11.01.16, 10:30

DAX-Check: Kontrolldefizit durch erfolglose Interventionspolitik

Diejenigen unter den Marktexperten, die das Jahr 2016 im Vergleich zur Vorperiode volatiler und riskanter einschätzen, mögen sich nach dieser ersten Woche im neuen Jahr bestätigt fühlen.
DAX-Check: Kontrolldefizit durch erfolglose Interventionspolitik

Diejenigen unter den Marktexperten, die das Jahr 2016 im Vergleich zur Vorperiode volatiler und riskanter einschätzen, mögen sich nach dieser ersten Woche im neuen Jahr bestätigt fühlen. Obwohl die Quelle für die jüngsten Verwerfungen an den Aktienmärkten weithin klar identifiziert zu sein scheint, tun sich dennoch viele Akteure schwer, vor allem die psychisch verloren gegangene Kontrolle über das Handelsgeschehen aufgrund der jüngsten Börsenbeben aus China zurückzugewinnen. Da erscheint es fast symbolisch, wenn etwa ein Hedgefonds wie Nevsky Capital gerade jetzt ankündigt, seinen 1,5 Milliarden USDollar schweren Fonds schließen zu wollen. Nicht etwa wegen Erfolglosigkeit, wie auf der Website von Zero Hedge nachzulesen war. Im Gegenteil: Seit seiner Einführung vor fast 20 Jahren kann die auf Emerging Markets spezialisierte Gesellschaft auf einen durchschnittlichen Jahresgewinn von 18 Prozent verweisen. Vielmehr lautet die Begründung, dass makroökonomische Vorhersagen aufgrund der teils immer undurchsichtiger werdenden Datenlage gerade bei den bedeutenden Volkswirtschaften Chinas und Indiens immer schwieriger würden.

Dabei sollte es nicht überraschen, wenn traditionelle Analysemodelle, die sich auf das rationale Verhalten der Marktteilnehmer gründen, seit der Finanzkrise im Jahr 2008 nicht mehr zu funktionieren scheinen. Nicht zuletzt liegt das daran, dass die Finanzmärkte mittlerweile massiv durch geldpolitische Maßnahmen beeinflusst werden. Dabei spielt es nur eine nebensächliche Rolle, ob die seit Anfang des Jahres eingeführten und nach einigen Tagen wieder abgeschafften automatischen Handelsunterbrechungen an den chinesischen Aktienbörsen für mehr oder weniger Volatilität gesorgt haben. Vielmehr hat die jüngste Entwicklung die Bedeutung der chinesischen Währungsreserven wieder in den Vordergrund gerückt. Diese sind nämlich seit dem Frühjahr 2014 von knapp 4 Billionen allein im letzten Jahr um mehr als 500 Milliarden auf 3,33 Billionen US-Dollar per Ende Dezember geschrumpft, nicht zuletzt in Folge der fortgesetzten Interventionen zur Stützung der heimischen Währung. Und so wundert es nicht, dass, wie im Herbst vergangenen Jahres geschehen, in manchen Kreisen wieder die Angst umgeht, dass sich dieser Trend in Form einer globalen geldpolitischen Straffung manifestieren könnte. Sollte sich dies bewahrheiten, dürfte dies die Zentralbanken der USA, Japans und Europas langfristig daran hindern, ihre unkonventionelle Geldpolitik zu normalisieren. Und selbst die Fed könnte sich gezwungen sehen, trotz geplanter weiterer Zinserhöhungen, ein weiteres quantitatives Lockerungsprogramm auflegen zu müssen.

Der DAX hat unterdessen das nunmehr auf 9.675 Zähler (darunter 9.480/85) erweiterte Abwärtspotential zu einem großen Teil ausgeschöpft. Der Druck auf den Markt hält an, solange der jetzt abgesenkte, aber dennoch weit entfernte Stabilitätspunkt bei 10.530/35 Punkten nicht überwunden ist.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.


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