verbindlichen Bedingungen, Risiken sowie Angaben zur Emittentin, können dem jeweiligen Basisprospekt, etwaigen Nachträgen sowie den dazugehörigen Endgültigen Bedingungen entnommen werden. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Diese Mitteilung ist keine Finanzanalyse. Sie stellt eine unabhängige Bewertung der entsprechenden Emittentin bzw. Wertpapiere durch die WGZ BANK dar. Alle hierin enthaltenen Bewertungen, Stellungnahmen oder Erklärungen sind diejenigen des Verfassers der Mitteilung und stimmen nicht notwendigerweise mit denen der Emittentin oder dritter Parteien überein. Die WGZ BANK hat die Informationen, auf die sich diese Mitteilung stützt, aus als zuverlässig erachteten Quellen übernommen, ohne jedoch alle diese Informationen selbst zu verifizieren. Dementsprechend gibt die WGZ BANK keine Gewährleistungen oder Zusicherungen hinsichtlich der Genauigkeit, Vollständigkeit oder Richtigkeit der hierin enthaltenen Informationen oder Meinungen ab. Die WGZ BANK übernimmt keine Haftung für unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die Verteilung und/oder Verwendung dieser Mitteilung verursacht werden und/oder mit der Verteilung und/oder Verwendung dieser Mitteilung im Zusammenhang stehen. Die Informationen bzw. Meinungen und Aussagen entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Erstellung des Dokuments. Sie können aufgrund künftiger Entwicklungen überholt sein, ohne dass das Dokument geändert wurde. |
Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.